DKP in Aktion
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Anlässlich des 100. Jahrestages der Novemberrevolution führt die DKP am Samstag, den 03. November 2018, einen bundesweiten Aktionstag in Kiel durch.

Flyer als PDF

10:00 Uhr Workshops der SDAJ in Kiel
14:00 Uhr Bündnisdemonstration „Auf der Route der Matrosen“
(Die Demo wird der historischen Marschroute der aufständischen Matrosen vom ehem. Flottenstützpunkt, über diverse Firmensitze bei denen sich die Arbeiter*innen solidarisierten, bis in die Kieler Innenstadt folgen)
18:00 Uhr DKP Veranstaltung „100 Jahre Novemberrevolution – 100 Jahre KPD – Für eine Ostsee als Meer des Friedens“ mit Vertreter*innen von Kommunistischen Parteien der Ostsee-Anrainerstaaten im „Legienhof“, Gaststätte im Gewerkschaftshaus Kiel (Legienstraße 22, 24103 Kiel)

„Sozialismus oder Barbarei“
Erinnern wir an die Lehren der Novemberrevolution vor 100 Jahren

In diesen Tagen ist viel zu sehen, zu hören und zu lesen anlässlich des 100. Jahrestages der Novemberrevolution in Deutschland. Verständlich, denn dieses herausragende Ereignis hat die Geschichte Deutschlands maßgeblich verändert: Viele Dinge die uns heutzutage als selbstverständlich erscheinen wurden damals als bleibende Erfolge erkämpft, wie z.B. das Ende der imperialistischen Monarchie – und damit die Republik, betriebliche und gewerkschaftliche Rechte der Arbeiterklasse, der Acht-Stunden-Tag oder dasWahlrecht für Frauen. Bleibende Erfolge, die bis heute jedoch auch Illusionen über die angebliche Reformierbarkeit des Kapitalismus erzeugen, wenn man vergisst, dass sie revolutionär erkämpft werden mussten!

Wer sich wirklich mit den historischen Fakten der Novemberrevolution befasst, der stellt schnell fest, dass nahezu alle aktuellen Verlautbarungen versuchen die Lehren der Geschichte im Nachhinein zu klittern, sie im Sinne der herrschenden Klasse zu verdrehen, besonders wenn diese sie als Geburtsstunde der westlichen, bürgerlich kapitalistischen Demokratie darzustellen versucht.

Im Gegenteil dazu war die Novemberrevolution in Wirklichkeit der erste ernsthafte Versuch der deutschen Arbeiterklasse gegen die Not und das Elend aufzubegehren, welche ihnen die imperialistischen Monarchien im Verbund mit dem Bürgertum mittels Nationalismus, Hunger, Armut, Krieg und Ausbeutung geschaffen hatten: Die erlebte Barbarei des ersten Weltkrieges. Erstmals wagte die Arbeiterklasse den offenen Bruch mit der bürgerlich imperialistischen Herrschaft der Fürsten und des Kapitals.

Revolutionen sind Lokomotiven der Geschichte sagte Karl Marx: Unter dem Eindruck der siegreichen Oktoberrevolution in Russland wählten die revolutionären Arbeiter und Soldaten mitnichten den bürgerlich parlamentarischen Weg für Ihren Entwurf der freiheitlichen Gegenordnung, sondern gründeten vielmehr basisdemokratische Rätevertretungen, die sie hinter Forderungen nach sofortigem Frieden, gleichen Lebensbedingungen (Essen!) für alle und sozialen Rechten (Acht-Stunden-Tag) vereinten. Die vereinenden Ziele waren klar: Frieden und Sozialismus!

Nur durch das Fehlen einer wirklich ordnenden marxistischen Partei, stattdessen mit Hilfe einer angepassten und korrumpierten „Arbeiter-Elite“ in den Führungen von SPD und USPD und mit Hilfe der alten, verhassten Militärmacht gelang es dem Bürgertum den revolutionären Sturm in Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes zu zerschießen, welcher in Kiel unter der roten Fahne seinen Anfang genommen hatte.

Und heute?

100 Jahre nach der Novemberrevolution führt Deutschland wieder Kriege unter dem Schild der imperialistischen NATO. Die Bundeswehr kämpft in vielen Ländern der Welt und ist Mitverursacher von Armut, Hunger, Elend und Flucht. Wieder geht es um Rohstoffe, imperialistische Einflussgebiete und die Neuaufteilung derWelt.

Vor 100 Jahren wurde der Kieler Matrosenaufstand Fanal für die Novemberrevolution. Er richtete sich zuallererst gegen den Befehl zum erneuten Auslaufen der deutschen Kriegsflotte zu neuen sinnlosen und blutigen Seeschlachten. Heute führen Bundesmarine und NATO wieder verstärkt kriegsvorbereitende Manöver in der Ostsee durch.

Wieder wird von der „Notwendigkeit der verstärkten Einflussname Deutschlands“ gesprochen. Wieder wird Furcht vor anderen Nationen wie Russland und China geschürt. Wieder wird Furcht vor anderen Menschen und Kulturen verbreitet und Nationalismus und Hass gesät. Wieder klafft eine riesige Kluft zwischen wenigen Besitzenden und vielen die um ihr soziales Überleben ringen.

Der Imperialismus lässt die Masken fallen. Es wird Zeit, dass wir uns und andere an die wirklichen Lehren und Erfolge der Novemberrevolution erinnern, dass eine revolutionäre marxistische Partei stärker wird und Bewusstsein bei den Arbeitenden und abgehängte Menschen schafft, dass wir gegen die Militarisierung der Gesellschaft und die Kriegshetzer des Kapitals aufstehen und ihnen Widerstand entgegen setzen – für eine Ostsee als Meer des Friedens, für ein friedliches Europa und eine anti-imperialistische, sozialistische Welt!

Thorsten Lünzmann / Bezirksvorsitzender der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) Schleswig-Holstein

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von Prof. Dr. Anton Latzo

Die Novemberrevolution 1918 in Deutschland entwickelte sich als Bestandteil der weltweiten revolutionären Prozesse, die das 20. Jahrhundert charakterisieren. Der Sieg der Oktoberrevolution 1917 verwandelte nicht nur das gesellschaftliche Kräfteverhältnis innerhalb Russlands. Es waren „Tage, die die Welt erschütterten“. (John Reed) Im Inneren selbst noch bedroht, wirkte die neue Macht der Arbeiter- und Soldatenräte in Russland seit dem Tage ihres Entstehens auch auf die anderen Länder. Am nachdrücklichsten erfolgte das im Hinblick auf das brennendste politische Problem, das Problem des Friedens. Das von Lenin ausgearbeitete und vom II. Sowjetkongress verabschiedete „Dekret über den Frieden“ bezeichnete die Fortsetzung des Krieges als „das größte Verbrechen an der Menschheit“. Allen Krieg führenden Völkern und Regierungen wurde vorgeschlagen, über einen gerechten und demokratischen Frieden ohne Annexionen und Kontributionen sofort Verhandlungen aufzunehmen. Das Dekret wandte sich zum ersten Mal direkt an die Volksmassen und forderte sie auf, entschlossen für die Beendigung des Krieges zu kämpfen.
Der gemeinsame Kampf um die Verwirklichung dieser Ziele verdeutlichte auch in internationalem Maßstab den sozial progressiven und revolutionären Kräften den Zusammenhang zwischen dem Kampf für den Frieden und dem Kampf gegen die zunehmende Ausbeutung, gegen die reaktionären politischen Verhältnisse als auch gegen die antinationale, aggressive, militaristische und imperialistische Politik. Er verdeutlichte: Kampf um den Frieden ist Klassenkampf!
Die Spartakusgruppe stellte in einem Aufruf „Die Stunde der Entscheidung“ im Dezember 1917 fest: „Wenn Russland, das gestern noch zaristisch war, heute eine von sozialistischen Arbeitern beherrschte Republik ist, dann ist es auch in Deutschland für andere Zustände Zeit. Nur durch Massenkämpfe, durch Massenauflehnung, durch Massenstreiks, die das ganze wirtschaftliche Getriebe und die gesamte Kriegsindustrie zum Stillstand bringen, nur durch Revolution und die Erringung der Volksrepublik in Deutschland durch die Arbeiterklasse kann dem Völkermord ein Ziel gesetzt und der allgemeine Frieden herbeigeführt werden.“. (Dokumente und Materialien zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Berlin 1957, Bd. 2, S. 51)
Revolutionäre Stimmung in Europa Als bekannt wurde, dass die Regierungen Deutschlands und seiner Verbündeten die Friedenserwartungen (Brest-Litowsk) getäuscht und die Völker betrogen hatten, entstanden die machtvollsten Massenaktionen, die es bis dahin in Europa gegeben hat. Mitte Januar brachen zuerst in der Habsburger Monarchie politische Massenstreiks aus. In Wiener Neustadt begann am 14. Januar ein politischer Massenstreik. In wenigen Tagen breitete er sich über fast alle Teile Österreich-Ungarns aus. Die streikenden Arbeiter bildeten Arbeiterräte und forderten sofortigen Frieden ohne Annexionen, demokratisches Wahlrecht und bessere Versorgung. Im damaligen Brünn, in Budapest, Prag, Wien und anderen Städten kam es zu Demonstrationen und Zusammenstößen mit der Polizei. Die österreichische Regierung war gezwungen, den Wiener Arbeiterrat anzuerkennen und seinen Forderungen nachzugeben. Den rechten sozialdemokratischen Führern ist es aber gelungen, am 20. Januar den Kampf abzubrechen. Am 1. Februar begann auf den österreich-ungarischen Flotteneinheiten im Kriegshafen von Cattaro ein Matrosenaufstand. Ende Januar brachen im industriellen Süden von Finnland revolutionäre Aktionen aus. Die Arbeiter bildeten eine Rote Garde und besetzten die Hauptstadt Helsinki, wo der Rat der Volkskommissare Finnlands gebildet wurde. Ende Januar kam es auch in England und Frankreich zu Massenstreiks für den Frieden. Lenin schätzte im Dezember 1918 ein: „Jetzt sind wir nicht mehr allein. Jetzt ist Revolution in Berlin, in Österreich, in Ungarn; selbst in der Schweiz, in Holland und in Dänemark, in diesen freien Ländern, die den Krieg nicht gekannt haben – selbst dort wächst die revolutionäre Bewegung, und die Arbeiter fordern dort bereits die Organisierung von Räten.“ (W.I. Lenin, Werke, Bd. 28, S.364)
In Deutschland wird gekämpft Die Kampfbereitschaft der deutschen Arbeiterklasse kam in dem Ende Januar 1918 in Berlin ausgebrochenen Massenstreik zum Ausdruck, der das ganze Gefüge des deutschen Imperialismus erschütterte. Von der Spartakusgruppe und den revolutionären Obleuten vorbereitet, verließen am in Berlin am 28. Januar 1918 mehr als 400.000 Arbeiter die Betriebe. 414 gewählte Betriebsvertrauensleute traten zusammen und konstituierten sich als Groß-Berliner Arbeiterrat. Sie beschlossen Forderungen, wie die nach Herbeiführung des Friedens ohne Annexionen und Kriegsentschädigungen und einer tiefgreifenden Demokratisierung der gesamten Staatseinrichtungen. Es wurde ein Aktionsausschuss gewählt, dem die Leitung des Streiks übertragen wurde, an dem sich mehr als eine Million Arbeiter beteiligten. Nach bürgerkriegsähnlichen Zusammenstößen mit der Polizei verschärften die Militärbehörden den Belagerungszustand über Berlin, setzten außerordentliche Kriegsgerichte ein und stellten sieben große Rüstungsbetriebe unter militärische Leitung. Verhängnisvoll wirkte sich in dieser Situation aus, dass die im Arbeiterrat vertretenen opportunistischen Vertreter aus der SPD und USPD „mit der bestimmten Absicht in die Streikleitung“ eingetreten waren, „den Streik zum schnellsten Abschluss zu bringen“. (Friedrich Ebert) Später, im Magdeburger Reichspräsidentenprozess 1924 gab Philipp Scheidemann die Handlangerdienste rechter sozialdemokratischer Führer für die imperialistische und militaristische Reaktion offen zu. „Wenn wir nicht in das Streikkomitee hineingegangen wären, dann wäre der Krieg und alles andere meiner festen Überzeugung nach schon im Januar erledigt gewesen … Durch unser Wirken wurde der Streik bald beendet und alles in geregelte Bahnen gelenkt. Man sollte uns eigentlich dankbar sein …“(Karl Brammer, Der Prozess des Reichspräsidenten, S. 89, Zit. nach: Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Berlin 1966, Bd. 3, S. 33) Dieses Verhalten trug aber nicht nur zur Niederschlagung des Januarstreiks bei. Es befreite nicht nur die Herrschenden vom Alpdruck der revolutionären Bewegung im Inneren. Es ermöglichte der deutschen Reaktion, ihre imperialistischen Forderungen gegenüber der Sowjetmacht, unter für sie erleichterten inneren Bedingungen, zu verstärken
Trotz der Niederschlagung dieser Streikaktionen wurde die antiimperialistische demokratische Bewegung fortgesetzt. Vom Februar bis November 1918 wurden über 200 Streiks für wirtschaftliche, soziale und politische Forderungen durchgeführt. Die opportunistischen Kräfte setzten aber auch ihre Anstrengungen fort, durch Parlamentarisierung der Monarchie eine Revolution zu verhindern. Andererseits formulierte Karl Liebknecht im Zuchthaus von Luckau in einem Kassiber strategische Hinweise für die Spartakusgruppe: „Lehren. Parole. Auch in Deutschland die sozialistische Revolution direkt propagieren? Hinweis auf wirtschaftliche und politische Bedeutung. Notwendigkeit, Kriegsgewinne, Kriegsanleihen aller Kriegsbetriebe – Mun.- u. Waffenfabriken und des gesamten Kapitals der Kriegs- und Kriegszielinteressenten -, allen kapitalistischen Grundbesitz, alle Fabriken, Bankkapital etc.in Gemeinbesitz bringen. Für Ausrottung der Wurzeln und Quellen aller Kriegsinteressen wie der politischen Reaktion.“ (Zitiert nach: Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Berlin 1966, Bd. 3, 35)
So aus den eigenen Erfahrungen lernend und den Einfluss der Oktoberrevolution verwertend, war die Führung der Spartakusgruppe immer besser in der Lage, eine Politik und Taktik auszuarbeiten, die dem Kampf um die Beendigung des Krieges und dem Sturz des kaiserlich-imperialistischen Regimes diente und diesen mit der Ausrichtung auf den Sozialismus verband.
Sie führte am 7. Oktober 1918 in Berlin illegal eine Reichskonferenz durch. In einem Aufruf an die Bevölkerung wurden u.a. die Freilassung aller politischen Gefangenen, die Aufhebung des Belagerungszustands und die durchgreifende Umgestaltung des Heereswesens gefordert. Es hieß aber auch: „Enteignung des gesamten Bankkapitals, der Bergwerke und Hütten, wesentliche Verkürzung der Arbeitszeit, Festsetzung von Mindestlöhnen.“ Die Spartakusgruppe wies aber auch darauf hin: „Proletarier, die Erreichung dieser Ziele bedeutet noch nicht die Erreichung Eures Zieles, sie sind der Prüfstein dafür, ob die Demokratisierung, die die herrschenden Klassen und deren Agenten Euch vorflunkern, echt ist. Der Kampf um die wirkliche Demokratisierung geht nicht um Parlament, Wahlrecht oder Abgeordneten-Minister und anderen Schwindel; er gilt den realen Grundlagen aller Feinde des Volkes: Besitz an Boden und Kapital, Herrschaft über die bewaffnete Macht und über die Justiz.“ (Dokumente und Materialien zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Berlin 1957, S. 228ff) Damit bewies die Spartakusgruppe eine Reifestufe und ein wissenschaftlich-materialistisch begründetes Herangehen, das auch heute noch eine wichtige Quelle für die Erarbeitung einer wissenschaftlich begründeten revolutionären Strategie sein muss, die die Einheit von historischer Erfahrung und aktueller Situation in der Gesellschaft und in der Partei verkörpert.
Die Tage des November 1918 Die Revolution 1918 begann mit dem bewaffneten Aufstand der Matrosen und Arbeiter in Kiel. Die Matrosen verhinderten das Auslaufen der Hochseeflotte, um der britischen Flotte eine letzte Schlacht zu liefern. Sie weigerten sich, für die imperialistischen Ziele der deutschen Reaktion zu sterben. Die Bewegung erfasste bald 20.000 Matrosen und Soldaten. Sie dehnte sich sogleich auf die unmittelbare Umgebung aus. Die Erhebung erhielt ihren revolutionären Charakter als sich die Arbeiter von Kiel mit den Matrosen verbündeten. Mit dem Generalstreik der Arbeiter Kiels wurde den Herrschenden ein entscheidender Schlag versetzt und den unzufriedenen Massen im ganzen Land ein Fanal gesetzt. Ohne größerem Widerstand zu begegnen, breitete sich die revolutionäre Welle schnell entlang der Ost- und Nordseeküste aus und erfasste dann West-, Mittel- und Süddeutschland. In Berlin trat auf Druck des Spartakusbundes am 4. November der Vollzugsausschuss der revolutionären Obleute zusammen. Daran nahm auch Karl Liebknecht teil, der wenige Tage zuvor aus dem Zuchthaus entlassen wurde. Am Mittag des 9. November befand sich auch Berlin in den Händen der revolutionären Arbeiter und Soldaten. Karl Liebknecht traf an der Spitze eines Demonstrationszuges vor dem Schloss ein und rief die „freie, sozialistische Republik Deutschland“ aus. Er erklärte: „Die Herrschaft des Kapitalismus, der Europa in ein Leichenfeld verwandelt hat, ist gebrochen.“ Zugleich warnte er: „Wenn auch das Alte niedergerissen ist, dürfen wir doch nicht glauben, dass unsere Aufgabe getan sei. Wir müssen alle Kräfte anstrengen, um die Regierung der Arbeiter und Soldaten aufzubauen und eine neue staatliche Ordnung des Proletariats zu schaffen, eine Ordnung des Friedens, des Glücks und der Freiheit unserer deutschen Brüder und unserer Brüder in der ganzen Welt.“ (Karl Liebknecht, Eine Biographie in Dokumenten, Berlin 1982, S. 388)
Die Erfolge konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass in grundlegenden Fragen noch keine Entscheidung gefallen war. Das war einmal die die ökonomische Grundlage des deutschen Imperialismus, die Aufrechterhaltung des Gerüstes seiner militärischen Machtinstrumente und vor allem die Frage der politischen Macht. So konnte die SPD-Führung dem Wunsch der Obersten Heeresleitung entsprechen, und die Arbeiter- und Soldatenräte zu Organen entwickeln, die Ruhe/Ordnung im Sinne der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse gewährleisten sollten. Die revolutionäre Massenbewegung, die im Kampf um den Frieden gegen den Militarismus und monarchistisches Regime entstanden war, zerfiel so im Kampf um die Frage Rätemacht oder Nationalversammlung. Die Frage der Macht wurde nicht entschieden!
Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands Angesichts des Verlaufs und der Ergebnisse der revolutionären Massenkämpfe kam der Spartakusbund zu der Erkenntnis, dass die endgültige Trennung von der USPD und die Schaffung einer revolutionären Kampfpartei zur dringendsten Aufgabe geworden war. Am 29. Dezember 1918 beschloss eine Reichskonferenz des Spartakusbundes den Austritt aus der USPD und die Gründung einer selbständigen Partei, nachdem ein Antrag auf Einberufung eines USPD-Parteitages von der rechten Führung, die die Entlarvung ihrer anti-revolutionären Politik befürchtete, abgelehnt worden war. Mit der Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands am 30. Dezember 1918 wurde der entschiedene Bruch mit dem Opportunismus vollzogen und damit ein Grundstein für die marxistisch-leninistische Kampfpartei der deutschen Arbeiterklasse gelegt. Karl Liebknecht wies in seiner Rede die Notwendigkeit einer revolutionären Partei nach. Rosa Luxemburg erläuterte das Programm. Zum ersten Male seit dem Tode von Karl Marx und Friedrich Engels gab es in der deutschen Arbeiterbewegung wieder eine Partei, die ein marxistisches Programm besaß, das die Grundfragen des Staates und der Revolution im Interesse des Friedens und des gesellschaftlichen Fortschritts beantwortete. Das hat sich auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten als entscheidende Bedingung für die revolutionäre Perspektive, für den Erfolg oder Misserfolg der Arbeiterbewegung erwiesen.
Eine der wichtigsten Lehren aus der Entwicklung und aus dem Kampf der Arbeiterbewegung bis zu diesem Zeitpunkt bestätigt die Erfahrungen, die im gesamten Verlauf der Kämpfe des 20 Jahrhundert gemacht wurden: Seit 1848 hat sich die kommunistische Bewegung immer dann als gesellschaftlich und politisch wirksame Kraft erwiesen, wenn sie sich auf die marxistische Theorie gestützt hat. Auf der Grundlage des Kommunistischen Manifests entwickelte sich die I. Internationale, die Klassenkampf und Internationalismus als Grundsätze vertrat. Die Relativierung dieser Programmatik führte zu Opportunismus, Revisionismus, zur Negierung des Klassenkampfes und des proletarischen Internationalismus. Sie erleichterte die Verwirklichung des Imperialismus in Ausbeutung und Krieg. Erst die Rückkehr zum Marxismus, durch Lenins theoretischer und praktischer Tätigkeit entscheidend bestimmt und in der Oktoberrevolution praktiziert, ermöglichte die Rückkehr des revolutionären Geistes, des revolutionären Denkens und Handelns und der Perspektive der Befreiung der Menschen von Ausbeutung und Unterdrückung, von Terror und Krieg.

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Presseschau zum Pressefest

Das 20. UZ-Pressefest ist vorbei. Ein kleiner Überblick, was andere über uns schrieben:

Schon am Mittwoch schrieb Markus Bernhard in der „Jungen Welt“: Feiern und kämpfen – DKP richtet am kommenden Wochenende das 20. UZ-Pressefest in Dortmund aus. Zehn Bühnen und zwölf Zelte für Kultur und Diskussion und führte mit dem UZ-Chefredaktuer Lars Mörking ein Interview: „Ein sportliches Wochenendprogramm“ – Kleine Partei, großes Fest. Ein Gespräch mit Lars Mörking

Das Nachrichtenportal „RedGlobe“ schrieb am vergangenen Freitag: Das größte Fest der Linken

Arnold Schölzel schrieb am vergangenen Freitag in der „Jungen Welt“: „Die USA brauchen eine bolivarische Revolution“ – Eindrücke vom 20. UZ-Pressefest der DKP in Dortmund-Wischlingen

André Scheer schrieb am vergangenen Samstag in der „Jungen Welt“: Gemeinsame Front – Vertreter kommunistischer Parteien aus aller Welt prangerten in Dortmund imperialistische Politik an

Claus-Dieter Stille schrieb am vergangenen Montag auf „nordstadtblogger.de“: Starke Zeichen für Solidarität, Frieden und Gerechtigkeit beim UZ-Pressefest in Wischlingen – Viel Kunst und Kultur 

Jens Walter sprach am vergangenen Dienstag in der „Jungen Welt“ mit den Künstlern auf dem UZ-Pressefest : Was ist Gegenkultur? – Ein Gespräch unter Künstlern auf dem UZ-Pressefest

Das Nachrichtenportal „RedGlobe“ veröffentlichte am vergangenen Dienstag den Redebeitrag des Sekretärs des ZK der KP der Donezker Volksrepublik, Stanislaw Retinskij

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Das UZ-Pressefestprogramm

Das Programm des 20. UZ-Pressefestes kannst du hier herunterladen.

Mehr Informationen zum UZ-Pressefestes findest du unter pressefest.dkp.de

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UZ-Extra zum Pressefest

Das UZ-Extra zum UZ-Pressefest der DKP am 7. und 9. September 2018 in Dortmund ist erschienen und kann hier als PDF heruntergeladen werden.

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Der marxistische Philosoph und Historiker Domenico Losurdo ist tot, das teilte die von ihm mitbegründete Kommunistische Italienische Partei (PCI) in der vergangenen Woche mit. Er starb am 28. Juni im Alter von 77 Jahren.

Mit Domenico verliert nicht nur die DKP einen wichtigen politischen Freund und theoretisch äußerst anregenden und wichtigen weltanschaulichen Orientierungspunkt. Er hat nach dem Sieg der Konterrevolution in der DDR, der UdSSR und den anderen sozialistischen Staaten mit seinen philosophischen und historischen Arbeiten vielen Kommunistinnen und Kommunisten in unserem Land Mut zum Weiterkämpfen gegeben.

Hans-Peter Brenner,
Stellvertretender Vorsitzender der DKP

Die UZ – Unsere Zeit, der Zeitung der DKP widmet Domenico Losurdo eine ganze Seite in ihrer kommenden Ausgabe.

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Stifte mit Köpfen

Die Lehrlingsbewegung – das 1968 der Arbeiterjugend

Die politischen Kämpfe wie der Kampf gegen die Notstandsgesetze und den verbrecherischen Krieg der USA in Vietnam spiegelten sich auch in der Arbeiterjugend wider. Die Lehrlingsbewegung, die 1968 begann und bis etwa 1972 in der BRD große Teile der Arbeiterjugend eingebunden hat, war Teil dieser Kämpfe.
Während der massiven Streikbewegung im Jahre 1969 in der Metallindustrie und im Bergbau traten Lehrlinge immer häufiger eigenständig und öffentlich auf. Viele Lehrlinge waren an diesen Aktionen beteiligt.
Die Erfahrungen der Solidarität in diesen Arbeitskämpfen ließ viele Jugendliche mutiger werden. Im April gab es zahlreiche Mobilisierungsaktionen der Lehrlinge – im Jargon „Stifte“ genannt – für die bevorstehenden Maikundgebungen. In Hamburg, Berlin und Köln beteiligten sich Lehrlinge offen mit Parolen wie „Klassenkampf statt Sozialpartnerschaft“ an den Kundgebungen des DGB. Die Redner auf der Kundgebung auf dem Hamburger Rathausmarkt mussten ihre Reden begleitet von Sprechchören von schätzungsweise 3 000 Lehrlingen vortragen.
Bei der rasanten Entwicklung der Lehrlingsbewegung ist so manchem der Schrecken in die Glieder gefahren. Der Bourgeoisie, weil man dem „deutschen Lehrling“ dieses Aufbegehren nicht zugetraut hat, aber auch so manchem SPD-nahen Gewerkschaftsvorstand.
Auslöser und Kern dieser Lehrlingszentrumsbewegung waren Proteste gegen Missstände und Ungerechtigkeiten in der Ausbildung. In den Meisterbuden galten die Sprüche wie „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ und „Stift, geh mal Bier holen“. Junge Lehrlinge organisierten sich selbstbewusst gegen eklatante Verstöße gegen das Berufsbildungsgesetz und das Jugendarbeitsschutzgesetz. Mit zahlreichen Aktionen wurden die Praktiken der Ausbildungsbetriebe an den Pranger gestellt. Dazu gehörte: Massenhaft berufs- und ausbildungsfremde Tätigkeiten, verbunden mit dem Zwang zum Schönen der Berichtshefte während der Ausbildung, unzureichende betriebliche Vorbereitungen im Betrieb für die für die Prüfungen, unzulässige Nachtarbeit, unbezahlte Überstunden und zahlreiche Verstöße mehr wurden aus der Anonymität der Betriebe öffentlich in die Diskussion gebracht. In manchen Städten fegten die Lehrlinge die Innenstädte sauber, um ihre Ausbildungsrealität darzustellen. Auf ihren Transparenten war zu lesen: „Brauchst du ’nen billigen Arbeitsmann, dann schaff dir einen Lehrling an!“ Die Betriebe mit den größten Missständen wurden geoutet – sehr zum Entsetzen der bis dahin unangefochtenen „Lehrherren“.
Diese Aktionen haben tausende politisierte Jugendliche hervorgebracht. Lehrlinge haben vielfach in ihrem Kampf um bessere Ausbildung ein antikapitalistisches Bewusstsein entwickelt. Und wenn die „Flöhe“ (das war die Kölner Polit-Rock-Band Floh de Cologne) die erste deutschsprachige Rockoper „Profitgeier“ präsentierten, füllten hunderte Lehrlinge die Säle – und neues Bewusstsein deren Hirne.
Mitte der siebziger Jahre löste sich die Lehrlingsbewegung auf. Die krassesten Verstöße gegen Berufsbildungs- und Jugendarbeitsschutzgesetz waren zurückgedrängt. Viele der mittlerweile auch ausgelernten Jugendlichen führten die politische Arbeit weiter fort, in den Gremien der Gewerkschaftsjugend, teilweise ging sie auch in der sogenannten „Jugendzentrenbewegung“ auf. Auch wuchs die Erkenntnis, sich über die Gewerkschaften hinaus organisieren zu müssen. Der Weg vieler der Aktiven führte auch in die Reihen der politischen Jugendverbände wie den Jusos und der SDAJ und in die Parteien SPD und DKP.
Nur vereinzelt gab es Aktionen in den Einzelgewerkschaften, die an die Lehrlingsbewegung anknüpften. So zum Beispiel die Aktion „Macht Stifte mit Köpfen!“ der Postgewerkschaftsjugend, mit der 1976 für den Postjungboten im einfachen Postdienst eine Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz erreicht werden konnte.

Erschienen in der UZ vom 13.04.2018

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Alexxx1979/Wikimedia Commons/CC BY-SA 4.0

Das Denkmal „Mutter-Heimat ruft!“ wurde 1967 nach einem Entwurf des Bildhauers Jewgeni Wutschetitsch errichtet und erinnert an die Schlacht von Stalingrad.

Am 2. Februar 1943 endete die Schlacht um Stalingrad
Mitte Juli 1942 begannen die Truppen der faschistischen Wehrmacht und ihrer Verbündeten den Sturm auf Stalingrad Es entbrannte die entscheidende Schlacht des zweiten Weltkrieges. Trotz pausenlosen Einsatzes neuer Kräfte konnten die Faschisten die Stadt, die von ihnen vollständig zerstört wurde, infolge des heldenhaften Widerstandes ihrer Verteidiger nicht nehmen. Nach riesigen Verlusten mussten sie Mitte Oktober zur Verteidigung übergehen. Mitte November 1942 setzte nach sorgfältiger Vorbereitung und der Heranziehung neuer Kräfte die sowjetische Gegenoffensive ein, die zur Einschließung der bei Stalingrad stehenden 330 000 Mann starken Gruppierung der faschistischen Wehrmacht führte. Seit dem 22. November waren die 6. Armee der Wehrmacht und rumänische Einheiten völlig von sowjetischen Truppen eingekesselt. Entlastungsangriffe der Okkupanten führten nicht zum Erfolg. Ab 24. November mussten die Rationen der Eingeschlossenen halbiert, später noch weiter reduziert werden.
In seiner dokumentarischen Geschichte über die Arbeiterin Plastikowa, die Anfang der 30er Jahre in Stalingrad das erste sowjetische Traktorenwerk mit aufbaute, während der Schlacht um Stalingrad in der Stadt blieb und nach dem Krieg am Wiederaufbau beteiligt war, beschrieb Josif Gummer die Situation in den letzten Wochen der Schlacht. Nicht nur die kämpfenden Soldaten gehörten zu den Helden, sondern auch Zivilisten, wie die Arbeiterinnen und Arbeiter der Panzerfabrik, die die Produktion so lange wie möglich in Gang hielten, dann andere Aufgaben übernahmen: „(…) dennoch wurde es von Tag zu Tag etwas leichter. Die Kräfte der Deutschen ließen nach, ihre Angriffe waren nicht mehr so wütend wie früher, die Feuerkraft hatte abgenommen. Manchmal waren sogar ganz stille Stunden. Dann sammelten die Komsomolzen Kinder ein und brachten sie in ihren Unterstand. Und da kamen viele Kinder zusammen: Sie waren von ihren Eltern getrennt worden, oder sie hatten Vater und Mutter für immer verloren.
(…) Gar nicht weit vom Ufer entfernt war der steinerne Keller irgend eines Gebäudes erhalten geblieben. Chupawyj, Schekowetz und Kusnetzow steckten verbranntes Eisen in die Einschlaglöcher. Die anderen Komsomolzen brachten Reste von Matratzen und allerhand alte Sachen zusammen. Und schon hatten sie einen akzeptablen und – was das Wichtigste war – sicheren Kindergarten mit dicken Steinmauern, die gegen Gewehrfeuer und Granatsplitter schützten.
Es ging auf Neujahr zu (…)
„Die Soldaten haben gesagt, dass im Garten zwei Fichten heil geblieben sind. Wollen wir’s probieren?“ Zu dritt krochen sie los: die Plastikowa, Chupawyj und Schekowetz.
Es dunkelte bereits. Die Schießereien hatten fast aufgehört. Manchmal ging eine Mine hoch, und Geschosse pfiffen durch die Luft. Ohne den Kopf hochzurecken, krochen die drei über das zerschossene Niemandsland zu dem dunklen Garten. (…) Jetzt musste man ein paar ordentliche Zweige abreißen und dann nichts wie zurück.
Chupawyj erhob sich, und im selben Augenblick ertönte ein Schuss Eine Kugel pfiff über seinen Kopf hinweg.
„Leg dich hin“, flüsterte die Plastikowa.
Der Schuss konnte zufällig sein. Hauptsache, man rührte sich jetzt nicht und verriet mit keiner Regung seine Anwesenheit. So, schon gut. Noch ein bisschen warten. Jetzt konnte man’s nochmal versuchen. „Pf … pfff … “ Oh, großer Mist. Sie haben uns bemerkt. Nur gut, dass sie bloß ein MG haben. Wenn sie eine Mine werfen, ist es aus. – Was machen wir jetzt? Unmöglich, nach so einer gefährlichen Exkursion mit leeren Händen zurückzukommen.
Chupawyj stieß die Plastikowa an und zeigte ihr den Bindfaden, den er mitgenommen hatte.
„Wirf ihn da hin. Nur steh nicht allzu hoch auf.“
Als sie ziemlich viel Zweige beieinander hatten, krochen sie zurück. Der Rest war dann ein Kinderspiel: sie banden die Zweige zusammen, befestigten sie an einem hölzernen Untergestell. Es fragte sich jetzt nur noch, wie man diesen Weihnachtsbaum schmücken sollte. Ein Soldat schaute zu ihnen in den Unterstand. „Ich hab gehört, ihr macht für die Kinder einen Weihnachtsbaum? Na, vielleicht passen da meine Sächelchen dazu?“
Er brachte Patronenhülsen an, in denen Holzstöckchen staken und darauf Papierfiguren: ein Hahn mit grünem Kamm, ein Huhn mit drei Beinen und ein Hund ohne Schwanz. (…)
Abends am 3l. Dezember brachte man durch Gräben und Verbindungswege die Kinder in den Keller. (…)
Hinter den steinernen Wänden des Kellers trommelten die Einschläge von MG-Feuer, das Rattern von Maschinenpistolen war zu hören und das helle Pfeifen von Gewehrkugeln …
Am 2. Februar hörte man neben dem Unterstand eine laute Schießerei. Es wurde in die Luft geschossen. Von allen.
„Was ist denn los?“ verwunderte sich die Plastikowa.
„Schluss! Aus! Die Deutschen haben sich ergeben!“
Irgendwer umarmte sie. Dann umarmte auch sie jemanden. Sie sah ihre Komsomolzen mit den Soldaten zusammenstehen, dabei die herumspringenden Kinder. Etwas weiter entfernt Chupawyi und Sehekowetz … Und wie im Traum ging sie zur Fabrik. Dorthin, wo sie ihre Jugend verbracht hatte, wo viele Freunde und Genossen ihr Leben verloren hatten, wo Tage und Nächte lang die Kämpfe gewütet hatten …“ (Wassil Bykow/ Josif Gummer: Alarm, Kleine Arbeiterbibiothek, München 1977)
Am Morgen des 31. Januar waren Truppen der Roten Armee in das Kaufhaus „Univermag“ eingedrungen, in dessen Keller sich das Hauptquartier der 6. Armee befand. Nach weiteren Angriffen der Roten Armee auf die noch verbliebenen deutschen Stellungen gab Generalmajor Roske, Kommandeur der 71. Infanterie-Division, im Südkessel auf. Im Hauptquartier der 6. Armee begannen die Übergabeverhandlungen. Am gleichen Tag kapitulierte auch der von Generaloberst Heitz befehligte Mittelkessel. Die Reste der deutschen und rumänischen Truppen im Nordkessel ergaben sich am 2. Februar 1943. Damit endete die Schlacht um Stalingrad mit dem vollständigen Sieg der Roten Armee. Viktor Nekrassow, der die gesamte Schlacht um Stalingrad als stellvertretender Kommandeur eines Pionierbataillons an vorderster Front durchlebt hatte, schrieb in einem Buch, das er gleich nach Kriegsende – von schwerer Verwundung gezeichnet – ohne alle schriftstellerischen Vorkenntnisse – verfasste: „Wir kamen nach Stalingrad als fast Zerschlagene und haben trotzdem fünfeinhalb Monate ausgehalten. (…) Sicher, wir waren schwächer, auch technisch schlechter ausgerüstet. (…) Aber verteidigt haben wir unsere Häuser, unsere Familien.“ (Viktor Nekrassov: „Stalingrad“, Berlin 1954)

Vorab aus der UZ vom 02.02.2018

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Max Reimann, KPD-Vorsitzender und DKP Ehrenvorsitzender spricht an die neuen Genossen
Tonaufnahme von der konspirativen Schallplatte „Dichter und Bauern“, 1960

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