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Nina Hager zum 80. Geburtstag von Egon Krenz

Er gilt den bürgerlichen Medien immer noch als „Honeckers Kronprinz“, als DDR-Nostalgiker und SED-„Betonkopf“, der – unbelehrbar – nach wie vor zum Sozialismus stehe. Egon Krenz, im Herbst 1989 letzter Generalsekretär der SED, wurde am vergangenen Sonntag 80 Jahre alt. In seinem Heimatort Ribnitz-Damgarten zwischen Rostock und Stralsund wird er diesen Geburtstag aber eher ruhig begangen haben. Wenige Tage zuvor war seine Frau Erika, mit der er  fast 56 Jahre zusammengelebt hatte, gestorben.
Geboren wurde Egon Krenz am 19. März 1937. Mit 16 wurde er Mitglied der FDJ, in der er von Anfang an aktiv war. 1961 wurde er Sekretär des Zen­tralrates der FDJ. Seine guten Russischkenntnisse erwarb er sich gewiss auch während seines Studiums von 1964 bis 1967 an der Parteihochschule der KPdSU in Moskau.
Später arbeitete Egon Krenz wieder als Sekretär im Zentralrat der FDJ, von 1971 bis 1974 war er zugleich Vorsitzender der Pionierorganisation. Von 1974 bis 1983 hatte er die Funktion des Ersten Sekretärs des Zentralrates der FDJ inne und übernahm zunehmend auch Funktionen in  der SED, wurde Mitglied des Zentralkomitees (1973), Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK (1983), Stellvertreter des Vorsitzenden des Staatsrates.
Im Herbst 1989, als die SED und ihre Führung bereits weitgehend ihre Handlungsfähigkeit eingebüßt hatten, wurde er am 18. Oktober Nachfolger von Erich Honecker als Generalsekretär und wenig später auch als Staatsratsvorsitzender. Für viele Mitglieder der Partei war das – angesichts der sich täglich dramatisch verschlechternden Situation – damals eine viel zu späte Entscheidung. Handlungsspielräume blieben kaum. Doch auch durch sein Handeln verhinderte er, dass es im Oktober und November zum Schusswaffeneinsatz bei Demonstrationen und der Grenzöffnung kam. Die Entwicklung war nicht mehr aufzuhalten, als am  9. November 1989 die Staatsgrenzen nach Berlin-West und zur Bundesrepublik geöffnet wurden.
Am 3. Dezember 1989 trat das Politbüro des ZK der SED geschlossen zurück. Ein Arbeitsausschuss wurde eingesetzt, der einen Sonderparteitag vorbereiten sollte. Egon Krenz gab am 6. Dezember auch den Vorsitz des Staatsrates ab. Im Januar 1990 legte er sein Volkskammermandat nieder. Er wurde – wie andere verantwortliche Genossen – aus der inzwischen umbenannten SED-PDS unter Gregor Gysi ausgeschlossen.
Nach 1990 wurde er, wie auch viele andere, die in der DDR Funktionen übernommen hatten, ausgegrenzt und juristisch verfolgt. Als Mitglied des Politbüros und verantwortlicher ZK-Sekretär für Sicherheitsfragen, Jugend, Sport, Staats- und Rechtsfragen wurde er – gemeinsam mit den früheren Mitgliedern des Politbüros Werner Kleiner und Günter Schabowski – wegen der Todesopfer an der Staatsgrenze der DDR (laut Anklage „innerdeutsche Grenze“) nach Berlin-West und zur BRD angeklagt. Die Verfahren gegen weitere Mit­angeklagte mussten wegen Todes bzw. Verhandlungsunfähigkeit eingestellt werden. Egon Krenz verteidigte sich vor Gericht brillant, wies Vorverurteilungen und Geschichtsfälschungen zurück, wies nach, dass weder die Anklage noch das Gericht Entlastendes zur Kenntnis nahmen. Mehrfach gab es Beifall von Zuhörern, unter ihnen auch immer mehrere Mitglieder der DKP, denen prompt die richterliche Drohung folgte, den Saal räumen zu lassen. Mit Sicherheit spielte diese unbeugsame Haltung bei der Strafzumessung eine entscheidende Rolle: Im August 1997 verurteilte eine große Strafkammer des Landgerichts Berlin Egon Krenz „wegen Totschlags in vier Fällen“ zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten. Diese musste er Anfang 2000 antreten und blieb vier Jahre gefangen.
Doch beugen ließ er sich nicht. Das konnten auch viele Besucherinnen und Besucher der Pressefeste der UZ, auf denen er an Diskussionsrunden teilnahm,   feststellen. Noch heute ist er aktiv, schreibt Bücher, diskutiert, hält Vorträge – demnächst in Minsk.
In den bürgerlichen Medien wurde ihm in den letzten Tagen – soweit sie überhaupt Notiz nahmen – angekreidet, dass er nach wie vor zum ersten sozialistischen Staat auf deutschem Boden, zur DDR, steht und die Legitimität des Sozialismus verteidigt. Dabei ist er kritisch, sucht er nach Ursachen der Niederlage und Antworten auf die Frage, was „ist bewahrenswert am gewesenen Sozialismus, und was darf sich nicht wiederholen?“: Angekreidet wird ihm, dass er sich gegen die Verfälschung der Geschichte wendet. Angekreidet wird ihm, dass er nach wie vor im Sozialismus die Zukunft sieht.
Das gerade gefällt uns an Egon.

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RedGlobe

Protest der DKP vor der Sparkasse Hannover-Limmer. Andreas HartleProtest der DKP vor der Sparkasse Hannover-Limmer.

Andreas Hartle

Auch in Limmer, einem Stadtteil von Hannover, soll die Filiale der Sparkasse geschlossen werden. Überrascht und mit Unverständnis und Entrüstung reagierten zahlreiche PassantInnen und KundInnen der Sparkasse an der Wunstorfer Straße, als durch Mitglieder der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) darauf aufmerksam gemacht wurden: »Wo sollen wir dann hin?«

Auch wenn die Schließung von 19 Filialen der Sparkasse durch einstimmigen Beschluss von Vorstand und Verwaltungsrat (mit SPD-, CDU-, GRÜNEN- und AfD-Besetzung) als ausgemachte Sache erscheint, will die DKP Hannover weiterhin mit der Bevölkerung für den Erhalt der sozialen Infrastruktur in den Stadtteilen und der 200 Arbeitsplätze der Beschäftigten eintreten.

Zustellerin Sabine Huppert, die für die DKP im Wahlkreis 42 bei der Bundestagswahl antritt, erklärt: »Mit hunderttausenden Euro Jahresgehalt sollte den Vorstandsmitgliedern eigentlich eine intelligentere Lösung als die stupide Schließung von 19 Filialen einfallen. Offensichtlich interessiert es die Entscheidungsträger auch überhaupt nicht, dass in den Stadtteilen Limmer, Linden-Süd, Davenstedt und Calenberger Neustadt künftig die einzige Filiale geschlossen werden soll. Die gerade vielbeschworene soziale Gerechtigkeit scheint eine Fata Morgana zu sein.«

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Lucas Zeise zur bevorstehenden Grundgesetzänderung

Ende des Monats wird eine weitere Änderung des Grundgesetzes über die Bühne gehen. Dafür sind Große Koalitionen ja da: das Staatswesen auch juristisch an den Bedarf der Konzerne und Banken anzupassen. Die letzte große Änderung des Grundgesetzes bestand in der Etablierung der Schuldenbremse auf allen Staatsebenen. Der Zweck wurde erfüllt: Gemeinden und Länder wurden noch abhängiger von den Zuweisungen und Weisungen des Bundes gemacht. Das Fatale daran: Große Teile der Bevölkerung glauben, dass eine gesetzliche Bestimmung zur Begrenzung der Staatsschulden gut oder unvermeidbar ist. Die Schuldenbremse wird vermutlich erst dann massenhaft übertreten und vielleicht abgeschafft, wenn sie sich – in der nächsten Krise zum Beispiel – als nachteilig für die Interessen des Großkapitals erweist.
Die jetzt anstehende Grundgesetzänderung soll den Bund-Länder-Finanzausgleich neu regeln. Weil Länder und Gemeinden in mehreren Schüben Steuerquellen entzogen worden waren und weil sie – dank der Schuldenbremse – keinen Verschuldungsspielraum mehr hatten, lief eine Neuordnung der Finanzen auf einen größeren Beitrag des Bundes zu den Länderbudgets hinaus. Zugleich endet der vereinbarte Finanzausgleich zwischen den Ländern im Jahr 2020. Nach mehreren Verhandlungsrunden kam es im Herbst vorigen Jahres ziemlich plötzlich zu einer Einigung. Im Ergebnis wird der Bund an die 16 Länder 9,5 Mrd. Euro jährlich mehr bezahlen. Die Ausgleichszahlungen zwischen den Ländern entfallen. Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte den Ländern mehr geboten, als sie gehofft hatten. Dafür aber erkauft sich der Bund von den Ländern die Hoheit über den Bau von Fernstraßen.
Dieser Kompetenzzuwachs ist kein Selbstzweck. Er dient vielmehr der Privatisierung des Baus und des Unterhalts von Fernstraßen. Zusammen mit der Grundgesetzänderung soll deshalb ein Gesetz verabschiedet werden, das es dem Bund ermöglicht, eine privatrechtliche Gesellschaft, die „Infrastrukturgesellschaft Verkehr“, zu gründen. Sie ist der Weisung der Parlamente entzogen und übernimmt die Aufgaben der Landesbehörden für den Straßenbau. Anders als noch in den 90er Jahren ist Privatisierung heute in der Gesellschaft ein Schreckenswort. Obwohl die Presse über den Deal zwischen Schäuble und den Ländern sehr zurückhaltend, fast gar nicht oder verfälscht berichtete, ging die Regierung in die Defensive. Im Gesetz selbst wurde festgelegt, dass die privatrechtliche Gesellschaft und die Straßen selber zu 100 Prozent Eigentum des Bundes bleiben sollen. Besonders der frühere Wirtschaftsminister und SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel stellte unentwegt klar, dass eine Privatisierung der Fernstraßen „vom Tisch“ und mit ihm ohnehin nicht zu machen sei.
Gabriels Heuchelei in der Angelegenheit ist beachtlich. Denn sein Wirtschaftsministerium hatte vor zweieinhalb Jahren eine Kommission beauftragt, einen Privatisierungsplan für die Fernstraßen auszuarbeiten. Nach dessen Drehbuch wurde danach vorgegangen. (Nur Schäubles Bestechung der Länder war dessen eigene taktische Leistung.) Kern des Plans war es nie, die Straßen oder die Straßenbauämter zu privatisieren. Es geht vielmehr darum, Versicherungen, Banken und andere Finanzkonzerne Straßenbauprojekte finanzieren zu lassen. Sie können entweder Kredit hochverzinslich zur Verfügung stellen und/oder per Maut die Autofahrer zur Kasse bitten. So funktionieren schließlich die ÖPP (öffentlich-private Partnerschaften), die sich für Staat und Bürger  als teuer und schädlich herausgestellt haben.
30 000 Unterschriften hat mittlerweile ein vor drei Wochen begonnene Aufruf gegen das ÖPP-Projekt. Ungeachtet dessen schworen sich die SPD-Oberen am Rande des Inthronisierungsparteitags für Martin Schulz darauf ein, die Änderung des Grundgesetzes mit CDU/CSU im Interesse der Finanzkonzerne durchzuziehen. Ein Programm für mehr Gerechtigkeit kann der tolle Schulz ja danach immer noch ausarbeiten.
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An die streikenden Kolleginnen und Kollegen des UKGM
An die Gewerkschaft ver.di

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die DKP Gießen erklärt sich solidarisch mit Eurer berechtigten Forderung nach einer angemessenen Lohnerhöhung. Das „Angebot“ des Rhönkonzerns liegt unterhalb der Inflationsrate, bedeutet Reallohnverlust und ist unannehmbar. Eine Angleichung an die weit höhere Entgeltordnung in öffentlich-rechtlichen Krankenhäusern muss durchgesetzt werden. Euer Streik ist die richtige Antwort auf dieses unverschämte Angebot, das Eure Leistung in Eurem verantwortungsvollen Beruf grob missachtet.
Wir sind ebenfalls solidarisch mit Euch und Eurer Forderung nach Einstellung von weiteren Pflegekräften sowie einer Personalbemessungsverordnung, die die permanente Unterbesetzung beendet. Der jetzige Zustand ist nicht nur für Eure eigene Belastung untragbar sondern gefährdet auch das Wohl der Patienten, was an der hohen Zahl an Überlastungsanzeigen zum Ausdruck kommt.
Wenn derzeit etwa 800 Stellen fehlen, so ist das auch das Ergebnis der Privatisierung der beiden Uni-Kliniken, bei denen jetzt nicht mehr das Wohl der Kranken, sondern der Profit des Konzerns und die Dividende der Aktionäre oberste Priorität hat.
Die DKP fordert den Rückkauf des UKGM durch das Land Hessen.
Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um auch öffentlich für Eure Interessen gegen den Rhön-Konzern einzutreten.
Wir unterstützen Euren Streik und wünschen Euch viel Erfolg.

Mit solidarischen Grüßen

DKP Kreisorganisation Gießen
(gez. Erika Beltz)

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Ostermärsche 2017: Aufstehn für den Frieden!

Dieses Land braucht Widerstand: gegen den NATO-Aufmarsch in Ost­europa, gegen Bundeswehraufrüstung – für Frieden, Arbeit & Solidarität!

dkp-ostermatsch-2017-2Die CDU/CSU/SPD-Bundesregierung verschärft ihren Kriegskurs. Anstatt eine Verständigung mit Russland einzuleiten, wird der Konflikt mit dauerhafter Stationierung von Bundeswehreinheiten in Litauen noch angeheizt. Gleichzeitig wird eine milliardenschwere Aufrüstungskampagne gestartet – auf unsere Kosten!

Glaubt man den Worten des neuen Außenministers Gabriel, bricht nun eine völlig neue Politik gegenüber Russland an. Im Rahmen seines Russlandbesuchs Anfang März mahnte er an, man müsse versuchen, Russland zu verstehen. Er sorge sich, „dass wir zu einer neuen Aufrüstungsspirale kommen“ und mahnte „konkrete Abrüstungsschritte in Europa“ an. Ein Rückfall in den Kalten Krieg müsse „um jeden Preis“ verhindert werden.
Die Taten der Bundesregierung gehen allerdings in die entgegengesetzte Richtung: Eine militärische Drohgebärde gegen Russland jagt die nächste. Wurde im vergangenen Jahr noch mit dem NATO-Manöver Anakonda in Osteuropa die Generalprobe vorgeführt, legt die NATO jetzt nach mit dem größten Aufrüstungsprogramm seit Ende des kalten Krieges: Über 4.000 US-Soldaten werden permanent nach Polen und in andere osteuropäische Staaten verlegt – aus russischer Sicht eine riesige Provokation. Dazu kommt schweres Kriegsgerät wie Kampfpanzer, das mit deutscher Hilfe über Bremerhaven nach Osten transportiert wird.
Die Bundeswehr wird mit bis zu 500 Soldaten mit 26 Panzern und etwa 170 weiteren Militärfahrzeugen in Litauen dauerhaft stationiert.
Nach Ansicht der Kriegsministerin Ursula von der Leyen sei diese Maßnahme „genau angemessen“ und „defensiv“. Begründet wird sie mit einer angeblichen Aggressivität Russlands. Immer wieder wird Russland unterstellt, seine Nachbarländer überfallen und annektieren zu wollen. Tatsächlich verhält es sich genau andersherum: Es sind die militärisch und wirtschaftlich dutzendfach überlegenen westlichen Staaten, insbesondere der NATO und der EU, die Russland bedrängen. Die NATO ist durch ihre Osterweiterung immer näher an die russischen Grenzen heran gerückt – entgegen den Abmachungen nach Ende des kalten Krieges.Mit Hilfe des offiziell als „Abwehr“ bezeichneten Raketensystems in Rumänien und Polen soll das nukleare Zweitschlagspotential Russlands neutralisiert werden. Der bisherige nukleare Gleichstand soll zugunsten
des Westens kippen und Russland in die Knie gezwungen werden – in Wirklichkeit also ein Angriffssystem. Das Säbelrasseln der NATO wird lauter. Die Kriegsgefahr wird dadurch erhöht und die Sicherheit der Menschen in Europa aufs Spiel gesetzt.

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Gesundheit der Beschäftigten muss Vorrang haben

Von Irmgard Bobrzik im Rat der Stadt Bottrop am 14. März 2017

Die DKP begrüßt, dass die verkaufsoffenen Sonntage in diesem Jahr von elf auf sechs Sonntage reduziert werden. Die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sowie des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen hat der Inflation von verkaufsoffenen Sonntagen endlich Grenzen gesetzt.
Die DKP tritt dafür ein, dass generell keine verkaufsoffenen Sonntage in Bottrop mehr durch den Rat der Stadt beschlossen werden. Die Stadt Köln macht es vor. Dort wurden alle geplanten 30 verkaufsoffenen Sonntage in diesem Jahr gestrichen. In Essen steht dies mit 28 Sonntagen auch bevor. Ich sage, gut so! Daran sollte sich Bottrop ein Beispiel nehmen!
Die Ausweitung der Öffnungszeiten war in Bottrop ein schleichender Prozess. Zuerst wurde für maximal vier Samstage die Öffnungszeit von 16 auf 18 Uhr verlängert. Ab 2003 wurden dann erstmals für das Stadtfest im Juni und den Kirchhellener Weihnachtsmarkt im November Sonntagsöffnungen im Rat beschlossen.
Ich habe mich im Rat der Stadt für die DKP von Beginn an gegen längere Öffnungszeiten an Samstagen sowie gegen verkaufsoffene Sonntage ausgesprochen. Aus diesen Anfängen wurden später elf verkaufsoffene Sonntage in Bottrop! Es ist ein Wahnsinn!
Einen Rechtsanspruch für verkaufsoffene Sonntage hat der Einzelhandel nicht. Wir sollten daher auch in Bottrop keine verkaufsoffenen Sonntage mehr im Rat der Stadt beschließen!
Ein Hauptargument der Befürworter der Sonntagsöffnungen war stets der Hinweis auf die Sonntagsöffnungen im Centro Oberhausen. Dies entfällt künftig völlig, da nach jetziger Rechtslage verkaufsoffene Sonntage im Centro nicht mehr genehmigt werden.
Leidtragende der Sonntagsöffnungen sind vor allem die Beschäftigten im Einzelhandel und ihre Familien. Die Gesundheit der Beschäftigten muss Vorrang haben gegenüber den Geschäfts- und Gewinninteressen des Einzelhandels und der großen Kaufhauskonzerne. Ich weiß, wovon ich spreche, da ich im Pflegedienst selber oft an Sonntagen arbeiten musste!
Die Gewerkschaft ver.di, Bezirk Emscher-Lippe Süd, sowie der DGB, Region Emscher-Lippe, sprechen sich daher grundsätzlich gegen die Sonntagsöffnung im Einzelhandel aus. Öffnungszeiten an allen Werktagen im Jahr, das muss reichen! Denn jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden.
Stadtfeste habe in Bottrop eine lange Tradition. Sie finden statt für die Bürgerinnen und Bürger. Daran sollen auch die Beschäftigten des Einzelhandels und ihre Familien teilnehmen können. Deshalb sagt die DKP NEIN zu verkaufsoffenen Sonntagen!

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Eine Revue der DKP Essen bringt die angebliche Gleichberechtigung auf die Bühne

Von Olaf Matthes

Irgendwie muss man den ganzen Scheiß ja aushalten: Der Frauenarbeitskreis der DKP Essen zeigt die Rolle von Frauen in unserer Gesellschaft.

Irgendwie muss man den ganzen Scheiß ja aushalten: Der Frauenarbeitskreis der DKP Essen zeigt die Rolle von Frauen in unserer Gesellschaft.

( Peter Köster)

Ein bärtiger Zwerg hüpft über die Bühne. Er trägt Zipfelmütze, Karohemd und ein Schild: „Was wollt ihr eigentlich noch?“ Hinter der Kleiderstange mit rotem Tuch, die der Vorhang ist, wird die nächste Szene aufgebaut. Ein Finanzbeamter stelzt über die Bühne, bläst sich auf und wundert sich, womit seine Frau denn unzufrieden sein könnte – schließlich sei sie doch ganz selbstbewusst mit ihrem Mini-Job. „Ich sage ja, sie hat viel Zeit.“ Er erklärt, dass Frauen heute schließlich nicht nur Soldatin, sondern sogar Chefin von Soldaten werden können, spitzt die Lippen und fragt: „Was wollt ihr eigentlich noch?“
„Ja, es gibt größere Sorgen“ als Frauenrechte, sagt die Rednerin in der Einleitung. Gegen die Kriegspolitik der Bundesregierung und gegen rassistische Hetze seien die Frauen in der DKP aktiv. Sie macht deutlich, dass es nicht um Gleichberechtigung auf dem Papier geht. Sie berichtet vom Leben der Frauen in der DDR und erinnert an Alexandra Kollontai: „Ohne Sozialismus keine Befreiung der Frau, ohne Befreiung der Frau kein Sozialismus.“
In acht Szenen und vier Redebeiträgen gibt der Frauenarbeitskreis der DKP Essen am vergangenen Sonntag vor 150 Gästen eine Vorstellung davon, was Frauen in unserer Gesellschaft noch wollen könnten – und wie eine Perspektive der Solidarität und des gemeinsamen Kampfes aussehen könnte. Sie zeigen alten Sexismus, seine neuen Vertreter und den doppelten Druck, den Frauen in Beruf und Familie aushalten müssen.
Sie zeigen den Kneipengänger, der das quellende Brusthaar kratzt und darüber sinniert, wie wichtig der Puff um die Ecke ist – die jungen Leute müssen schließlich Druck ablassen, was sonst alles passieren könnte … Er hängt auf dem Barhocker, greift sich in den Schritt und freut sich: „Mittwoch ist Rosi-Tag“, seine Frau denkt, er ist beim Skat. Sie zeigen den reaktionären Pfarrer und die AfD-Storch, die in blauem Licht mit weißen Kreuzen in der Hand aufeinander zugehen, ein Chor singt von Beten und Arbeiten, sie leiern: „Wir trauern um die tausend Kinder, die durch Abtreibung in Deutschland ums Leben kamen.“
„Dann schwingste den Feudel halt mal ein bisschen großzügiger“ – die Rent­nerin, die im Hotel die Zimmer putzt, hat ihre Flüchtlingskollegin gedrängt, die Pause nicht schon wieder ausfallen zu lassen. Die Alte hat Rücken, und sie hat Erfahrungen: Sie schenkt Gamze ein „Käffken“ ein und erklärt, wie die mit dem Arbeitsdruck umgehen kann. „Klassenkampf im Kleinen, Mädchen!“ „Du immer Klassenkampf, Klassenkampf – wo ist Klassenkampf?“, hält die Junge dagegen. Auch dafür hat die Rentnerin einen Vorschlag.
„Ich bin ganz ruhig …“ Die junge Mutter meditiert auf dem Tisch neben dem Bild irgendeines Hindugottes. Sie ist ganz ruhig, bis schon wieder das Telefon klingelt. Die Freundin teilt mit, dass der Kuchen für die KiTa selbstgebacken und glutenfrei sein muss. Der Mann kündigt an, dass sie am Abend zum Essen mit seinem Chef zu erscheinen hat. Der Chef zitiert sie zur Telefonkonferenz, die Freundin kann den Sohn abholen – und hält die gestresste Mutter für eine Rabenmutter. „Scheiß‘ doch auf Yoga, wie soll man sich bei dem Mist entspannen!“ Mit den Füßen auf dem Tisch und dem Sektglas in der Hand ist sie ganz ruhig.
Uschi und Irmi joggen ums Publikum, Uschi steht unter Strom: Ihr Vater hat die nötige Pflegestufe nicht bewilligt bekommen. Irmi erzählt von billigen Pflegekräften aus Polen, sie schauen am Rechner nach Angeboten. Uschi weiß, dass diese Frauen ausgebeutet werden, aber sie weiß auch: „Ich schaff‘ das nicht“, und redet sich selbst ein, dass 1 500 Euro für eine Polin ja auch ganz schön viel Geld sind. Sie schlägt den Laptop zu: „Irmi, ich kauf‘ mir jetzt eine!“
Zum Schluss tragen die Schauspielerinnen ein paar der Blüten vor, die die so genannte Gleichberechtigung unter Regie von Unternehmern und Politikern treibt. Der Pausenzwerg schmeißt Bart und Mütze in die Ecke und fragt als wütende Kommunistin noch einmal: „Was wollt ihr eigentlich noch?“

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Einführungsseminar zur Einrichtung eigener Internetseiten für DKP-Gruppen

Termin: 06. Mai 2017, 11.00 – ca. 16.00 Uhr
Ort: DKP-Parteivorstand, Hoffnungsfraße 18, 45127 Essen

Um die Außendarstellung der Gruppen zu erhöhen, hat der Parteivorstand im Rahmen der Bundestagswahlen 2017 die Initiative „Jede Gruppe ihre Webseite“ gestartet. Zielsetzung ist, dass auch Gruppen ohne Genossinnen und Genossen mit Programmierkenntnissen Webseiten einrichten und regelmäßig betreuen können.
Zu diesem Zweck hat der Parteivorstand eine Internetseitenvorlage (Template) entwickelt, die den Gruppen zur Verfügung stehen soll. Diese Internetseitenvorlage bietet den Gruppen zum Beispiel die Möglichkeit:
• Eigene Artikel, Bilder oder auch Kleinzeitungen im PDF-Format zu veröffentlichen
• Eigene Termine anzukündigen
• Kontaktformulare anzubieten
• Selbstdarstellungen der Gruppe einzurichten
• Facebook-Beiträge der Gruppe automatisch auf der Internetseite zu veröffentlichen
Die genannten Funktionen können optional genutzt werden. Das heißt: Die Funktionalitäten können, müssen aber nicht von den Gruppen genutzt werden. In diesem Sinne funktioniert die Internetvorlage nach einem Baukastenprinzip.
Die Internetvorlage ist so entwickelt, dass sie sowohl auf Desktoprechnern als auch auf Tablets und Smartphones funktioniert (Responsive Design).

Jetzt anmelden!
Um die Internetseitenvorlagen einzurichten und zu betreuen, ist eine Einführung notwendig. Deshalb lädt der Parteivorstand am 6. Mai nach Essen zu einem Einführungsseminar ein. Ziel des Seminars ist, dass die Genossinnen und Genossen lernen, die Nutzung des Content-Management-Systems (CMS) „Wordpress“ zu erlernen, mit dem die Internetseiten erstellt sind.
Interessierte brauchen keinerlei Programmierkenntnisse. Grundlegende Kenntnisse im Umgang mit Computern und Internet-Browsern (Firefox, Internet Explorer usw.) werden vorausgesetzt.
Bitte beachten:
• Der Parteivorstand bietet keine Einzeleinführungen für Gruppen an. Wer also eine Einführung braucht, muss auch am Seminar teilnehmen. Wir bitten um Verständnis, aber es stellt eine Überforderung da, jeder Gruppe einzeln die Kenntnisse zu vermitteln. Der Parteivorstand stellt die Internetseitenvorlage (also die Dateien) allerdings auch ohne Teilnahme am Einführungsseminar ab Mai 2017 zur Verfügung.
• Für das Seminar stehen max. 15 Plätze zur Verfügung. Die Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgt nach Eingangsdatum der Anmeldung. Die Einführungsseminare sollen nach den Bundestagswahlen auch auf regionaler Ebene angeboten werden.
• Die Teilnahmegebühr für das Seminar beträgt 8 €. Private Übernachtungsplätze im gewissen Rahmen können ggf. angeboten werden für Genossinnen und Genossen, die eine längere Anfahrt haben. Kleine Snacks und Getränke sind in der Teilnahmegebühr eingeschlossen.
• Bitte teilt bei der Anmeldung mit, ob Ihr einen eigenen Laptop mitbringen könnt. Das wäre auch für die zukünftige Betreuung der Gruppenseite für Euch von Vorteil.
• Das Seminarangebot richtet sich ausschließlich an DKP-Mitglieder und Genossinnen und Genossen, die auf Gruppenebene die Betreuung von Internetseiten übernehmen sollen.

Weitere Infos zum Seminar erfolgen nach Anmeldung. Anmeldungen bis bis zum 15. April 2017 an: oeffentlichkeitsarbeit@dkp.de

Eine Online-Demoversion wird ab Mitte April zur Verfügung stehen.

mg

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09.03.2017

Alternative Presseschau

Wir, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der DKP-Feier zum 8. März, dem internationalen Tag des Kampfes für Frauenrechte und Frieden, erklären uns solidarisch mit den Frauen in der Donezker und Lugansker Volksrepublik und gratulieren ihnen herzlich zum Frauentag.

Ihr, die Frauen des Donbass, steht in dieser für euer Volk so schweren Zeit nicht nur an der Seite eurer Männer, sondern ihr lebt, arbeitet und kämpft mit ihnen für eine Zukunft ohneFaschismus, Krieg und Ausbeutung. Ob mit der Waffe in der Hand an der Front, an eurem Arbeitsplatz, bei eurem Engagement in gesellschaftlichen Organisationen und Parteien, in der Familie – in allen Sphären des Lebens und des Kampfes leistet ihr einen unverzichtbaren Beitrag zum Sieg.

Wir wünschen euch, dass ihr euch trotz dieser schweren Aufgaben und der harten Kampfbedingungen euer Lächeln und eure Schönheit bewahrt, dass euch Liebe und Warmherzigkeit begleiten, nicht nur an diesem Frühlingstag, sondern immer im Leben. Aber am meisten wünschen wir euch, euren Kindern und Angehörigen, euren Freunden
einen friedlichen Himmel über dem Kopf.

Gemeinsam werden wir den Kampf gewinnen und es wird der Frühling einer gerechten,
menschlichen, friedlichen Gesellschaft anbrechen.

Mit solidarischen kommunistischen Grüßen

Die Genossinnen und Genossen der DKP Berlin sowie die Gäste der Veranstaltung

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Eine Frau als Bundeskanzlerin. Bei der Bundeswehr dürfen auch Frauen das Todeshandwerk lernen, die Kriegsministerin ist eine Frau. Selbst in Aufsichtsräten von Großkonzernen finden sich Frauen – die Gleichberechtigung kommt massiv voran – da hat Frau doch am „Weltfrauentag“ was zu feiern.

Das möchten SIE UNS weißmachen. SIE, die herrschende Klasse, die daran verdient, dass Textilien vorwiegend von Frauen zu Hungerlöhnen und unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen produziert werden. SIE, die herrschende Klasse, die Krieg führt und Flucht verursacht. SIE, die herrschende Klasse, die Flüchtlinge gegen „Hiesige“, die Männer gegen Frauen ausspielt, um besser an Krieg, Flucht und Armut verdienen zu können. SIE, die herrschende Klasse, die daran verdient, dass man Frauen den gleichen Lohn vorenthält.

Die Folgen treffen UNS. Aber immer treffen sie Frauen noch härter. Da ändert eine
Bundeskanzlerin, eine Aufsichtsrätin, eine Kriegsministerin nichts, denn DIE sind Teil der Herrschaft, die die Unterdrückung der Frau zur Absicherung braucht.

Deswegen wird den Frauen weltweit, in Europa, in Deutschland auch 100 Jahre nach der Oktoberrevolution nichts anderes übrig bleiben, als um ihre Rechte zu kämpfen.

Die proletarische Revolution, der Sozialismus sie haben nicht schlagartig die Gleichberechtigung verwirklicht, aber sie hatten die Grundlagen zur Verwirklichung gelegt und manchen Fortschritt erreicht. Warum, weil sie der herrschenden Klasse die Macht entrissen hatte. Die Verbindung des Kampfes um die Gleichberechtigung der Frau mit dem Kampf gegen die herrschende Klasse ist auch heute der richtige Weg.

In diesem Sinne gratuliere ich nicht zum „Weltfrauentag“, sondern zum Kampftag für Frauenrechte, dem Internationalen Frauentag.

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