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Tarifrunde im Bauhauptgewerbe: Branche boomt, IG BAU braucht guten Abschluss

Von S. Baumeister

Seit Anfang letzter Woche spukt das Streikgespenst der IG BAU auf den Baustellen in Deutschland. (Foto: IG BAU)
Seit Anfang letzter Woche spukt das Streikgespenst der IG BAU auf den Baustellen in Deutschland. (Foto: IG BAU)

IG BAU: Lohnplus von 5,9 Prozent
Die IG BAU fordert für die rund 785 000 Beschäftigten am Bau ein Lohnplus von 5,9 Prozent. Darüber hinaus fordert sie für weit entfernte Baustellen, dass der Arbeitgeber die dortigen Unterkünfte stellt und bezahlt. Der 24. und der 31. Dezember sollen künftig auch für die gewerblichen Arbeitnehmer bei vollen Bezügen arbeitsfrei werden. Für Angestellte in der Bauwirtschaft gilt bereits seit Jahren eine entsprechende Regelung. Auszubildende sollen 100 Euro pro Monat und Ausbildungsjahr mehr erhalten und ihre Fahrt- sowie Übernachtungskosten im Rahmen der Berufsschulausbildung sollen vom Betrieb übernommen werden. Um den Wettbewerb fairer zu gestalten, fordert die IG BAU für den Osten die Wiedereinführung des Mindestlohn II.

Nach zweitägigen Verhandlungen ist die dritte Tarifrunde des Bauhauptgewerbes vertagt worden. Begleitet wurden die Tarifverhandlungen durch die Proteste von knapp zweihundert Bauarbeitern, die sich vor dem Verhandlungslokal in Wiesbaden eingefunden haben. Unbeeindruckt davon und vom Protest auf den Baustellen zeigten sich die Arbeitgeber. Somit trennten sich die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die beiden Arbeitgeberverbände Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) sowie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) am 26. April nach harten Diskussionen ohne Ergebnis.
„Trotz eines echten Verhandlungsmarathons konnten wir keine Einigung erzielen. Die Gespräche waren ungewöhnlich zäh. Die Arbeitgeber sind nicht bereit, sich auch nur einen Schritt vorwärts zu bewegen“, sagte der Stellvertretende IG-BAU-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. „Diese Blockadehaltung macht mich fassungslos. Der Bau boomt wie seit Jahren nicht mehr. Die Branche ist die Lokomotive der deutschen Wirtschaft, aber die Arbeitgeber gönnen den Beschäftigten nichts. Sie sollen kein bisschen von der hervorragenden Baukonjunktur profitieren. Das hat nichts mehr mit Fairness und Wertschätzung zu tun. Am Ende sollen die Bauarbeiter wohl noch ihr eigenes Geld auf die Baustellen mitbringen. So läuft es nicht. Die Welt dreht sich andersherum!“
Die Arbeitgeberverbände zementierten ihr Angebot aus der 2. Verhandlungsrunde: 1,3 Prozent im Westen und 2 Prozent in den neuen Bundesländern. Auf weitere Forderungen der IG BAU nach Übernahme der Fahrt- und Übernachtungskosten während der Ausbildung reagierten sie, trotz „Nachwuchskräftemangel“ mit Achselzucken. Über die Wiedereinführung des Mindestlohns II im Osten und bezahlte arbeitsfreie Tage an Heiligabend und Silvester für die Beschäftigten im Bauhauptgewerbe sahen die Arbeitgeber keinen Gesprächsbedarf. Über die Erhöhung der Ausbildungsvergütung wollen die Arbeitgeberverbände erst nach der Lohnfindung sprechen.
Ein Schwerpunkt der Verhandlungen lag bei der Forderung nach Bereitstellung der Unterkünfte und Verpflegungspauschale für weit entfernte Baustellen. Die Vorstellungen der Arbeitgeber sind aber noch meilenweit von denen der IG BAU entfernt. Statt der geforderten Tagespauschale von 34,50 Euro für die Verpflegung bieten sie lediglich 24 Euro an. Zudem wollen sie einen Tarifabschluss für 24 Monate. Nach dem unveränderten Angebot für die ersten zwölf Monate bieten sie für das darauf folgende zweite Jahr ein Plus von 1,8 Prozent im Westen und 2,5 Prozent im Osten an.
„Solche Vorschläge sind eine Zumutung. Anerkennung der knüppelharten Leistung der Beschäftigten geht anders. Auf Dauer gerät so die gesamte Branche in ein schlechtes Licht. Nachwuchs wirbt man auf diese Weise sicher nicht“, sagte Schäfers dazu.
Für die IG BAU wird die Tarifrunde 2016 ein wichtiger Bestandteil für die Zukunft der Branche Bauhauptgewerbe. Nur ein deutliches Plus in der Geldbörse für die Beschäftigten kann der IG BAU in der gebeutelten Branche neue Perspektiven aufzeigen. Die ehemalige Hauptbranche der Baugewerkschaft entwickelt sich aktuell rückläufig.
Die Mitgliederzahlen schrumpfen im rasanten Tempo, diese Entwicklung kann nur mit attraktiven Tarifverträgen gestoppt werden. Ein deutliches Plus bei den Tarifverhandlungen, so hofft die IG BAU, könnte sich auch in der Mitgliederentwicklung der Gewerkschaft positiv darstellen.
Welchen Stellenwert der Tarifvertrag aktuell im Baugewerbe hat, zeigen die realen Zahlen. Ein großer Teil der Beschäftigten im Baugewerbe arbeitet zum Mindestlohn oder für einen Lohn, der unter dem Gesamttariflohn (Tariflohn plus Bauzuschlag) liegt. Für die IG BAU ist diese Tarifauseinandersetzung auch eine Existenzfrage, ein Tarifabschluss unter 3 Prozent im Baugewerbe wird nicht gerade Jubelstürme ausbrechen lassen.

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ver.di-Pressemitteilung:

03.05.2016

Die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die rund 140.000 Beschäftigten der Druckindustrie ist ohne Ergebnis vertagt worden. Das von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot sei absolut „nicht verhandlungsfähig“ gewesen, sagte Frank Werneke, Verhandlungsführer und stellvertretender Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) … : „Das Arbeitgeberangebot ist Ausdruck mangelnder Wertschätzung für die Arbeit und die Leistung der Beschäftigten in der Druckindustrie.“

Zuvor hatten die Arbeitgeber bei den Verhandlungen in Köln ihre Vorstellungen dargelegt. Danach sollen die Beschäftigten 1,2 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von 18 Monaten und zwei Leermonaten erhalten. Bezogen auf die Laufzeit entspricht das nach ver.di-Berechnungen einer Anhebung von gerade einmal 0,8 Prozent: „Damit ist ein Reallohnverlust und weitere Abkopplung von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung programmiert“, betonte Werneke.

ver.di fordert in der laufenden Runde fünf Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Friedenspflicht ist seit dem 1. Mai 2016 beendet.

Die dritte Runde der Tarifverhandlungen findet am 24. Mai 2016 in Berlin statt.

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NGG-Tarifinfo

 

Nach Warnstreiks und schwierigen Verhandlungen in der Schlichtung gab es eine Einigung für die bayerischen Brauereien: Zum 1. März steigen die Löhne und Gehälter um 2,6 Prozent. Im Mai gibt es zusätzlich eine Einmalzahlung von 156 Euro. Zum 1. März 2017 gibt es eine weitere Erhöhung von 2,4 Prozent und eine Einmalzahlung von 156 Euro. Überdurchschnittlich steigen die Ausbildungsvergütungen.

 

Für die private Hauswirtschaft Baden-Württemberg und Rheinhessen-Pfalz wurde ein Abschluss erzielt: Die Entgelte steigen ab 1. Juni 2016 um 2,7 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen steigen überproportional im ersten Ausbildungsjahr um 20 Euro, im zweiten um 25 Euro und im dritten um 30 Euro. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 12 Monaten.

Quelle: NGG

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03.05.2016

Pressemitteilung IG Metall Vorstand

 Die IG Metall hat im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie die Warnstreiks massiv ausgeweitet. Bis zum frühen Nachmittag folgten mehr als 86 000 Beschäftigte aus fast 570 Betrieben dem Warnstreikaufruf der IG Metall. Im Laufe des Nachmittags und Abends sind weitere Aktionen geplant. Seit Ende der Friedenspflicht haben bundesweit insgesamt über 225 000 Beschäftigte zeitweise die Arbeit niedergelegt. „Die hohe Beteiligung der Warnstreikenden zeigt, dass sie sich engagiert und lautstark für ihre berechtigte Forderung nach fünf Prozent mehr Entgelt einsetzen“, sagt IG Metall-Vorsitzender Jörg Hofmann.

03.05.2016 Ι Warnstreiks in Nordrhein-Westfalen

Über 35 000 Metallerinnen und Metaller in NRW im Ausstand

Der Schwerpunkt der Warnstreiks war Nordrhein-Westfalen. Dort demonstrierten über 35 000 Beschäftigte aus fast 290 Betrieben. Allein in Lemgo beteiligten sich 2800 Warnstreikende an einem Demonstrationszug, den Abschluss bildete eine Kundgebung auf dem örtlichen Marktplatz. Auf einer Kundgebung bei Siemens Energy in Mühlheim an der Ruhr redete Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, vor 1700 Warnstreikenden.

03.05.2016 Ι Warnstreiks in Berlin, Brandenburg und Sachsen

5700 Beschäftigte am dritten Warnstreiktag im Ausstand

In Berlin, Brandenburg und Sachsen protestierten am dritten Warnstreiktag über 5700 Metallerinnen und Metaller aus 25 Betrieben gegen die Blockade der Arbeitgeber, ein besseres Angebot auf den Tisch zu legen. In Leipzig versammelten sich rund 1200 Beschäftigte bei Porsche vor dem Werktor und in Brandenburg waren 750 Warnstreikende aus drei Betrieben auf der Straße. In Berlin kamen 3250 Beschäftigte aus 18 Betrieben zu einer Warnstreikkundgebung, wo Irene Schulz sprach. Das geschäftsführende IG Metall-Vorstandsmitglied kritisierte das Angebot der Arbeitgeber mit „ein paar Brotkrumen“, mit denen sie glauben, die Beschäftigten abspeisen zu können.

03.05.2016 I Warnstreiks in Baden Württemberg

15 000 heute bei Warnstreiks, Frühschluss-Aktionen und Kundgebungen

Im Südwesten hat die IG Metall heute den Druck erhöht. Bis 14 Uhr beteiligten sich heute rund 15 000 Beschäftigte aus 117 Betrieben an Warnstreiks, Frühschluss-Aktionen und Kundgebungen. „Wir erwarten von den Arbeitgebern ein Signal, dass es sich lohnt, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren“, sagte Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall. Um die Arbeitgeber zur Einsicht zu bewegen, soll der Druck weiter erhöht werden. Die nächste Verhandlung ist am  11. Mai geplant.

03.05.2016 Ι Warnstreiks in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

2330 Beschäftigte im Ausstand

Mehr als 2330 Beschäftigte aus 25 Betrieben in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt haben heute zeitweise die Arbeit niedergelegt. Schwerpunkt der Warnstreiks war in Süd-Niedersachsen-Harz mit rund 680 Beschäftigten und Magdeburg-Schönebeck mit 520 Aktiven. Allein bei Mahr in Göttingen zogen 220 Beschäftigte vor die Werkstore und bei Novelis in Nachterstedt etwa 300 Arbeitnehmer. Insgesamt beteiligten sich bisher in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt über 13 130 Metallerinnen und Metaller aus 96 Betrieben an den Warnstreiks.

03.05.2016 Ι Warnstreiks im Bezirk Mitte

Warnstreiks gehen unvermindert weiter

„Etwa 6.000 Warnstreikteilnehmer in unserem Bezirk allein bis Mittag – das sind 6.000 weitere Argumente für ein neues Angebot der Arbeitgeber“, fasst Jörg Köhlinger, Bezirksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall im Bezirk Mitte die heutigen Warnstreiks der IG Metall in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen zusammen. Diese Zahl erfasst nur die Aktionen, die bis Mittag abgeschlossen waren. Weitere Aktionen werden im Laufe des Nachmittags stattfinden, wie bei Opel in Rüsselsheim. Andere finden in der Spät- und Nachtschicht, zum Beispiel in Dillenburg, Koblenz und Jena statt.

03.05.2016 Ι Warnstreiks in Bayern

Heute mehr als 20 000 Warnstreikende in Bayern

In Bayern hat die IG Metall heute in mehr als 100 Betrieben zu Warnstreiks aufgerufen. Bisher beteiligten sich mehr als 21 000 Metallerinnen und Metaller an den Aktionen.  In Schweinfurt kündigte Jürgen Wechsler, IG Metall Bezirksleiter Bayern an: „Morgen werden noch mehr Warnstreikende wie heute, ihre Meinung zu dem mickrigen Arbeitgeber-Angebot zeigen“. Schwerpunkte werden morgen die bayerischen BMW-Standorte sein.

03.05.2016 Ι Warnstreiks in Norddeutschland

1100 Metallerinnen und Metaller beteiligen sich an Warnstreiks

In Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordwestniedersachsen und Schleswig-Holstein haben heute insgesamt 1100 Beschäftigte aus zehn Betrieben ihre Arbeit zeitweise ruhen lassen. Schwerpunkt der Warnstreikaktionen war das nordwestliche Niedersachsen: An der größten Kundgebung bei Manitowoc in Wilhelmshaven beteiligten sich 500 Metallerinnen und Metaller, darunter waren auch Beschäftigte von Wessel-Hydraulik.

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IG Metall Pressemitteilung

02.05.2016

Baden-Württemberg:

Warnstreiks gehen unvermindert weiter

Vor dem Porsche-Museum in Zuffenhausen versammelten sich um kurz nach 9 Uhr rund 3000 Metallerinnen und Metaller zu einer Kundgebung. Auch viele Beschäftigte von AWW in Wutöschingen, von Bizerba in Meßkirch und dem Progress-Werk in Oberkirch legten zeitweise die Arbeit nieder. Bis 14 Uhr beteiligten sich rund 5300 Beschäftigte aus 28 Betrieben an Warnstreiks im Südwesten, an Frühschluss-Aktionen und Kundgebungen. „In den kommenden beiden Tagen werden wir den Druck weiter erhöhen und unsere Aktionen ausweiten“, kündigt IG Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger an. „Das ist keine ‚Eskalation zur Unzeit‘ wie von den Arbeitgebern behauptet, sondern ein legitimes Mittel zum Protest. Damit hören wir erst auf, wenn die Arbeitgeber zur Vernunft kommen und ein ernstzunehmendes Angebot auf den Tisch legen.“

Warnstreiks in Berlin, Brandenburg und Sachsen

Warnstreiks legen viele Betriebe lahm

In Berlin, Brandenburg und Sachsen legten heute rund 3000 Beschäftigte die Arbeit nieder. Am Morgen starteten in Berlin die Beschäftigte der Automobilzulieferer Pierburg und Bosch Sicherheitssysteme mit einem Autokorso. Bei Bombardier in Hennigsdorf traten viele Beschäftigte in den Ausstand. Es folgten Beschäftige aus Betrieben in Teichland, Cottbus und Peitz sowie Schaeffler in Luckenwalde. Auch in Sachsen waren Metallerinnen und Metaller von Bombardier Transportation vor den Werktoren. In Chemnitz legten Beschäftigte bei Siemens WKC und bei Neue Halberg-Guss die Arbeit nieder. „Die sehr gute Teilnahme am heutigen Bombardier Aktionstag in Brandenburg und Sachsen zeigt, dass die Belegschaften bereit sind, Tarifverträge und Arbeitsplätze zu verteidigen“, sagte IG Metall Bezirksleiter Olivier Höbel.

Warnstreiks in Berlin, Brandenburg und Sachsen

Warnstreiks legen viele Betriebe lahm

In Berlin, Brandenburg und Sachsen legten heute rund 3000 Beschäftigte die Arbeit nieder. Am Morgen starteten in Berlin die Beschäftigte der Automobilzulieferer Pierburg und Bosch Sicherheitssysteme mit einem Autokorso. Bei Bombardier in Hennigsdorf traten viele Beschäftigte in den Ausstand. Es folgten Beschäftige aus Betrieben in Teichland, Cottbus und Peitz sowie Schaeffler in Luckenwalde. Auch in Sachsen waren Metallerinnen und Metaller von Bombardier Transportation vor den Werktoren. In Chemnitz legten Beschäftigte bei Siemens WKC und bei Neue Halberg-Guss die Arbeit nieder. „Die sehr gute Teilnahme am heutigen Bombardier Aktionstag in Brandenburg und Sachsen zeigt, dass die Belegschaften bereit sind, Tarifverträge und Arbeitsplätze zu verteidigen“, sagte IG Metall Bezirksleiter Olivier Höbel.

Weitere Warnstreiks in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

4230 Metallerinnen und Metaller am zweiten Warnstreiktag aktiv

In Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ließen heute mehr als 4200 Beschäftigte aus 31 Betrieben für kurze Zeit die Arbeit ruhen. Die Schwerpunkte waren in Hannover mit rund 860 Warnstreikenden und in Osnabrück mit 2000 Aktiven. IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine forderte die Arbeitgeber auf, endlich in konstruktive Verhandlungen mit der IG Metall einzusteigen. „Sollte es bis Pfingsten kein Tarifergebnis geben, sind wir auf ganztägige Arbeitsniederlegungen vorbereitet“, sagte Meine.

Weitere Warnstreiks in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

4230 Metallerinnen und Metaller am zweiten Warnstreiktag aktiv

In Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ließen heute mehr als 4200 Beschäftigte aus 31 Betrieben für kurze Zeit die Arbeit ruhen. Die Schwerpunkte waren in Hannover mit rund 860 Warnstreikenden und in Osnabrück mit 2000 Aktiven. IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine forderte die Arbeitgeber auf, endlich in konstruktive Verhandlungen mit der IG Metall einzusteigen. „Sollte es bis Pfingsten kein Tarifergebnis geben, sind wir auf ganztägige Arbeitsniederlegungen vorbereitet“, sagte Meine.

Warnstreiks in Bayern

Kurzzeitige Ausstände werden fortgesetzt

Bis 14.30 Uhr beteiligten sich in Bayern über 4000 Beschäftigte an Warnstreiks. Arbeitsniederlegungen gab es bei WIKA in Trennfurt, WashTec, Premium AEROTEC und Renk in Augsburg, der EBERLE Federnfabrik in Schwabmünchen,Getrag in Bad Windsheim, Airbus in Manching, GKN und Voith Turbo in München. Dazu kamen noch Warnstreiks bei Schneider Electric und Osram Oto Semiconducturs in Regensburg sowie Schaeffler Technologies und Bosch Industriekessel in Gunzenhausen.

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IG Metall-Tarifticker:

Tarifticker 2016

29.04.2016
Pressemitteilung IG Metall Vorstand

110 000 Warnstreikende demonstrieren für 5 Prozent mehr Geld

Nach dem Ende der Friedenspflicht haben sich bundesweit fast 110 000 Beschäftigte aus fast 400 Betrieben an Warnstreiks und Aktionen beteiligt. Etwa 25 000 Warnstreikende aus rund 90 Betrieben gingen bereits um Mitternacht auf die Straße, um für ihre Forderung nach fünf Prozent mehr Geld und gegen das magere Angebot der Arbeitgeber zu protestieren. „Solange die Arbeitgeber meinen, die Leistung und das Engagement der Beschäftigten mit diesem provokanten Angebot abspeisen zu können, werden wir mit Warnstreiks antworten„, sagte IG Metall-Vorsitzender Jörg Hofmann am Freitag um Mitternacht auf einer Kundgebung vor 3000 Beschäftigten des Ford-Werkes in Saarlouis. Hofmann kündigte für die kommenden Tage massive bundesweite Warnstreiks an.

Nach dem Ende der Friedenspflicht haben sich bundesweit fast 110 000 Beschäftigte aus fast 400 Betrieben an Warnstreiks und Aktionen beteiligt. Etwa 25 000 Warnstreikende aus rund 90 Betrieben gingen bereits um Mitternacht auf die Straße, um für ihre Forderung nach fünf Prozent mehr Geld und gegen das magere Angebot der Arbeitgeber zu protestieren. „Solange die Arbeitgeber meinen, die Leistung und das Engagement der Beschäftigten mit diesem provokanten Angebot abspeisen zu können, werden wir mit Warnstreiks antworten„, sagte IG Metall-Vorsitzender Jörg Hofmann am Freitag um Mitternacht auf einer Kundgebung vor 3000 Beschäftigten des Ford-Werkes in Saarlouis. Hofmann kündigte für die kommenden Tage massive bundesweite Warnstreiks an.

Warnstreikauftakt Baden-Württemberg

Zehntausende beteiligen sich bei den ersten Warnstreiks im Südwesten

Kurz nach Mitternacht starteten die ersten Warnstreiks: Rund 1000 Metallerinnen und Metaller beteiligten sich bei Mercedes-Benz und Antolin in Rastatt an einer Protestkundgebung. Bis zum Nachmittag folgten insgesamt in Baden-Württemberg rund 35 500 Beschäftigte dem Warnstreikaufruf der IG Metall. Einer der Schwerpunkte war in Ulm mit etwa 5800 Warnstreikenden von EvoBus, Brehm, Handtmann Metallguss sowie der Liebherr-Werke Ehingen und Biberach. In Mannheim gingen 4000 Beschäftigte von Mercedes und EvoBus zeitweise auf die Straße. „Die Warnstreiks haben sich die Arbeitgeber selbst zuzuschreiben“, sagte IG Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger. „Wer zweimal ein Scheinangebot anstelle einer ernstzunehmenden Offerte vorlegt, muss sich nicht wundern, wenn die Beschäftigten darüber ihre Empörung zeigen.“

Warnstreikauftakt Bezirk Küste

14 200 Metallerinnen und Metaller an der Küste legen Arbeit nieder

In Bremen, Hamburg, Nordwestniedersachsen und Schleswig-Holstein folgten rund 14 200 Beschäftigte aus mehr als 50 Betrieben dem Warnstreikaufruf der IG Metall. Unmittelbar nach dem Ende der Friedenspflicht legten um Mitternacht mehr als 3000 Metallerinnen und Metaller die Arbeit nieder. Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, wertete die ersten Warnstreiks als „starken Auftakt“ und kündigte für die nächste Woche weitere Proteste an. „Wir müssen die Arbeitgeber treiben. Von sich aus bewegen sie sich nicht“, so Geiken.

Warnstreikauftakt Berlin, Brandenburg und Sachsen

Über 5300 Warnstreikende in Berlin, Brandenburg und Sachsen

In Berlin, Brandenburg und Sachsen ließen zum Warnstreikauftakt mehr als 5300 Metallerinnen und Metaller bis zu zwei Stunden die Arbeit ruhen. Den Start machten um Mitternacht rund 500 Beschäftigte, die sich vor dem Mercedes-Benz-Werk in Berlin-Marienfelde versammelten; sowie 200 Beschäftigte in Sachsen bei den Autozuliefern GKN Driveline und Radsystem Mosel. Im Laufe des Tages folgten weitere Beschäftigte dem Warnstreikaufruf der IG Metall, unter anderem beim Getriebebauer ZF-Friedrichshafen in Brandenburg, bei MAHLE Filtersysteme in Wustermark, bei Volkswagen in Chemnitz und Zwickau und bei dem Autozulieferer SAS Autosystemtechnik. „Mit dem kraftvollen Auftakt zeigen wir klare Kante für unsere Forderung nach fünf Prozent mehr Entgelt“, sagte Olivier Höbel, IG Metall-Bezirksleiterer für Berlin, Brandenburg und Sachsen.

Warnstreikauftakt Bezirk Mitte

Keine Magerkost für die Beschäftigten

Mehrere tausend Metallerinnen und Metaller sind um Null Uhr im Bezirk Mitte in den ersten Warnstreik getreten und zeigten ihre Empörung über das Angebot der Arbeitgeber. Das sei „Magerkost“ für die Beschäftigten, erklärte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall vor 3000 Warnstreikenden bei Ford in Saarlouis. Er kündigte an: „Solange die Arbeitgeber meinen, die Leistung und das Engagement der Beschäftigten mit diesem provokanten Angebot abspeisen zu können, werden wir mit Warnstreiks antworten“. An den Aktionen beteiligten sich die Beschäftigen der Nachtschicht von Ford-Werke Saarlouis, der Zulieferbetriebe Stadco, Benteler Automobiltechnik, Tenneco Automotive, Lear Corporation, LMS Logistik, sowie die von Nedschroef Fraulautern und Nemak Dillingen.

Warnstreikauftakt Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

Erfolgreicher erster Warnstreiktag: 4787 Beschäftigte auf der Straße

Am ersten Warnstreiktag haben mehr als 4700 Beschäftigte aus 29 Betrieben in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt zeitweise die Arbeit niedergelegt. Unmittelbar nach Auslaufen der Friedenspflicht folgten 990 Metallerinnen und Metaller um Mitternacht dem Warnstreikaufruf der IG Metall. Der größte Warnstreik gab es in Salzgitter. Dort ließen rund 2400 Beschäftigte von Alstom, MAN, Voith und Meyer zeitweise die Arbeit ruhen. „Wer ein unterirdisches Angebot auf den Tisch legt, ist verantwortlich für die jetzt beginnende Warnstreikphase“, erklärte Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Warnstreikauftakt im Bezirk Bayern

Warnstreik auf bayerisch: 250 Audis rollen nicht vom Band

Trillerpfeifen und rote Papp-Hände: Rund 5000 Beschäftigte legten bei Audi in Ingolstadt mit Ablauf der Friedenspflicht um Mitternacht die Arbeit nieder und kamen zu einer Kundgebung auf dem Werksgelände zusammen. Die Wirkung des Warnstreiks spüren die Arbeitgeber sofort: Freitagfrüh konnten rund 250 Autos nicht vom Produktionsband.

Warnstreikauftakt im Bezirk Nordrhein Westfalen

Tausende bei Warnstreiks

Rund 17 000 Beschäftigte legten heute am ersten Warnstreiktag bereits die Arbeit nieder. Sie zeigten damit ihre Wut und Enttäuschung über das Magerangebot der Arbeitgeber. „Die Emotionen in den Belegschaften kochen hoch. Das werden Arbeitgeber auch in der kommenden Woche bei den Warnstreiks deutlich zu spüren bekommen. Hoffentlich bringt sie das dann zur Vernunft“, sagte Knut Giesler, Verhandlungsführer für den Bezirk Nordrhein-Westfalen. Bereits um Mitternacht starteten in Nordrhein Westfalen die ersten Warnstreiks. Bei eisigen Temperaturen zeigen die Metallerinnen und Metaller bei Ford in Köln-Niehl um kurz nach Mitternacht ihren Unmut über das Angebot der Arbeitgeber. Diese haben den Unmut der Metaller bereits heute zu spüren bekommen: Wegen der Warnstreiks wurden heute 600 Fiestas nicht gebaut.

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Eine Mai-Rede 2016

Von Dr. Hans-Peter Brenner, stellvertretender Vorsitzender der DKP

Auf dem „Internationalen Mai-Fest“, das von einem breiten Bündnis deutscher und ausländischer Organisationen in der Bonner Altstadt traditionell am 1. Mai durchgeführt wird, hielt  Hans-Peter Brenner die folgende Grußansprache:

Solidarität mit den Verfolgten! Gemeinsam kämpfen gegen Kriegsgefahr und für ein besseres Leben für alle! Gemeinsam kämpfen gegen das Kapital!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Genossinnen und Genossen,
– während wir hier in Bonn heute vormittag eine von den Größenordnungen sehr überschaubare und vom inhaltlichen und äußeren Ablauf friedliche und friedfertige traditionelle gewerkschaftliche 1.-Mai-Demonstration und Kundgebung erlebten und

– während wir heute Mittag hier in den Bonner Altstadt ungestört unser Internationalistisches Maifest begehen,
kämpfen in vielen Ländern rund um den Globus Arbeiterinnen und Arbeiter für ihr Recht den 1. Mai, den internationalen Kampftag den Tag der Solidarität der Arbeiter und aller Werktätigen, überhaupt begehen zu können.

Von Istanbul hören wir, dass auf dem traditionellen Aufmarschplatz, dem Taksim-Platz heftige Kämpfe mit Tausenden Polizisten und Soldaten toben, die auf Befehl der reaktionären Erdogan Regierung alle Mai-Kundgebungen auf diesem Platz mit brutaler Gewalt verhindern wollen.

Wir hören aus dem postsozialistischen Russland, das jetzt von der neuen kapitalistischen Monopolbourgeoisie, die man dort verharmlosend als „Oligarchen“ bezeichnet, so als ob sie etwas ganz anderes seien als ihre Klassenkumpane in den anderen vom Groß- und Monopolkapital beherrschten Ländern -, dass 1. Mai-Demonstration verboten werden. Denn heute ist ja das russisch-orthodoxe Osterfest.
Und da hätten die Leute gefälligst mit ihren Popen zu beten und fromme Lieder zu singen anstatt für ihre sozialen und politischen Rechte zu demonstrieren.

Wir hören von der großen kämpferischen Mai-Demonstration in der Hauptstadt von Venezuela, Caracas, wo sich zigtausende den Putschplänen gegen die sozialistische Regierung des demokratisch gewählten Nachfolgers von Hugo Chavez, Nicolas Maduro, entgegenstellen. Dort kommt es ebenfalls zu Straßenschlachten mit den reaktionären Contras, die vom USA-Imperialismus mit Millionen Dollars finanziert werden.
Ja, in vielen Ländern hat der 1. Mai noch immer dasselbe blutige Gesicht wie in seinen Anfangstagen.Damals, am 1. Mai 1886 waren in den USA in New York, Philadelphia, Chicago, Louisville, Saint Louis, Milwaukee und Baltimore in 11562 Betrieben rund 350.000 Arbeiter in Streiks für den achtstündigen Arbeitstag getreten. Besonders hart und blutig verlief der Ausstand in Chicago. Von den Unternehmern bewaffnete Streikbrecher terrorisierten unter dem Schutz der Polizei die demonstrierenden Arbeiter. Als es am 3. und 4. Mai zwischen Streikbrechern und den Streikenden zu einem Zusammenstoß kam, ging die Polizei mit Waffengewalt gegen die Demonstranten vor. Zehn von ihnen wurden erschossen. Das war der blutige Beginn des 1. Mai als seither weltweit begangenen gewerkschaftlichen und politischen Kampftags der internationalen Arbeiterklasse.
Wenn es hierzulande derzeit nicht zu diesen gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt, so besagt das absolut nicht, dass die Gewalt bei uns verschwunden ist. Der Grundwiderspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital kann jederzeit wenn die Klassenauseinandersetzungen sich zuspitzen auch andere Formen annehmen.
Die Kapitalisten, der Kapitalismus – greift notfalls immer zu Verboten und Gewalt, wenn es um seine Profite geht.

Wir Kommunisten unte stüzen das diesjährige Mai-Motto des DGB, „Zeit für mehr Solidarität.“ Es ist richtig, dass dabei die Solidarität mit den Geflüchteten, aber auch mit denen, die unter Lohndumping, Leiharbeit und schlechten Arbeitsbedingungen leiden im Fokus steht.
Es ist richtig, dass wir als Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen für all diejenigen eintreten, die trotz lebenslanger Arbeit von ihrer Rente nicht leben können, dass wir mit und für die Forderungen der Frauen demonstrieren, die immer noch für gleiche Arbeit mehr als ein Fünftel weniger Lohn bekommen.
Wir Kommunistinnen und Kommunisten unterstützen den DGB und seine Einzelgewerkschaften im Kampf um bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen. Denn nur damit wird der sozialen Demagogie der Rechten und Ultrarechten, die sich mit den offenen Faschisten verbünden und die sich heute mit ihrer Speerspitze, der AfD, auf ihrem Programmparteitag in Stuttgart zusammenrotten, der Boden entzogen werden können.
Ausländerfeindlichkeit, Flüchtlingshetze und Überfälle sind zu einem großen Teil nicht allein Ausdruck dumpfbackiger Xenophobie; sie entspringen auch einer Zukunftsangst, die reale Ursachen in den ökonomischen und sozialen Nöten vieler Werktätigen besitzt.

Aber wir warnen als Kommunistische Partei heute besonders vor einer Entwicklung, die im Vergleich zu den Toten von 1886 ganz andere Dimensionen erreichen würde.
Die Bundeswehr ist bereits in 18 Regionen der Welt im Einsatz. Jetzt, so hat es Kanzlerin Merkel verkündet, jetzt – ausgerechnet im 75. Jahr des Überfalls Hitlerdeutschlands auf das sozialistische Russland, auf die Sowjetunion -werden wieder deutsche Soldaten an der russischen Grenze aufmarschieren.
Die reaktionäre-konservative litauische Regierung hat die Beteiligung der Bundeswehr an der Truppenmassierung der NATO „als starken Schritt der Solidarität“ begrüßt.
Die NATO , die entgegen aller Zusagen in den 90er Jahren längst unmittelbar an die russische Staatsgrenze vorgerückt ist, probt mit ständig rotierenden Eliteeinheiten den blitzartigen Überfall. Modernste Panzertruppen, Fallschirmjäger und Bomber stehen bereit wie vor 75 Jahren wieder in Russland einzufallen.
Das wäre der Auftakt zu einem Krieg, der womöglich noch die Schrecken des II. Weltkrieges um ein Vielfaches übertreffen würde.
Und das deutsche Rüstungskapital denkt wieder und freut sich auf Milliardengewinnen wie zu „Führers Zeiten“.

Der offizielle Rüstungsetat soll jährlich von 35 auf 56 Milliarden Euro steigen. Hinzu kommt ein Aufrüstungsprogramm von 130 Milliarden Euro. Deutschland ist weltweit Waffenexporteur Nummer drei weltweit. Der Einsatz der Bundeswehr im Innern soll ermöglicht werden.
Wir müssen alles dafür tun dass diese Entwicklung gestoppt wird:
Wir müssen denen in die Arme fallen, die letztlich von Kriegen profitieren und unendliches Leid in Kauf nehmen.
Das sind die Monopole und Rüstungskonzerne, die am Krieg verdienen und ihre Profite auf neuen Märkten sichern wollen.
„Kanonen statt Butter.“ Dieser Logik des Militarismus müssen wir uns entgegen stellen.
Mit Protesten und Mahnwachen wie Ende Mai am Stationierungsort der US-amerikanischen Atombomber am Standort Büchel in der Eifel.
Wie mit der örtlichen Vorbereitung der bundesweiten Herbstdemonstrationen gegen Rassismus und Krieg.

Nicht „Friede, Freude. Eierkuchen und Sozialpartnerschaft“ heißt unsere Orientierung.

Unsere „Willkommenskultur“ und unser Mai-Aufruf  richten sich nicht nur  an diejenigen, die vor Krieg und Not hierher fliehen.
Sie gelten genauso für  alle, die hier als Einheimische  gegen Arbeitslosigkeit, gegen Lohnklau, Bildungsmisere, Wohnungsnot und Altersarmut kämpfen.
Unsere „Willkommenskultur“ heißt: Leisten wir Widerstand!

Leisten wir Widerstand!
Ob schwarz ob, braun, ob weiß, ob gelb,
– ob Mann oder Frau,
ob Junge oder Alte.

Leisten wir Widerstand!! Gemeinsam!!!

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Die Tarifverhandlungen von ver.di für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen haben zu einem Abschluss geführt, vorbehaltlich der Zustimmung der Bundetarifkommission. Das Ergebnis wird von ver.di so dargestellt und bewertet:

Lohnerhöhung um 4,75 Prozent, sichere Altersversorgung und neue Entgeltordnung

29.04.2016

ver.di-Presssemitteilung

Bei den Tarifverhandlungen für die 2,14 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen gibt es eine Einigung. In Potsdam stellte ver.di-Verhandlungsführer Frank Bsirske ein Gesamtpaket vor, das die Sicherung der Leistungen der betrieblichen Altersversorgung, eine neue Entgeltordnung für 1.088 Tätigkeiten und eine Erhöhung der Löhne und Gehälter in zwei Schritten um insgesamt 4,75 Prozent beinhaltet – 2,4 Prozent ab 1.März 2016 und 2,35 Prozent ab 1.Februar 2017. Die Ausbildungsvergütungen werden in zwei Schritten um insgesamt 65 Euro erhöht – 35 Euro ab 1. März 2016 und 30 Euro ab 1. Februar 2017. „Das Ergebnis ist ein Kompromiss, der die Reallöhne deutlich erhöht, die Kaufkraft stärkt und dazu beiträgt, den öffentlichen Dienst in Deutschland attraktiver zu machen“, sagte Bsirske. Die Warnstreiks von 100.000 Beschäftigten kurz vor den Tarifverhandlungen hätten für eine Beschleunigung der Gespräche gesorgt und einen akzeptablen Kompromiss ermöglicht.

Bis zuletzt hatten die Verhandlungspartner um eine Lösung für die betriebliche Altersversorgung gerungen, die bis zu einem Drittel der Rentenansprüche ausmacht. Dabei konnte eine Rentenkürzung verhindert werden. Der für eine zehnjährige Laufzeit gefundene Tarifkompromiss sieht vor, dass bei Kassen, bei denen finanzieller Handlungsbedarf besteht, ein zusätzlicher Arbeitnehmer-Eigenbeitrag in Höhe von 0,4 Prozent eingeführt wird. Im gleichen Umfang haben die Arbeitgeber einen Zusatzbeitrag zu leisten. Sofern Überschüsse entstehen, werden die Beiträge für beide Seiten gesenkt. Eine ähnliche Vereinbarung hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) bereits für den Tarifbereich der Bundesländer abgeschlossen.

Die neue Entgeltordnung bringt für einen großen Teil aller Berufe im öffentlichen Dienst auch eine finanzielle Aufwertung. Die Tarifvertragsparteien hatten mehrere Jahre über die Neubewertung von 1.088 der rund 4.000 Tätigkeitsmerkmale verhandelt und sich verständigt, die entstehenden Mehrkosten paritätisch aufzubringen. Die Gewerkschaften erklärten sich bereit, die Jahres-Sonderzahlung um vier Prozentpunkte abzusenken und für  drei Jahre einzufrieren, um Mehrkosten der Arbeitgeber hälftig zu kompensieren. In der Frage der tariflichen Ausschlussregelung für sachgrundlose Befristungen konnte keine Einigung erzielt werden.

Es sei zu begrüßen, dass der Bundesinnenminister die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Ergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten zugesagt hat.

Die Bundestarifkommission empfiehlt den Mitgliedern die Annahme des Tarifergebnisses in der nachfolgenden Befragung. Es gilt eine Erklärungsfrist bis zum 31. Mai 2016.

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Pressemitteilung der IGM und ein Kommentar in der DKP-Zeitung UZ:

IGM-Pressemitteilung Nr. 15/2016

IG Metall erhöht mit Warnstreiks Druck auf Arbeitgeber

28.04.2016 Ι

Frankfurt am Main – Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie erhöht die IG Metall mit Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber. „Mit dem heute vorgelegten alternativen Angebot wird weiter auf Magerkost für die Beschäftigten zu Gunsten der Profite gesetzt. Offensichtlich sind die Arbeitgeber in dieser Tarifrunde auf Krawall gebürstet. Wir werden auf diese Verweigerung konstruktiver Verhandlungen mit massiven Warnstreiks beginnend heute Nacht ab 0 Uhr reagieren“, sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, am Donnerstag in Frankfurt.

Die IG Metall ruft mit Auslaufen der Friedenspflicht in der Nacht zum Freitag, ab 0 Uhr (29.04.2016), bundesweit Beschäftigte der Branche zu Warnstreiks auf, um ihrer Forderung nach einer Entgeltsteigerung von 5 Prozent mehr Nachdruck zu verleihen.

An verschiedenen Standorten sind in der Nacht und am frühen Morgen Warnstreikaktionen mit folgenden geschäftsführenden Vorstandsmitgliedern der IG Metall geplant:

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, wird um Mitternacht/0 Uhr zu den Warnstreikenden aus verschiedenen Betrieben vor dem Ford-Werk in Saarlouis sprechen.

Jürgen Kerner, Hauptkassierer der IG Metall, wird ebenfalls um Mitternacht/0 Uhr bei Airbus Helicopters in Donauwörth im Rahmen einer Warnstreikaktion reden.

Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall, wird am Freitag um 9.30 Uhr auf der Kundgebung bei Ford in Köln am Kreisel, Henry-Ford-Straße, Tor 3, sprechen und um 11 Uhr im Ford-Ersatzteilzentrum Merkenich, Spessartstraße, Nähe Tor 54.

Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, wird am Freitag um 9.30 Uhr bei der Kundgebung in der Volkswagen Sachsen GmbH, Fahrzeugwerk Zwickkau, Glauchauer Straße 40, 08058 Zwickau, Tor West im Werksgelände, sprechen.


Weitere Informationen über die Warnstreikaktionen erhalten Sie über die jeweiligen Bezirksleitungen der IG Metall und unter: http://www.igmetall.de/presse

Dreist und provokativ

Ein Kommentar von Isa Paape

„Das ist eine Kampfansage an die gesamte IG Metall!“, so bewertete Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern das Angebot der „Arbeitgeber“ von 0,9 Prozent Lohnsteigerung und 0,3 Prozent Einmalzahlung. Die von den Unternehmerverbänden als „Scheinkonjunktur“ heruntergespielten Gewinnsteigerungen haben allein den Aktionären einen Dividendenregen von 11,2 Milliarden Euro beschert, eine Erhöhung der Entgelte der Beschäftigten um ein Prozent würde die Unternehmen dagegen nur rund 0,9 Milliarden Euro jährlich kosten. Ein im Grundsatz ähnliches Bild zeichnet sich bei den Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst ab. Angesichts der aktuellen Haushaltsüberschüsse bezeichnet Frank Bsirske, Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di und Verhandlungsführer in der Tarifrunde für die Beschäftigten von Bund und Kommunen die angebotenen 0,6 Prozent Lohnsteigerung für 2016 und 1,2 Prozent für das kommende Jahr „dreist und provokativ“. Tatsächlich wären in beiden Fällen durch die historisch niedrigen Einstiegsgebote massive Reallohnverluste der Beschäftigten vorprogrammiert.
Zum Teil mag das Gejammer der Unternehmerverbände über die schlechten Konjunkturaussichten ebenso wie die bei Lohnverhandlungen stets leeren Kassen der Öffentlichen Hand zum Ritual gehören, handelt es sich doch um „die alte Platte, immer neu aufgelegt“ (Willi Bleicher). Allerdings dürften auch der sich verschärfende Wettbewerb auf dem Weltmarkt, Unwägbarkeiten angesichts enormer Schübe in der Produktivkraftentwicklung und nicht zuletzt die unbewältigten Schwierigkeiten im Kernbereich der deutschen Industrie, der Automobilindustrie, mit dazu beitragen, dass Unternehmerverbände und Politik gerade jetzt einen so harten Konfrontationskurs fahren.
Für die gewollte Konfrontation sprechen auch die unverhohlenen Drohungen mit Produktionsverlagerung und dem Abbau von Arbeitsplätzen, wie sie insbesondere von Dr. Wolf, Vorsitzender Südwestmetall, oder von Frau Renkhoff-Mücke, Verhandlungsführerin der Bayerischen Metallarbeitgeber, seit Wochen in den Medien gestreut werden. Geradezu orchestriert folgten die Ankündigungen von Stellenabbau in großen Konzernen: Mitte März bei Siemens 2 000, bei VW 3 000, Anfang April bei GE 1 700, Mitte April folgte Nokia mit 1 400, Ende April nun noch Bombardier mit 930. Damit wird ein Bedrohungsszenario aufgebaut, das die Tarifverhandlungen insgesamt schwer belastet.
Zu einem immer bedeutenderen Feld der Auseinandersetzung werden nun auch die politischen Forderungen der Gewerkschaften nach Eindämmung und Regulierung prekärer Beschäftigung. ver.di fordert aktuell den Ausschluss sachgrundloser Befristungen, um die Praxis sogenannter Kettenverträge zu beenden. Und die IG Metall fordert im Bereich der Leiharbeit und der Werkverträge deutlich mehr Mitbestimmungsrechte. Industrie und Teile der Politik lehnen diese Forderungen rundweg ab, sehen gar „die Wirtschaftsordnung auf den Kopf gestellt“. So erklärt die bayerische Metall- und Elektroindustrie sachgrundlose Befristungen zum „Ausdruck der Unternehmerfreiheit“, die nicht in Frage gestellt werden dürfe. Der zur Diskussion stehende Gesetzentwurf von Andrea Nahles zu Leiharbeit und Werkverträgen weite die „bereits jetzt verfassungsrechtlich maximal ausgereizte Mitbestimmung“ unzulässig aus, so der BDA. Auch die CSU meldet zahlreiche Bedenken an, z. B. weil LeiharbeiterInnen künftig nicht mehr als Streikbrecher eingesetzt werden könnten.
Hier zeichnen sich gemeinsame Interessen der Gewerkschaften ab, die eine künftige stärkere Zusammenarbeit nicht nur erforderlich, sondern auch möglich erscheinen lassen. Dabei geht es in der Metall- und Elektroindustrie um die Tarife für immerhin 3,8 Millionen Beschäftigte, im Öffentlichen Dienst wird für rund 2,2 Millionen Tarifbeschäftigte verhandelt, keine Kleinigkeiten also. Sollte beim Verhandlungstermin für den Öffentlichen Dienst Ende April in Potsdam kein Ergebnis erzielt werden, wird ver.di die Urabstimmung über Erzwingungsstreiks durchführen müssen, während zeitgleich die IG Metall ab 29. April in Warnstreiks geht.

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Entscheidende Verhandlungsrunde beginnt am Donnerstag

27.04.2016

ver.di-Pressemitteilung

In der Tarifauseinandersetzung beim Immobiliendienstleister STRABAG PFS setzt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Warnstreiks an ausgewählten Standorten fort. Am Dienstag standen die Unternehmensstandorte in Bayern und Baden-Württemberg im Mittelpunkt, am heutigen Mittwoch Berlin und Hamburg. Anlässlich der Fortsetzung der Tarifverhandlungen am Donnerstag (28. April 2016) werden die Warnstreiks ausgeweitet und von einer Demonstration am Verhandlungsort in Königswinter bei Bonn begleitet. Die Tarifverhandlungen sind bis Freitag angesetzt.

„Mit den Aktionen signalisieren die Beschäftigten, dass sich der Arbeitgeber jetzt endlich bewegen muss: Wir brauchen neben Schutz und Sicherheit auch auskömmliche Löhne“, sagte ver.di-Streikleiter Frank Sauerland.

ver.di fordert in den Tarifverhandlungen für die rund 4.700 Beschäftigten eine Anhebung der Gehälter um 120 Euro sowie den Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen. Die bevorstehende vierte Verhandlung am Donnerstag gilt als die entscheidende Runde. Weitere Termine sind bisher nicht vereinbart.

Der bundesweit tätige Immobiliendienstleister STRABAG PFS ist aus der ehemaligen Telekom-Tochter DeTeImmobilien hervorgegangen und im Jahre 2008 an den STRABAG-Konzern verkauft worden.

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