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So resümierte der Landwirtschaftsminister Gustavo Rodríguez Rollero am Ende der jährlichen Bilanz dieser Bewegung, die unter Beteiligung von Leitern und Produzenten des ganzen Landes gezogen wurde

Photo: Periódico Guerrillero

PINAR DEL RÌO – Die Fähigkeit der Städtischen, Vorstädtischen und Familialen Landwirtschaft, jedweder Unwägbarkeit zu begegnen und sich binnen Kurzem zu erholen, zeigte sich im vergangenen Jahr einmal mehr trotz Niederschlägen zur Unzeit im Westen und intensiver Dürre in der östlichen Region sowie einem Hurrikan, der erhebliche Schäden verursachte; dessen ungeachtet wurden bei Gemüsen und Frischkräutern 102 % des Plans erfüllt.

So resümierte der Landwirtschaftsminister Gustavo Rodríguez Rollero am Ende der jährlichen Bilanz dieser Bewegung, die unter Beteiligung von Leitern und Produzenten des ganzen Landes gezogen wurde

Der Minister brachte zum Ausdruck, dass die Gründungselemente der Urbanen Landwirtschaft 30 Jahre nach deren Entstehung mehr Gültigkeit denn je hätten, nun, da die Auswirkungen des Klimawandels bereits spürbar seien, und das werde auch unter ungünstigen wirtschaftlichen Bedingungen so bleiben. Dies seien gute Gründe für ihre Verstärkung und Perfektionierung, fügte er hinzu.

Als konkrete Schritte in diesem Sinne deutete er die Notwendigkeit an, jene 1.400 Hektar einzubeziehen, die noch an den von Organoponicos und Intensivobstgärten vorgesehenen 10.000 Hektar fehlten, die Versorgung des Tourismusbereichs mit Blattgemüse über das ganze Jahr zu gewährleisten und dem Gesundheitsministerium genügend Heilpflanzen zur Verfügung zu stellen, um die derzeit 70 Millionen Medizinflaschen in den nächsten Jahren auf 100 Millionen zu erhöhen.

Weiter daran zu arbeiten, die Flächenerträge zu erhöhen, ausgehend von der Qualität des Saatguts und der benutzten organischen Substanzen, stellte sich auf dem Treffen als grundlegender Aspekt der diesjährigen Ziele heraus – zusammen mit der rationellen Nutzung der erhaltenen Gerätschaften, was neben anderen Vorteilen auch eine bessere Verfügbarkeit der Bewässerung erlauben wird.

Dr. Adolfo Rodríguez Nodal, Chef der Nationalen Gruppe der Urbanen, Suburbanen und Familialen Landwirtschaft, lobte das, was in Pinar del Río erreicht wurde, der Provinz, die im Hinblick auf integrale Ergebnisse zur besten des vergangenen Jahres gewählt worden war. An zweiter, dritter, vierter und fünfter Stelle landeten in dieser Reihenfolge Sancti Spiritus, Villa Clara, Camagüey und Santiago de Cuba.

An der Zusammenkunft nahmen außerdem Santiago Pérez Castellano, Chef der Abteilung für Landwirtschaftliche Ernährung im Zentralkomitee, Gladys Martínez Verdecia, Erste Parteisekretärin Pinar del Ríos, Funktionäre des Landwirtschaftssystems und führende Beamte der Provinz teil.

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14. Februar 2107

In einer offenen Debatte des 15 Mitglieder umfassenden Organs über die Bedrohung des Terrorismus für die lebenswichtige Infrastruktur stellte die Ständige Vertreterin Kubas vor den Vereinten Nationen, Anayansi Rodríguez, fest, dass Havanna die Annahme einer allgemeinen Konvention über die Geißel sowie den Aufruf zu einer Weltkonferenz zur Förderung einer Reaktion dieser Art unterstützt.

«Wir lehnen die Doppelmoral und die Selektivität in der Behandlung dieses Themas ab und verurteilen sie. Der Kampf gegen den Terrorismus darf nicht als Vorwand für Einmischung und Intervention, Aggression noch für Verletzungen des internationalen Rechts und der Menschenrechte benutzt werden», stellte sie auf dem Forum fest.

Die Diplomatin forderte desweiteren die Unterbindung der Finanzierung, Ausrüstung, Ausbildung, Waffenlieferungen und Unterstützung aller Art für extremistische Gruppen, die in vielen Teilen der Welt Gewalt und Zerstörung säen.

Rodríguez bestätigte die Verpflichtung Kubas im Kampf gegen den Terrorismus und erinnerte daran, dass ihr Volk am eigenen Leib unter Terrorakten gelitten hat, die aus dem Ausland organisiert, finanziert und ausgeführt wurden und fast 3 500 Tote und über 2 000 Behinderte hervorriefen.

Desweiteren bestand sie darauf, dass das Karibikland niemals erlaubt hat noch erlauben wird, dass sein Territorium benutzt wird, um diese Aktionen gegen andere Staaten auszuführen, zu planen, anzuspornen, zu decken oder zu finanzieren, ohne jede Ausnahme.

Bezüglich kommender Herausforderungen in der Bekämpfung der Geißel wie der Anwendung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (TIC), appellierte Rodríguez an die Anstrengung aller Länder, um dem Problem zu begegnen.

Entscheidend sei, ein international verbindliches Instrument innerhalb des Systems der Vereinten Nationen zu schaffen, das die Anwendung der TIC regelt und ihre Nutzung in Übereinstimmung mit dem Internationalen Recht gewährleistet, insbesondere der Charta der Vereinten Nationen.

Die Offene Debatte des Sicherheitsrates ermöglichte die einstimmige Annahme der Resolution 2341, die auf die Stärkung der Mechanismen zur Vorsorge und Reduzierung der Auswirkungen der Terroraktionen gegen die zivile lebenswichtige Infrastruktur gerichtet ist.

Die Teilnehmer am Event brachten ihre Besorgnis bezüglich der Angriffe von Gruppen wie des Islamischen Staates, Boko Haram, Al Qaeda, Al Shabaab und der Front Al Nusra gegen Krankenhäuser, Schulen, Transportnetze und Grundversorgungseinrichtungen wie Energie und Wasser zum Ausdruck.

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Legende des antifaschistischen Liedes

Von Tobias Kriele

( Jochen Vogler / r-mediabase.eu)

Unter großer Anteilname der kubanischen Öffentlichkeit schlossen Esther Bejarano und die Rap-Band „Microphone Mafia“ am Freitag, dem 13. Januar, ihre gemeinsame Kuba-Tournee ab.
In eine Hommage verwandelte sich die Abschlussvorstellung, auch wenn die Sängerin selbst wegen Erkrankung nicht anwesend sein konnte. Kurzfristig hatte die „Microphone Mafia“ Musiker aus der kubanischen Rap-Agentur auf die Bühne eingeladen, und diese erwiesen freestyle der ehemaligen Akkordeonspielerin des Mädchenorchesters von Auschwitz ihren Tribut.
Es war das vierte Konzert am dritten Ort innerhalb von sechs Tagen. Ihren furiosen Auftakt fand die Tournee im Palacio de la Rumba im Zentrum Havannas, in Anwesenheit des deutschen Botschafters. Auch in Camagüey sprang der Funken auf das Publikum über. Auf Einladung der Künstlerorganisation „Hermanos Saíz“ und unter Anwesenheit hochrangiger Vertreter der Kulturpolitik tanzte am Ende der ganze Saal zu kölschen und jiddischen Liedern. Junge kubanische Künstler überreichten im Anschluss ein exklusiv angefertigtes Porträt.
Im Jugendzentrum „Mejunje“ in der Che-Guevara-Stadt Santa Clara erreichten Esther Bejaranos Lieder ein vor allem junges Publikum. Neben warmem Applaus ergoss sich hier über die Musiker leider auch ein Regenguss mit Folgen, zog sich Esther Bejarano doch eine problematische Erkrankung der Atemwege zu, die ihr die Teilnahme am letzten Auftritt der Gruppe unmöglich machen sollte.
Neben den Konzertauftritten absolvierte die Gruppe ein intensives kulturelles und politisches Beiprogramm. Die jüdische Gemeinde in Kuba empfing die Auschwitz-Überlebende mit großen Ehren. David Prinstein, Vize-Präsident der Comunidad Hebréa de Cuba, erklärte bei einem gemeinsamen Besuch eines Mahnmals für die Opfer der Shoa auf dem jüdischen Friedhof in Guanabacoa, dass für die jüdische Gemeinde in Kuba der Holocaust eine Erinnerung an die verschiedensten Gruppen von Verfolgten verlange, nicht ausschließlich an die der Juden. Auch das traditionelle Gebet „Frieden für Israel“ müsse als der Wunsch nach Frieden für die ganze Welt verstanden werden. Prinstein betonte, dass die jüdische Gemeinde in Kuba sich als privilegiert betrachte, angesichts unbegrenzter Möglichkeiten der Religionsausübung auf der einen und der gesellschaftlichen Abwesenheit von Judenhass auf der anderen Seite. Kuba sei wahrscheinlich das einzige Land auf der Welt, so Prinstein, in dem die Synagogen keines bewaffneten Schutzes bedürfen.
Esther Bejarano hatte ihrerseits bereits zuvor auf einer Pressekonferenz deutlich gemacht, dass ihr Wunsch, nach Kuba zu reisen, aus dem Interesse rühre, den Fortschritt der Überwindung von Antisemitismus und Rassismus in einem Land zu erleben, dessen Regierung sich in der Vergangenheit mehrfach ausdrücklich für das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat eingesetzt hatte. Sie machte dabei auch deutlich, dass die aggressive Position der israelischen Regierung sie dazu veranlasst hatte, in den 1960er Jahren Israel zu verlassen und sich wieder in Deutschland, im Land der Täter wie sie sich ausdrückte, anzusiedeln.
Die Bedeutung, der dieser Tournee in Kuba zugemessen wurde, zeigt sich auch in der ausführlichen Berichterstattung. Fast täglich wurden Ausschnitte von der Pressekonferenz und der Konzerte in den kubanischen Medien gebracht, mehrfach berichtete das kubanische Tagesschau-Pendant „Noticiero Nacional“. Die größte Tageszeitung „Granma“ nannte Esther Bejarano in einem ganzseitigen Porträt eine „Legende des antifaschistischen Liedes“. Auch international wurde die Tournee wahrgenommen: britische und spanische Agenturen und sogar der in Miami angesiedelte, antikommunistische „Nuevo Herald“ berichteten.
Insgesamt zogen die Veranstalter eine positive Bilanz. Besonders die kubanische Seite zeigte sich glücklich, mit Esther Bejarano eine Künstlerin willkommen heißen zu dürfen, die zugleich eine eindrucksvolle Vertreterin des Antifaschismus und des Internationalismus ist. „Wir haben jeden Moment der Anwesenheit von Esther genossen“, sagte der Sänger der Rap-Gruppe „1ra base“ und Vorsitzende der kubanischen Rap-Agentur, Ruben Marin, beim der Verabschiedung der Musiker in Havanna.

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Ein kubanisch-chinesisches Unternehmensforum tagt vom 18. bis 20. Januar unter dem Titel „Ausbau der Kapazitäten der Industrie für deren Teilnahme am Programm der Erneuerbaren Energiequellen in Kuba“

Gu Chengkui, Direktor des Informationszentrums für Industrielle Entwicklung Chinas auf dem Forum. Photo: Jose M. Correa

Im Kontext einer sehr hohen Abhängigkeit vom Weltmarkt ist es für unsere Insel höchst notwendig, ihre Energiematrix zu modifizieren und erneuerbare Energiequellen zu nutzen. Aus diesem Grunde tagt vom 18. bis 20. Januar ein kubanisch-chinesisches Unternehmensforum unter dem Titel „Ausbau der Kapazitäten der Industrie für deren Teilnahme am Programm der Erneuerbaren Energiequellen in Kuba“. Darin kommt es zum Austausch zwischen Einrichtungen beider Länder für die Entwicklung gemeinsamer strategischer Projekte.

Im Beisein des Ministers für Industrie, Salvador Pardo Cruz, und von Gu Chengkui, Direktor des Informationszentrums für Industrielle Entwicklung Chinas und Leiter der asiatischen Delegation, begann gestern das Forum, das Projekte der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen beider Länder anstrebt, um in der kubanischen Industrie Kapazitäten entstehen zu lassen, die es ermöglichen, an den Investitionsprozessen teilzunehmen und die Nachhaltigkeit der zu schaffenden Infrastruktur abzusichern.

Die chinesische Seite wird ihre Erfahrung in diesem Bereich mitteilen, auf dem es zu den weltweit führenden Ländern gehört, da fast 30 Prozent der genutzten Energie Chinas aus erneuerbaren Quellen stammen. Gu Chengkui bestätigte die Bereitschaft seines Landes, gemeinsam mit den kubanischen Partnern diese Sphäre der Zusammenarbeit, die seit 2012 entwickelt wird, auszubauen.

Für Juan Manuel Presa, Direktor für Investitionen und Handel im Bereich Elektrizität im Ministerium für Energie und Bergbau, besteht die Bedeutung dieses Events darin, dass es die Anstrengungen des Ministeriums, das er vertritt, mit denen des Industrieministeriums verbindet. So sollen so bald und kostengünstig wie möglich mehrere Vorhaben eingeführt werden, die auf die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energiequellen ausgerichtet sind, was gelingt, wenn so viele Elemente der Infrastruktur wie möglich in Kuba produziert werden.

„Stets werden einige Elemente zu importieren sein, aber zum Beispiel die Fotovoltaik-Elemente können hier in Pinar del Río zusammengebaut und deren Leistungsfähigkeit erhöht werden. Eine andere konkrete Maßnahme ist die Erweiterung des Produktionsvolumens von Heizgeräten in Ciego de Ávila und die Förderung der Produktion von Heizkesseln in Sagua la Grande. Ein Fortschritt auf diesem Gebiet hat auch Einfluss auf die Absicherung der Stromversorgung der Bevölkerung und darauf, dass das Land einen systematischen Vorlauf der Energieversorgung für alle Produktionen hat. Es wird kein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts geben, wenn wir nicht auf diesem Gebiet arbeiten, und um den benötigten Rhytmus zu erreichen, ist die Beteiligung ausländischer Unternehmen notwendig.“

Die Kapitalanlagen in die industrielle Infrastruktur Kubas werden die Nachhaltigkeit eines jeden Projekts, in dem es um die Nutzung erneuerbarer Energien geht, ermöglichen, damit wir uns dem Ziel nähern, im Jahre 2030 etwa 24 Prozent der gesamten Energie aus diesen Quellen zu erzeugen. Gegenwärtig liegt dieser Anteil bei nur 4,65 Prozent. Darüber hinaus wäre dies auch ein Beitrag zum Ersatz von Importen und der Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Gegenwärtig erzeugt das Land 18 Milliarden Kilowattstunden im Jahr und für das Jahr 2030 sind 30 Milliarden vorgesehen. Über die Hälfte dieses Wachstums ist über erneuerbare Energiequellen vorgesehen. So würden wir den Ersatz von tausenden Tonnen Brennstoff, das Einsparen von Millionen Dollar erreichen. Darüber hinaus würde sich die Abgabe von Kohlendioxid in die Athmosphäre wesentlich reduzieren und wir würden einen Beitrag zu einer saubereren Umwelt leisten.

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Eine Reise in das revolutionäre Kuba am Tag 1 nach Fidel

Von Günter Pohl

Inzwischen gibt es 3,5 Millionen Smartphones auf Kuba – mit den entsprechenden Folgen für die Kommunikation

Inzwischen gibt es 3,5 Millionen Smartphones auf Kuba – mit den entsprechenden Folgen für die Kommunikation

(Foto: Günter Pohl)

Ende 2016 ist Kuba in einem besonderen, aber nicht im Ausnahmezustand. Einen Tag vor der Ankunft in Havanna war die neuntägige Staatstrauer nach dem Tod von Fidel Cas­tro zu Ende gegangen. Viele Menschen sind traurig, aber es scheint dennoch niemanden zu geben, der sich um die Zukunft Sorgen macht.

Warum auch? Die Revolution hatte zu jedem Zeitpunkt für einen Verlust des „Comandante en Jefe“ gut vorgesorgt. Zum anderen ist der Übergang von Fidel zum Bruder Raúl inzwischen gut zehn Jahre alt, und alles nahm seinen Gang ohne dass es zu gesellschaftlichen Verwerfungen gekommen wäre. Staatspräsident Raúl Castro wird 2018 verfassungsgemäß sein Amt abgeben, und irgendwann wird er dann auch den Vorsitz der Kommunistischen Partei in andere Hände legen. Im Idealfall kann er danach noch über viele Jahre beratend zur Seite stehen, wie es auch Fidel tat.

„Ich bin Revolutionär dank Fidel. Ich werde auch als Revolutionär sterben“, sagt José Ramón Balaguer, bis zum 6. Parteitag Mitglied des Politbüros der PCC. Heute leitet der Mitkämpfer der Revolution die internationalen Beziehungen beim Zentralkomitee der Partei. Man merkt ihm die Belastung der vergangenen Tage kaum an, als er Dutzende Parteidelegationen aus aller Welt empfangen hatte, die zu den Trauerfeierlichkeiten für Fidel nach Havanna gekommen waren. „Fidel war sicher, dass wir weitermachen werden und auch dass Kuba diese Auseinandersetzung letzten Endes gewinnen wird“. Deutlich aber spürt man bei ihm die Trauer, wenn er über den Comandante spricht.

Der beste Tabak der Provinz wächst unter Kunststoffplanen

Der beste Tabak der Provinz wächst unter Kunststoffplanen

(Foto: Günter Pohl)

Ein mehr als zweistündiges Gespräch mit Genossen Balaguer ist eine Lehrstunde in Sachen materialistischer Wirtschaftskritik. Der Grad an Übereinstimmung zwischen beiden Seiten ist hoch – ob es um die internationalen Finanzkrisen, den Keynesianimus, den Neoliberalismus mit der mit ihm einziehenden Kapitalkonzentration, die Standortflucht der Großindustrie oder Donald Trumps Ideen zur Wiederansiedlung von heimischen Arbeitsplätzen als Versuch „Amerika wieder groß“ zu machen, geht.

Die USA wollen die Integration Lateinamerikas zerstören, aber normale Beziehungen zur Großmacht sind schon wegen Guantánamo nicht möglich: „Es gibt weltweit 700 ausländische Militärbasen, aber Guantánamo ist die einzige, die gegen den Willen des Landes, in der sie errichtet wurde, gehalten wird.“ Aber den USA werden keine Zugeständnisse gemacht. José Ramón Balaguer: „Die Stärke der Prinzipien ist die Garantie für unser Überleben!“
Die Europäische Union bezeichnet Genosse Balaguer, der auch mehrere Jahre Gesundheitsminister war, als eine „Diktatur des Euro“. Wenn Defizitgrenzen nicht überschritten werden dürfen und die Troika die Budgets bestimmt, wenn Schulen und Krankenhäuser privatisiert werden und die Auslandsschulden als Druckmittel zum großen Geschäft werden, indem sie auf das Mehrfache des Bruttoinlandsprodukts wachsen und zudem gleichzeitig die NATO-Staaten innerhalb der EU aufrüsten müssen, „dann handelt es sich um eine Diktatur!“

Der 7. Parteitag im April 2016 hatte Diskussionsvorlagen verabschiedet; bis September debattierten die Menschen, und nun ist alles in der Analysephase. Das Zentralkomitee der Partei, zuvorderst die Abteilung Wirtschaft beim ZK, wird Hunderttausende von Meinungen aus dem Volk in Zusammenarbeit mit dem „Zentrum für Sozialpolitische Studien und Meinung“ bis April zusammenführen, und dann gehen die Beratungen in der Nationalversammlung der Volksmacht weiter, wo die Abgeordneten alles in Gesetzesform gießen werden. Darauf weist in einem weiteren Arbeitsgespräch Ricardo Ramos von eben jener Wirtschaftsabteilung der PCC hin und betont, dass diese nicht mit dem Wirtschaftsministerium zu verwechseln ist – ein Hinweis auf die Trennung von administrativen und politischen Einheiten, die der 6. Parteitag beschlossen hatte.

Damals hatte es im Unterschied zu 2016 die Diskussionen im Volk bereits vorab gegeben; sie mündeten in die 313 Leitlinien, mit denen seitdem gearbeitet wird. Gab es in jener Phase Meinungsunterschiede zwischen Volk und Vorlage der Partei? Genosse Ramos benennt die Libreta, die stark subventionierte Lebensmittelkarte, auf die alle Kubanerinnen und Kubaner Anrecht haben. Mehrheitlich war man gegen deren schnelle Abschaffung. In der Folge wurde eine Sondierung gemacht, ob und inwieweit Haushalte sich mit ihren Einkünften auf privaten Märkten selbst versorgen könnten. Im Ergebnis wird die Libreta zwar irgendwann der Vergangenheit angehören, aber für die zwei Millionen Bedürftigen (1,5 Millionen im Rentenalter, eine halbe Million Jüngere mit geringen Einkommen) können dann umso mehr Sozialleistungen erbracht werden, weil an Nichtbedürftige keine Subventionen mehr gegeben werden müssen.
Zweimal jährlich wurden die damaligen Leitlinien im Plenum des Zen­tralkomitees überprüft, und dabei aus 130 angenommenen Vorlagen 344 neue Normen erarbeitet und gleichzeitig 684 Normen abgeschafft. Vier neue Gesetze (Arbeitsrecht, Auslandsinvestitionen, Steuerrecht, Seerecht) entstanden. „Gleichzeitig mit Neuem zu experimentieren und die gemachte Politik einer Revision zu unterziehen, ist ein dialektischer Prozess“, sagt Ricardo Ramos. „Es kann sein, dass die Politik richtig ist, die Normen angepasst und gut sind, aber die Kontrolle nicht hinreichend“, verdeutlicht der Genosse, was in Bewegung geraten kann, wenn man an einer Stellschraube dreht. „Jedes Risiko ist wegen der US-Politik für Kuba ein doppeltes Risiko!“

Schwieriger Weg

Schwieriger Weg

(Foto: Günter Pohl)

Kuba hat die Schulden mit dem „Club von Paris“ geregelt, womit die ehemaligen Gläubiger zu potenziellen Kreditgebern werden. Die ausländischen Direktinvestitionen in der Sonderwirtschaftszone Mariel sowie für die erneuerbaren Energien sind jedoch noch deutlich hinter den Notwendigkeiten zurück. Die Vorlagen des 7. Parteitags, auch jene zu einem Entwicklungsplan bis 2030 und die Konzeption eines kubanischen Sozialismus, haben zu einer Diskussion vor allem über das Eigentum geführt. 82 Prozent des Landes gehört dem Staat, aber er bearbeitet nur 29 Prozent davon selbst. Kooperativen, die es seit einigen Jahren nicht mehr nur in der Landwirtschaft gibt, werden wegen der Verdienstmöglichkeiten gern gesehen. Der Privatsektor bleibt hingegen klein: nur 526 000 Menschen arbeiten auf eigene Rechnung, weniger als die Hälfte derer, die sich dafür ursprünglich beworben hatten. Mehrheitlich sind die Kubaner/innen demnach zwar für die Möglichkeit der Selbstständigkeit, aber nur komplementär zur strategischen Achse der staatlichen Unternehmertätigkeit.

So oder so: Arbeitskräfte werden auf Kuba tendenziell gesucht. Ab 2026 werden mehr Menschen sterben als geboren, und es werden gleichzeitig mehr aus dem Arbeitsprozess ausscheiden als in ihn eintreten. Deshalb wird das Renteneinstiegs­alter mangels Alternativen für die Finanzierung des Rentensystems progressiv steigen müssen; man wird aber nach 45 Jahren Berufstätigkeit mit 90 Prozent der letzten Einkünfte rechnen können. In Deutschland redet man übrigens von der Hälfte, trotz anderer Möglichkeiten.

Antonio García ist der Direktor von „DUJO“, einem Staatsbetrieb, der zur kubanischen Möbelindustrie gehört und viel für den Tourismusbereich arbeitet. Die vom 6. Parteitag angestrebte Importsubstitutionspolitik trägt Früchte, denn bis vor einigen Jahren wurde das Gros der Hotelmöbel importiert. 2 100 Menschen sind in den neun Zweigstellen beschäftigt, die über das Land verteilt sind; 92 davon arbeiten in dem Betriebsteil in Havanna. Der Verdienst ist für einen kubanischen Staatsbetrieb vergleichsweise gut – einige Arbeiter verdienen in manchen Monaten bis zu 2 000 Kubanische Pesos, wenn man die Stimulanzen einrechnet, die von Effektivität und Produktionszahlen abhängen und in CUC, also konvertiblen Pesos, ausgezahlt werden. Daher kehren inzwischen viele der Schreiner, die in die Selbstständigkeit gegangen waren, wieder zurück. Die Umstellung auf ein Zwei-Schicht-System macht Arbeitskräfte in der Tat auch nötiger denn je.

Der betriebliche Mindestlohn stieg von 600 auf 950 Pesos, im Vergleich zum kubanischen Durchschnitt von mittlerweile 750 Pesos. Hier greifen die Maßnahmen zur unabdingbaren Stärkung der Staatsbetriebe, die heute dieselben Bedingungen vorfinden wie die Kooperativen; zum Beispiel können sie die Löhne selbst festsetzen, Märkte bestimmen und über zu tätigende Investitionen selbst entscheiden. Der Staat behält aber die Hoheit über die Einkäufe, die im Fall von DUJO zu 90 Prozent aus dem Ausland kommen. „Allein aus China kamen dieses Jahr achthundert Container, die jeweils 3 000 US-Dollar kosten. Ohne Blockade könnten wir Holz aus den nahen USA bekommen.“

Am Tag des Besuchs im Außenministerium schaffte die Europäische Union den Gemeinsamen Standpunkt gegen Kuba offiziell ab, und es fehlten nur wenige Tage bis zum Abschluss der Vereinbarung über Dialog und Zusammenarbeit am 12. Dezember. Alejandro Simancas, stellvertretender Leiter der Europa- und Kanadaabteilung, und deren Deutschlandexperte Gustavo Tristá del Todo stellen die gute Beziehung zu Frankreich unter Präsident Hollande heraus, aber auch die Kooperation mit Portugal, wo seit fünf Jahren etwa vierzig kubanische Ärztinnen und Ärzte in armen Kommunen eines EU-Mitgliedstaates aushelfen. Die Beziehungen zu Deutschland – das kein Kondolenzschreiben zu Fidels Tod, aber Ex-Kanzler Schröder schickte, der sich „respektvoll“ verhielt – sind leicht verbessert, und es gibt wirtschaftlichen, kulturellen und akademischen Austausch. Wichtig waren der kubanischen Regierung die Besuche von Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel, der sich im Januar auch mit Raúl Castro traf, was im Mai den Gegenbesuch von Außenminister Bruno Rodríguez in Berlin nach sich zog. Deutschland ist nach Spanien der zweitwichtigste Handelspartner in der EU; insbesondere erwartet man Zuwachs bei alternativen Energien, die von jetzt 5 auf anteilig 20 bis 25 Prozent im Jahr 2030 wachsen sollen. „Aber das deutsche Kapital ist ängstlich, was Blockadekonsequenzen angeht“, sagt Alejandro Simancas.

„Und es verlangt Vertragsfreiheit“, ergänzt Gilda Chacón bei einem Empfang in der internationalen Abteilung des Dachverbands der Arbeiter Kubas (CTC) zum Thema ausländischer Betriebsanteile. Sie verweist auf die Wichtigkeit gewerkschaftlicher Vertretung und darauf, dass in allen Zonen des Landes gleiches gewerkschaftliches Recht gilt. Mit der kürzlich erfolgten Zusammenlegung der Forst- mit der Tabakarbeitergewerkschaft sind im CTC nun sechzehn Einzelgewerkschaften organisiert und vertreten 97 Prozent der Arbeiterschaft des Landes.

Der beste Tabak Kubas, nach wie vor ein Exportschlager ersten Ranges, kommt aus der Provinz Pinar del Río, westlich von Havanna. Dort gibt es allein in der gleichnamigen Hauptstadt 41 landwirtschaftliche Genossenschaften; deren erfolgreichste Pflanzer können mit der Qualität ihrer Exportware bis zu 10 000 Pesos monatlich verdienen. Auf 2 600 Hektar wird Tabak angebaut, von dem vier Prozent in den Export gehen – womit siebzig Prozent des Zigarrenexports aus Pinar del Río kommt.

Die Herstellung einer Zigarre ist vor allem hinsichtlich der Tabakaufzucht eine Wissenschaft. Die wertvollsten Blätter – jene, die als Deckblätter für die Zigarren dienen – stammen von hier und die Pflanzen werden vor allem wegen der Schädlinge unter Kunststoffplanen gezogen. Nichts kann also dem Zufall überlassen bleiben – und erinnert damit an den Aufbau des Sozialismus. Der allerdings ohne schützende Planen auszukommen hat, weil er sich dem internationalen Austausch stellen muss. Kuba nimmt auch diese Herausforderung an.
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RedGlobe

CubaWenn das Flugzeug im Januar 2017 in Hamburg von der Landebahn abhebt, erfüllt sich für die Sängerin und Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano ein lang gehegter Wunsch: Auf Einladung des kubanischen Kulturministeriums reist sie zu einer Konzert-Tournee nach Kuba. Der Besuch der 92-jährigen dient der Völkerverständigung. Geplant sind Konzerte zusammen mit »ihren« Rappern der Band »Microphone Mafia«, Lesungen, Besuche und Gespräche. »Land und Leute möchte ich kennenlernen und erfahren, wie die Menschen dort leben – weniger als Tourist, sondern als Gast, mit dem sich durch Konzerte und Gespräche ein Austausch über die sozialen Verhältnisse ergibt«, beschreibt Bejarano ihre Motivation.

Sie überlebte die Nazigewalt in den Konzentrationslagern Auschwitz und Ravensbrück auch deshalb, weil sie als Gefangene im Mädchenorchester Akkordeon spielte. Heute geht es in ihren Texten und Liedern um Frieden, Partizipation, Gerechtigkeit und um ein Leben ohne Rassismus, Unterdrückung und Kriege – um ein gutes Leben für alle. Dafür setzt sie sich auch politisch ein: Auf der Hamburger Landesliste der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) kandidiert sie bei der Bundestagswahl. Ihre Werte teilen auch ihre Band-Kollegen, der Bassist Joram Bejarano sowie die Rapper Kutlu Yurtseven und Rosario Pennino. Die vier Musiker sind als Kulturbotschafter für Frieden und Völkerverständigung besonders geeignet, denn sie repräsentieren drei Generationen und zudem drei verschiedene Weltreligionen (Juden, Christen und Moslems). Mit ihrer Musik richten sie sich an alle Generationen und haben insbesondere bei Jugendlichen Erfolg.

Die neuntägige Konzertreise erfolgt auf Einladung des Rap-Instituts des Kulturministeriums in Havanna. Die kubanische Seite zeigt großes Interesse an der Person Esther Bejarano, an konkreter Begegnung und einem Kulturdialog. Das angekündigte Ende der 50-jährigen Eiszeit zwischen Kuba und den USA eröffnet auch Chancen zu einer Weiterentwicklung der deutsch-kubanischen Kultur-Beziehungen.

Auftakt und Abschluss der Tournee sind in Havanna. Programmpunkte dort sind je ein Konzert im Museum für aktuelle Kunst und im Garten des Musikinstituts, das Gespräch mit Leitung und Studenten der Kunsthochschule, ein Besuch des Museums der Alphabetisierungs-Kampagne und ein Austausch mit dem Stadthistoriker Dr. Eusebio Leal über die baulichen, infrastrukturellen und sozialen Herausforderungen der kubanischen Metropole. Die Musiker bereisen auch das Landesinnere.

»Ich bin gespannt auf den hebräischen Verein, die jüdische Gemeinde, die uns auch treffen will. Und sehr freue ich mich auf Jorgito Jerez und seine Schwester; er hat uns im vergangenen Herbst in Hamburg besucht und wir kennen den Film über seine bewegende Lebensgeschichte. Er ist Journalist und Blogger aus Camagüey. Dort in seiner Stadt geben wir auch ein Konzert. Und unterwegs in Santa Clara ebenso«, so Esther Bejarano.

Wichtig sind ihr die unterschiedlichen Orte und auch die Freiräume zwischen den offiziellen Terminen – für eigene Eindrücke und zufällige Begegnungen. »Da ich Künstlerin und auch Sozialistin bin, will ich wissen, wie und wie weit Sozialismus in Kuba tatsächlich gelebt wird. Und ich will hoffen, dass die Kubaner trotz aller Entwicklung und anstehenden Herausforderungen weiter wirklich Sozialisten und Sozialistinnen bleiben.«

Esther Bejarano und Band bringen ihre Musik und ihre Geschichte mit, aber sie sind genauso darauf gespannt, was sie in Kuba erleben und von Land und Leuten erfahren. Den Dialog vor Ort erleichtern wird eine Dolmetscherin. Auch wurden die Texte der Lesungen und Lieder bereits ins Spanische übersetzt. Das Publikum kann sie auf einer Bühnenleinwand mitlesen.

Die Vorfreude auf den Austausch und die Begegnung mit den Menschen teilt auch das vierköpfige Filmteam, das die Reise in einem Film dokumentieren wird. Auf diesen sind auch die zahlreichen privaten Spender und Fans gespannt, die die Tournee maßgeblich finanzieren. Nur eine Einschränkung macht Esther Bejarano bereits: »Zigarren rauchen und Rum trinken werde ich gewiss nicht.«

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Republik KubaDie kubanische Nationalversammlung hat am Dienstag einstimmig ein Gesetz verabschiedet, das jeden Personenkult um den am 25. November verstorbenen Fidel Castro verhindern soll. Wie der Sekretär des Staatsrates Homero Acosta erklärte, geht das Gesetz auf den ausdrücklichen Willen des langjährigen kubanischen Präsidenten zurück. Es verbietet ausdrücklich, Institutionen, Plätze, Parks, Straßen oder andere öffentliche Orte nach dem Comandante en Jefe zu benennen. Auch darf keine Auszeichnung, Anerkennung oder Ehrentitel den Namen Fidel Castro tragen.

Untersagt wird außerdem, Denkmäler, Büsten, Statuen, Gedenkkarten oder andere Ehrungsformen für Fidel Castro zu errichten. Einzige Ausnahme ist die Gründung einer Institution, die sich mit dem Studium von Leben und Werk des Revolutionsführers beschäftigen soll.

Ausgeschlossen wird auch die Nutzung von Bild und Namen Fidel Castros für kommerzielle Marken oder zu Werbezwecken. Es gibt jedoch keine Einschränkung für literarische oder künstlerische Produktionen, so dass jeder Künstler sich von der Persönlichkeit Fidel Castros inspirieren lassen kann. Das Bild Fidel Castros darf auch weiterhin bei öffentlichen Veranstaltungen genutzt werden. Arbeitszentren, Schulen, Militäreinrichtungen und andere dürfen zudem auch künftig das Bild Fidels ausstellen.

Quelle: Prensa Latina / RedGlobe

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Transgener Mais, der am Zentrum für Gentechnik und Biotechnologie (CIGB) in Havanna angebaut wurde (Qulle: Granma)

Ab nächstem Frühjahr könnten genetisch veränderte Mais und Sojapflanzen im größeren Stil auf Kuba angebaut werden. Das kubanische Zentrum für Gentechnik und Biotechnologie (CIGB) plant entsprechende Versuchsreihen, die bereits seit 2009 laufen, weiter auszudehnen.

„Nach erfolgreichem Abschluss der nötigen Tests bei den zuständigen Behörden könnten wir transgenen Mais und Soja ab dem Frühjahr 2017 auf größeren Flächen anpflanzen“, sagte Dr. Mario Estrada, Leiter der Landwirtschaftsabteilung beim CIGB gegenüber der Tageszeitung „Granma„.

Bereits seit 2004 forscht das CIGB an transgenem Saatgut für Mais, um höhere Erträge erzielen und damit Lebensmittelimporte reduzieren zu können. Auch andere Pflanzenarten wie Süßkartoffeln oder Tomaten wurden vom CIGB bereits modifiziert. Die ersten Testläufe mit transgenem Mais starteten im Jahr 2009 auf einer Fläche von 900 Hektar in der Provinz Ciego de Ávila, wurden jedoch aufgrund unbefriedigender Ergebnisse wieder abgebrochen. Dennoch gelang es bereits damals, die Erträge auf rund 4 Tonnen pro Hektar zu verdoppeln.

„Derzeit arbeiten wir an der Herstellung von neuen, hybriden transgenen Saatgutsträngen für Mais, die auf einer kleinen Fläche bereits Erträge von 9 Tonnen pro Hektar erzielen, sehr nah an den Leveln von führenden globalen Produzenten“, erklärte Estrada. Andere Forschungen beschäftigen sich mit einer Sojasorte, die gegen Herbizide resistent ist.

Bisher fand auf Kuba noch kaum eine Debatte über das für und wider gentechnisch veränderter Lebensmittel statt. Das Webportal „Cubadebate“ interviewte jedoch im Juli dieses Jahres führende kubanische Experten zu dem Thema, die sich mehrheitlich für den Einsatz von transgenem Saatgut aussprachen. „Die Technologie ist, was die transgenen Produkte angeht, […] als durchaus positiv zu sehen. Dennoch wird der Kampf gegen die transnationalen Saatgutkonzerne häufig mit dem Kampf gegen genveränderte Pflanzen durcheinander gebracht und so geschieht es, dass es sehr schwierig ist, hier vorwärts zu kommen“, sagte damals Abel Hernández Velázquez, leiter der Abteilung für Pflanzenbiologie beim CIGB.

Das Parteiorgan Granma beschrieb die grüne Gentechnik als einen der „herausragendsten wissenschaftlichen Fortschritte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.“ Ein großer Teil der Kritik an gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln komme von „fehlenden Informationen, schlechter Ausbildung und missbräuchliche Praktiken einiger globaler Saatguthersteller.“

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Größtmögliche Gleichheit

 

Fidel Castro über Sozialismus auf Kuba nach dem Ende der Sowjetunion

Auszüge aus einem Interview mit Fidel aus dem Jahr 2 000

 (Foto: Roberto Chile)
(Foto: Roberto Chile)

 Federico Mayor Zaragoza*: Zusammen mit China, Vietnam und Nordkorea wird Kuba als die letzte Bastion des Sozialismus angesehen. Hat das Wort Sozialismus zehn Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer überhaupt noch Sinn?
Fidel Castro:
Heute bin ich mehr denn je davon überzeugt, dass es einen großen Sinn hat.
Das, was vor zehn Jahren geschah, war die naive und unbewusste Zerstörung eines großen sozialen und historischen Prozesses, der zwar perfektioniert, aber niemals zerstört werden musste. Das hatten die Horden Hitlers nicht geschafft, nicht einmal, indem sie mehr als 20 Millionen Sowjetbürger töteten und die Hälfte des Landes zerstörten. Die Welt verblieb unter der Vorherrschaft einer einzigen Supermacht, die beim Kampf gegen den Faschismus nicht einmal fünf Prozent der Opfer beisteuerte, die die Sowjets erbrachten. In Kuba haben wir ein vereintes Land und eine Partei, die zwar anleitet, aber weder die Kandidaten aufstellt noch sie auswählt. Die Bewohner eines jeden Viertels, die in offenen Versammlungen zusammenkommen, schlagen die Kandidaten der 14 686 Wahlkreise vor, stellen sie auf und wählen sie. (…)

In den Vereinigten Staaten, wo so viel über Mehrparteiensysteme gesprochen wird, gibt es zwei Parteien, die sich in bezug auf Methoden, Ziele und Absichten exakt gleichen und in der Praxis das kompletteste Einparteiensystem haben entstehen lassen, das es auf der Welt gibt. In diesem „demokratischen Land“ gehen 50 Prozent der Bürger nicht zur Wahl und normalerweise gewinnt das Team, das mehr finanzielle Mittel gesammelt hat, mit lediglich 25 Prozent der Stimmen die Wahl. Die gesamte Politik reduziert sich auf Scheinauseinandersetzungen, Eitelkeiten und Ambitionen von Einzelpersonen oder von Interessengruppen innerhalb des etablierten wirtschaftlichen und sozialen Modells. (…)

Im Kapitalismus, einschließlich in den industrialisiertesten Ländern, regieren in Wirklichkeit die großen nationalen und internationalen Firmen. Sie entscheiden über die Investitionen und die Entwicklung. Sie sind verantwortlich für die materielle Produktion, die wichtigsten ökonomischen Dienstleistungen und einen Großteil der sozialen Dienstleistungen. Der Staat zieht einfach nur die Steuern ein, verteilt sie und gibt das Geld aus. In vielen dieser Länder kann die gesamte Regierung in Urlaub gehen, ohne dass irgend jemand etwas davon bemerkt.
Das entwickelte kapitalistische System, das später zum modernen Imperialismus wurde, hat schließlich eine neoliberale und globalisierte Ordnung errichtet, die schlichtweg unhaltbar ist. Es hat eine Welt der Spekulation geschaffen, der fiktiven Schaffung von Reichtümern und Werten, die nichts mit der realen Produktion zu tun haben, und märchenhafte Privatvermögen, von denen einige das Bruttoinlandsprodukt von Dutzenden von armen Ländern übertreffen. Es wäre unnötig, die Plünderung und Verschwendung der natürlichen Ressourcen der Welt und das elende Leben von Milliarden Menschen hinzuzufügen. Das kapitalistische System hat der Welt nichts zu bieten und dient zu nichts weiter als seiner Selbstzerstörung, wobei es vielleicht zusammen mit sich die natürlichen Bedingungen zerstört, die als Stütze für das menschliche Leben auf dem Planeten dienen.
Es ist nicht das Ende der Geschichte gekommen, wie einige illusionäre Euphoriker sich vorstellten. Jetzt ist in Wirklichkeit der Zeitpunkt, wo sie vielleicht erst beginnt. (…)

Sicherlich dachte alle Welt, dass Kuba nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Lagers und der UdSSR nicht durchhalten könne. Man müsste dabei zusätzlich fragen, wie dies möglich war mit einer doppelten Blockade und dem politischen und wirtschaftlichen Krieg, den uns die mächtigste jemals existierende Macht aufzwang, ohne Internationalen Währungsfonds, ohne Weltbank, ohne Kredite. Wir schafften es dennoch, die Großtat zu vollbringen. Bei einem kürzlich in Havanna veranstalteten Gipfeltreffen sagte ich gegenüber unseren Gästen mit einer gewissen Ironie, dass dies möglich war, weil wir das Privileg hatten, nicht dem IWF anzugehören.

Es gab Zeiten, in denen wir in einem Meer des umlaufenden Geldes schwammen; unsere Währung hatte außergewöhnlich an Wert verloren und das Haushaltsdefizit betrug bis zu 35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ich beobachtete intelligente Besucher, die fast bis zur Ohnmacht in Erstaunen versetzt wurden. Unser Peso, die nationale Währung, hatte bis 1994 soviel an Wert verloren, dass der Umtauschkurs 150 Peso für einen US-Dollar betrug. Trotzdem schlossen wir keine einzige Gesundheitseinrichtung, keine einzige Schule, keine einzige Kinderkrippe, keine einzige Universität und keine einzige Sportanlage. Niemand wurde auf die Straße geworfen, ohne Arbeit oder Sozialversicherung, sogar als es an Brenn- und Rohstoffen mangelte. Es gab nicht den geringsten Entwurf für eine der gewöhnlich angewendeten und verhassten Schocktherapien, die so sehr von den westlichen Finanzinstitutionen empfohlen werden.
Jede Maßnahme, die zum Entgegenwirken des schrecklichen Schlages getroffen wurde, diskutierte man nicht nur in der Nationalversammlung, sondern auch in Hunderttausenden von Versammlungen, die in Fabriken, Produktions- und Dienstleistungszentren, Gewerkschaften, Universitäten, Mittelschulen und in allen Organisationen der Bauern, Frauen, Häuserblocks sowie in anderen Organisationen sozialen Charakters stattfanden. Das Wenige, über das wir verfügten, wurde mit der größtmöglichen Gleichheit verteilt. Wir besiegten den Pessimismus innerhalb und außerhalb des Landes.

In diesen kritischen Jahren verdoppelte sich die Anzahl von Ärzten, verbesserte sich die Qualität unserer Ausbildung und gewann der Peso siebenfach an Wert – von 150 Peso für einen US-Dollar bis zu 20 Peso für einen US-Dollar im Zeitraum von 1994 bis 1998 –, wobei dieser Umtauschkurs seitdem stabil geblieben ist. Nicht ein einziger Dollar entwich ins Ausland. Man gewann an Erfahrung und Effizienz auf der Höhe der immensen Herausforderung, die wir vor uns hatten. Wenn wir auch noch nicht das Produktions- und Konsumniveau erreicht haben, über das wir zum Zeitpunkt des sozialistischen Desasters in Europa verfügten, so haben wir uns doch mit stetigem und sichtbarem Schritt erholt. Die Kennziffern in Bezug auf Bildung, Gesundheit, soziale Sicherheit und viele andere soziale Aspekte, auf die wir stolz waren, haben wir aufrechterhalten, und einige haben wir sogar übertroffen.
Der große Held dieser Großtat war das Volk, das seine riesigen Opfer und sein immenses Vertrauen beitrug. Dies war die Frucht der Gerechtigkeit und der Ideen, die in mehr als 30 Jahren Revolution gesät wurden. Dieses wahrhafte Wunder wäre ohne die Einheit und ohne den Sozialismus unmöglich gewesen.

* Federico Mayor Zaragoza war in Spanien Minister für Bildung und Wissenschaft (1981–1982) und Mitglied des Club of Rome. Das vollständige Interview in deutscher Fassung ist in „junge Welt“ (26.07.2000) erschienen.

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Kundgebungen für Cuba

Forderungen nach Ende der US-Blockade

Am Wochenende jährte sich zum zweiten Mal der Tag (17. Dez. 2014), an dem die Präsidenten von Cuba, Raúl Castro, und der USA, Barack Obama, der Weltöffentlichkeit vortrugen, dass beide Regierungen einen Annäherungsprozess begonnen haben und weiter betreiben würden. Trotz einiger Verbesserungen existiert aber noch immer die US-Blockade gegen Cuba. Deren extraterritorialen Effekte werden seit Jahren sogar noch forciert und fordern mehr Opfer als je zuvor auch in Deutschland. Dazu gehören horrende Strafzahlungen an die USA – wegen Handelskontakten mit Cuba. So wurde die Commerzbank am selben Tag der o.g. Verlautbarung zu 650 Mio. US$ Zahlung aufgefordert! Die USA schüren damit weltweit Angst davor, mit Cuba irgendwelche wirtschaftlichen Kontakte zu haben. Die USA stören auch hiermit den Weltfrieden, und strangulieren das ganze cubanische Volk.

Daher wurden am 17.12. in zahlreichen Ländern der Welt Aktionen durchgeführt, um von den USA das überfällige und von der UN-Generalversammlung seit vielen Jahren geforderte Ende der Blockade zu verlangen.

Auch in Berlin fanden Kundgebungen statt, eine vom NETZWERK CUBA einberufen.

Auch vor dem Berlin Congress Center gab es bei der Konferenz der Europäischen Linkspartei (ELP) eine Kundgebung, bei der führende VertreterInnen europäischer Linksparteien vertreten waren. Juan Valdés von der Kommunistischen Partei Cubas bedankte sich für die Solidarität. Zeitgleich traf sich in Berlin der Verein der in Deutschland lebenden CubanerInnen zu einem Solidaritätstreffen.
Der einhellige Aufruf: Die USA müssen ihre Blockade gegen Cuba umgehend beenden!

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