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Ministerrat verabschiedet Plan zum Klimawandel

Die Sitzung des Ministerrats unter Vorsitz des Präsidenten Raúl Castro Ruz analysierte ebenfalls die Direktiven zur Ausarbeitung des Wirtschafts- und Haushaltsplans 2018

Photo: Estudio Revolución

Um den Schäden, die aufgrund des Klimawandels in den nächsten Jahren in unserem Land entstehen können, entgegenzuwirken, verabschiedete der Ministerrat bei seinem jüngsten Treffen einen Plan, um diesem Phänomen entgegenzuwirken. Die Ministerin für Wissenschaft, Technologie und Umwelt Elba Rosa Pérez Montoya versicherte, dass „die Umweltprobleme anwachsen und sich zu einem entscheidenden Faktor bei der nachhaltigen Entwicklung verwandeln“.

Der Plan beruht auf Untersuchungen zum Klimawandel, die von der Akademie der Wissenschaften 1991 begonnen worden waren und die ab November 2004, ausgehend von einer umfassenden Analyse und Debatte über die negativen Folgen der Hurrikane Charley und Iwan im Westen des Landes intensiviert wurden.

Seitdem wurde mit Studien der Gefährdung, der Verletzlichkeit und der territorialen Risiken   begonnen, um die Auswirkungen der Katastrophen zu reduzieren.

2007 wurden die wissenschaftlich-technologischen Untersuchungen verstärkt, die es ermöglichten, mit der Bildung eines Makroprojekts über die Gefahren und die Verletzlichkeit der Küsten für die Jahre 2050 bis 2100 zu beginnen, das unter der Leitung des Ministeriums für Wissenschaft, Technologie und Umwelt steht und an dem 16 Einrichtungen von fünf Organismen der Zentralen Verwaltung des Staates beteiligt sind. Dieses Makroprojekt wurde am 25. Februar 2011 vom Ministerrat verabschiedet.

Vor nicht allzu langer Zeit, im Jahr 2015 begann unter der Koordinierung des Ministeriums für Wissenschaft, Technologie und Umwelt ein Prozess der Aktualisierung der bereits vom Ministerrat zur Bewältigung des Klimawandels verabschiedeten Dokumente.

Das jetzt am 25.4. vom Ministerrrat verabschiedete Dokument, auch als Tarea Vida (Lebensaufgabe) bekannt, hat eine größere Reichweite und dringt in höhere Hierarchien vor, als die zuvor zu diesem Thema erarbeiteten. Seine Durchführung erfordert ein Programm progessiver Investitionen die kurzfristig (2020), mittelfristig (2030) langfristig (2050) und sehr langfristig (2100) erfolgen.

Wie Pérez Montoya anmerkte, habe man Bereiche bestimmt, die Priorität genießen würden. Dabei werde die Erhaltung des Lebensraums der Menschen berücksichtigt, die in sehr gefährdeten Gebieten wohnten, die Nahrungsmittelsicherheit und die Entwicklung des Tourismus. Darunter befänden sich die Provinzen Artemisa und Mayabeque, der nördliche Küstenstreifen Havannas und seine Bucht, die Sonderentwicklungszone Mariel, Varadero und seine touristischen Korridore, die Cayos von Villa Clara und dem Norden Ciego de Avilas und Camagüeys, die Nordküste Holguins, die Stadt Santiago de Cuba und ihre Bucht sowie die vom Anstieg des Meeresspiegels bedrohten Gebiete in Cienfuegos, Manzanillo, Moa, Niquero und Baracoa.

Aus wissenschaftlichen Studien gewonnene Daten ergaben, dass das Klima auf der Insel heute immer heißer und extremer ist. Man hat eine große Schwankung bei der zyklonischen Aktivität beobachtet. Von 2001 bis zu diesem Zeitpunkt waren wir von neun starken Hurrikanen betroffen, was bisher in der Geschichte nie vorgekommen ist. Außerdem hat sich der Niederschlag verändert. Seit 1960 ist die Frequenz und Ausdehnung der Dürre signifikant angestiegen und man geht davon aus, dass der Meeresspiegel in den letzten fünf Jahren schneller angestiegen ist.

Die Überschwemmungen an der Küste, die durch die Erhöhung des Meeres und des Wellengangs verursacht werden, die von Hurrikanen, Kalfronten und anderen extremen meteorologischen Vorkommnissen hervorgerufen werden, stellen wegen der Schäden, die sie am Natur- und Kulturerbe hinterlassen, die größte Gefahr dar.

Man hat den sich anhäufenden Schaden bei den wichtigsten Schutzelementen der Küste wie Sandstrände, Feuchtgebiete – Wälder, Sumpfgebiete und Mangroven – und den Kämmen der Korallenriffe ausgewertet, die zusammengenommen den Aufprall der Wellen abmildern, die durch Naturphänomene hervorgerufen werden.

Tarea Vida beschäftigt sich mit einem Komplex von Aktionen, die dazu dienen, den Beeinträchtigungen der gefährdeten Zonen entgegenzuwirken. Dazu gehört das Verbot neue Häuser in den Küstensiedlungen zu errichten und die Anbaugebiete in der Nähe der Küste zu reduzieren ebenso wie die Schädigung der unterirdischen Wasservorkommen durch Meerwasser.

Das Dokument enthält 11 Aufgabenbereiche wozu die Sicherung der Verfügbarkeit und der effizienten Nutzung des Wasser als Bestandteil des Umgangs mit der Dürre gehört. Ferner soll die Wiederaufforstung so gestaltet werden, dass ein bessere Schutz des Bodens und des Wassers gewährleistet wird, der Verschlechterung der Korallenriffe soll Einhalt geboten und sie sollen saniert und erhalten werden. Gleichzeitig werden andere Maßnahmen in Programmen, Plänen und Projekten durchgeführt, die mit erneuerbarer energie, energetischer Effizienz, Nahrungsmittelsicherheit, Gesundheit und Tourismus stehen.

Das Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Umwelt wird damit beauftragt, die Aufgaben des Staatsplans zum Umgang mit dem Klimawandel durchzuführen und zu kontrollieren. Man ging außerdem davon aus, dass diese Anstrengungen entscheidend dazu beitragen, dass die Bevölkerung sich immer mehr des Risikos bewusst wird und ihr Wissen zu diesem Thema und ihre Teilnahme bei der Bewältigung des Phänomens ansteigen wird.

Wegen der Bedeutung dieser Angelegenheit wurde beschlossen, den Plan einer nächsten Sitzung der Nationalversammlung vorzulegen.

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29. April 2017

Erklärung des kubanischen Außenministeriums zu den Auseinandersetzungen zwischen Venezuela und der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS)

Wieder waren wir Zeugen einer perfiden Entscheidung der in Verruf geratenen OAS gegen die Bolivarische Revolution, einer Wiederauflage dessen, was in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts an beschämenden Seiten gegen die Kubanische Revolution geschrieben wurde.
Die Einberufung eines Konsultationstreffens der Außenminister um die Anfeindungen gegen die venezolanische Regierung fortzusetzen, entpricht der traditionellen Rolle, die diese Organisation immer als Instrument der imperialistischen Beherrschung der Hemisphäre eingenommen hat, um die Souveränität, die Unabhängigkeit und Würde Unseres Amerikas zu zerbrechen.
Die OAS hat sich mit ihrer fast 70 Jahre andauernden Geschichte der Unterordnung unter der Interessen der Oligarchie und des Imperialismus immer von den Völkern Amerikas abgewandt. Sie war abwesend, als unsere Region das Opfer politischer, ökonomischer oder militärischer Interventionen und Aggressionen und schwerwiegender Verletzung der Demokratie und der Menschrechte wurde.
Es ist an der Zeit zu erkennen, dass die OAS unvereinbar mit den vordringlichsten Bedürfnissen der Völker Lateinamerikas und der Karibik ist. Sie ist unfähig, deren Werte und Interessen zu vertreten. Sie setzte ein falsches demokratisches Credo durch, das verantwortlich für den Tod Hunderttausender Bewohner Lateinamerikas und der Karibik und der Armut und des Ausgeschlossenseins von Millionen ist. Was die OAS tut, ist angreifen und aufnötigen, sie ist weder um Ausgleich noch um Dialog bemüht und verachtet die Gleichheit und die Selbstbestimmung der Staaten. Sie konspiriert und agiert subversiv bei Regierungen, die rechtmäßig mit wirklicher Unterstützung des Volkes gebildet wurden. Das verdient nur tiefste Verachtung.
Venezuela hat, nach dem es sich mutig der Hetze und der unverfrorenen Einmischung ,der es seitens dieser Institution und ihres hitzigen Generalsekretärs ausgesetzt war, entgegengestellt hat, in Würde den Beschluss gefasst, sich aus der OAS zurückzuziehen, was wir entschieden unterstützen. Im Interesse der Verteidigung der kollektiven Interessen der Region haben sowohl Chávez seinerzeit als auch Präsident Maduro heute, mit Würde und Mut gegen deren Verrat gekämpft. Aber die OAS hatte noch nie die Absicht, eine Regierung des Volkes zu akzeptieren und noch viel weniger Venezuela zu helfen, wie es einige verkünden. Ganz im Gegenteil hat sie sich immer mehr darauf ausgerichtet, die Bolivarische Revolution zu stürzen.
Die Aggressionen gegen Venezuela und das verachtenswerte Verhalten der OAS gegen das Land, bestätigen, dass wo immer es eine Regierung gibt, die den Interessen der imperialen Kreise der Macht und deren Verbündeten nicht zusagt, sie attackiert wird. Die neuen Methoden der Zermürbung, die subtiler und verdeckter sind, ohne jedoch auf die Gewalt, um den Frieden und die innere Ordnung zu erschüttern, zu verzichten, verheimlichen nicht die alte Strategie, die darauf aus ist, die Undurchführbarkeit des Progressivismus, der Linken und ihrer Kämpfe für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung unserer Region zu beweisen.
Kuba bekräftigt seine Entschlossenheit, Venezuela und die würdige, mutige und konstruktive Position des an der Spitze der Bolivarischen Revolution stehenden Präsidenten Nicolás Maduro zu begleiten. Wir drücken dem Volk und der Regierung Venezuelas bei diesem neuen Kapitel des Widerstands und der Würde unsere Unterstützung und Solidarität aus, wohl wissend, dass noch viele Kämpfe zu bestehen sind, um die Einheit zu erreichen und die Grundlagen der Proklamation Lateinamerikas und der Karibik als Zone des Friedens, die 2014 unterzeichnet wurde, aufrechtzuerhalten.

Havanna 27. April 2017.

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1. Mai in Kuba

Über eintausend Ausländer werden den 1. Mai in Kuba begehen

Mehr als 1 200 Ausländer werden in Kuba an den Feierlichkeiten aus Anlass des Internationalen Tages der Arbeiter teilnehmen, die die Demonstration auf dem Platz der Revolution José Martí einschließen

Photo: Juvenal Balán

HAVANNA – Mehr als 1 200 Ausländer werden in diesem Jahr in Kuba an den Feierlichkeiten aus Anlass des Internationalen Tages der Arbeiter teilnehmen, die die Demonstration auf dem Platz der Revolution José Martí in der Hauptstadt einschließen.

Der Generalsekretär des Gewerkschaftsbundes Kubas (CTC), Ulises Guilarte, berichtete gegenüber Prensa Latina, dass eine hohe Anzahl von Besuchern aus den USA zugegen sein werde. Seit zwei Jahren sei dies das Land, aus dem die zweitgrößte Gruppe an Teilnehmern an den Feierlichkeiten stammt.

„Die Aktivisten aus allen Erdteilen nehmen auf Einladung verschiedener Solidaritätsorganisationen, Organismen, Gewerkschaften teil oder reisen privat, um die kubanische Bevölkerung in der massivsten Demonstration zu begleiten, die im Territorium des Landes in Unterstützung der Revolution erfolgt“, erläuterte er.

Guilarte führte aus, dass am Tag nach der Demonstration zum 1. Mai im Kongresspalast von Havanna ein Internationales Solidaritätstreffen ausgetragen wird und dass danach ausländische und kubanische Spezialisten in einem Forum über die Auswirkungen der neoliberalen Politik auf die Arbeiterklasse und die Bauern beraten werden.

„Vor diesem Datum nehmen viele von ihnen an freiwilligen Arbeitseinsätzen teil, werden Arbeitszentren besuchen und mit der Bevölkerung in Verbindung treten, um sich aus erster Hand über die Wirklichkeit Kubas und die Details des Wirtschafts- und Sozialprojekts zu informieren, das es vertieft und aktualisiert“, erklärte er.

Desgleichen erinnerte er daran, dass in diesem Jahr die Aktivitäten der Jugend gewidmet sein werden, wegen deren führender Rolle in den wichtigsten Programmen, die das Land vorantreibt, um den Sozialismus zu verteidigen, aus Anlass des 55. Jahrestages des kommunistischen Jugendverbandes und des 56. Jahrestages der Pionierorganisation José Martí.

Er bestätigte, dass die kubanischen Arbeiter die Abschaffung der Wirtschafts-, Finanz- und Handelsblockade fordern werden, die die USA aufrecht erhalten, und die Rückgabe des von der US-Marinebasis illegal besetzten Territoriums von Guantánamo, im äußersten Osten der Insel.

Dies werde außerdem eine Gelegenheit sein, um die Unterstützung für die fortschrittlichen und revolutionären Prozesse kundzutun, die in der Region geführt werden, angesichts der Gegenoffensive der lokalen und internationalen Rechten, die bestrebt ist, das Recht der Völker auf die Gestaltung ihrer Zukunft einzuschränken. (PL)

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Die OAS, die Venezuela angriff, ist die gleiche, die Aggressionen und militärische Interventionen gebilligt hat, ist die, die zu ernsthaften Verletzungen der Demokratie und der Menschenrechte in der ganzen Hemisphäre komplizenhaft schwieg, darunter Putsche, das Verschwinden von Personen, willkürliche Verhaftungen, Folter und Ermordung von Studenten, Journalisten und sozialen Führern; Zwangsumsiedlungen, verursacht durch Armut und Gewalt; Mauern, Deportationen, ungleicher Handel, Umweltverschmutzung, Drogenhandel und kulturelle Aggression.

Unverkennbar ist die Übereinstimmung zwischen der aktuellen Agitation der OAS und jener im Jahr 1962, als sich die Handlung gegen Kuba richtete. Das Kolonialministerium begeht heute wieder die gleichen Fehler: Erneut wurden seitens der USA intensiver Druck und Erpressung auf eine Gruppe von Ländern ausgeübt, darunter die kleinsten und schwächsten; und wieder gab es die unterwürfige Haltung derer, die es vorziehen, auf die Knie zu fallen als sich dem Riesen mit den Siebenmeilenstiefeln entgegen zu stellen.

Die Rolle des Henkers kam einem Senator und Verliererkandidaten für den Thron des Imperiums bei den letzten Präsidentschaftswahlen zu und das Ereignis wird als Beweis für die Notwendigkeit, die kränkliche Beziehung zwischen jenem Amerika und dem unseren zu ändern, in der Geschichte verbleiben.

Es bestätigte sich die Gewissheit, dass die Proklamation von Lateinamerika und der Karibik als Zone des Friedens, angenommen von der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten, die Grundsätze widerspiegelt, uns unter uns mit Respekt und Brüderlichkeit zu behandeln, und gleichzeitig den Anspruch, als unabhängige Staaten wie Gleiche behandelt zu werden.

Die OAS bewies erneut ihre Unfähigkeit, die abscheuliche und hysterische Haltung ihres Generalsekretärs zu stoppen, der im Dienst der Machtzentren steht und in augenfälliger Missachtung des Buchstaben und Geistes der Charta der unglücklichen Organisation handelt. Mit ausreichender Deutlichkeit zeigte sich, wie der Ständige Rat in Angelegenheiten der inneren Zuständigkeit eines ihrer Mitgliedstaaten eingriff, in eklatantem Verstoß gegen Artikel 1 der Gründungscharta.

Es wurde jedoch weder erreicht, dem Ständigen Rat eine Entscheidung gegen Venezuela aufzuzwingen, noch, den Bemühungen Kontinuität zu verleihen, im Fall dieses Land die Interamerikanischen Demokratiecharta anzuwenden, mit dem Ziel seiner Suspendierung, und es konnte auch kein böswilliger oder auf Einmischung gerichteter Bericht oder Fahrplan angenommen werden.

Es zeigte sich, dass Venezuela nicht allein ist. Die mutige Verteidigung derer, die die lateinamerikanische und karibische Würde hoch hielten und sich auf die Seite der Wahrheit, Vernunft und Gerechtigkeit stellten, ist ein Grund, stolz zu sein. Die OAS, ihr Generalsekretär und ihr Machthaber werden weder die Bolivarische und Chavistische Revolution unter Leitung des unbeugsamen Präsidenten Nicolás Maduro Moros, noch das von ihm angeführte zivil-militärische Bündnis seines Volkes bezwingen können.

Während sich Schmach und Schande in Washington krümmten, unterstützte in Caracas das mutige Volk, dessen Menschenrechte und demokratische Freiheiten von der Revolution erhoben wurden, seine Regierung und feierte auf den Straßen den Sieg der bolivarischen Moral und Ideen.

Havanna, 28. März 2017

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Die Ständige Vertreterin Kubas vor der UNO, Anayansi Rodríguez, bezeichnete das aktuelle Szenarium als inakzeptabel, das von der Existenz von über 15 000 atomaren Sprengköpfen gekennzeichnet ist.

VEREINTE NATIONEN – Kuba forderte gestern auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen die Verpflichtung der Staaten zu einer vollkommenen Eliminierung der Atomwaffen als einzige Art und Weise, die Bedrohung zu beseitigen, die diese für das Überleben der Menschheit bedeuten.

In ihrer Ansprache während der Eröffnungsveranstaltung der Konferenz der Generalversammlung zur Verhandlung eines gesetzlich bindenden Instruments, das die todbringenden Sprengkörper verbietet, bezeichnete die Ständige Vertreterin Kubas vor der UNO, Anayansi Rodríguez, das aktuelle Szenarium, das von der Existenz von über 15 000 atomaren Sprengköpfen gekennzeichnet ist, als inakzeptabel.

«Ihre Nutzung oder Androhung der Nutzung würde unter allen Umständen auf Grund der Beratenden Meinung des Internationalen Gerichtshofes eine Verletzung des internationalen Rechts und ein Verbrechen gegen die Menschheit darstellen. Allerdings sind die Nuklearwaffen die einzigen Massenvernichtungswaffen, die noch nicht mittels eines gesetzlich bindenden Rechtsinstruments verboten wurden», stellte sie fest.

Nach den Worten der Botschafterin würde, wenn ein Rechtsinstrument dieser Art für sich allein auch nicht zur Abrüstung führte, es doch die Ungesetzlichkeit und Gesetzwidrigkeit der Atomwaffen im internationalen Recht kodifizieren, würde helfen, Normen und Regeln zu erstellen, um deren Eliminierung zu erleichtern und würde das System der Abrüstung und Nichtverbreitung stärken.

Dieser Mechanismus des Verbots müsse so klar und vollständig wie möglich sein, um zur totalen Abschaffung zu führen, beharrte sie.

In ihrer Rede rief die Diplomatin auch dazu auf, in das Instrument, über das begonnen wurde, zu verhandeln, spezifische Anforderungen für die Atomwaffen besitzenden Länder einzubeziehen, wie die Zerstörung des verfügbaren Arsenals in einem festgesetzten Zeitraum und die Nichtherstellung von spaltbarem Material für die Produktion solcher Waffen.

Nach den Worten von Rodríguez wäre ein weiteres wesentliches Element, dass diese Staaten universelle, bedingungslose und juristisch bindende Garantien der Sicherheit dafür geben, dass sie gegen die Länder, die Teil des Mechanismus sind, keine Atomwaffen anwenden werden, solange sie diese besitzen.

Sich auf das Recht beziehend, die Atomenergie zu friedlichen Zwecken zu erforschen, zu entwickeln und zu nutzen, rief sie dazu auf, dies in das juristisch bindende Instrument einzubeziehen.

«Kuba ruft alle Mitgliedsländer dazu auf, sich den Verhandlungen anzuschließen und eine reale Verpflichtung und politischen Willen zu bezeugen, mit dem Ziel, eine Welt frei von Atomwaffen zu schaffen», urteilte sie.

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22.3.2017

Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

Kuba bildet 1.000 Kolumbianer aus

Kämpfer der FARC auf dem Weg zur Demobilisierung

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Der Botschafter Kubas in Kolumbien, José Luis Ponce, berichtete, daß das sozialistische Kuba der kolumbianischen Regierung und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens FARC-EP einen Fonds von 1.000 Stipendien zur Verfügung stellte, um in den kommenden fünf Jahren auf der Insel Medizin zu studieren. Der kubanische Diplomat unterbreitete das Angebot vor der Überprüfungskommission der Umsetzung des Friedensabkommens (CSIVI) sowie dem Mitglied des Sekretariats der FARC-EP, Iván Márquez, sowie den Vertretern der Regierung.

Botschafter Ponce erläuterte, daß die Gewährung der Stipendien ein Beitrags Kubas für die Umsetzung der Friedensabkommen von Havanna und für die Konfliktbewältigung in Kolumbien ist. Jährlich sollen 200 Stipendien vergeben werden. Von diesen erhalten je 100 ehemalige Guerilleros der FARC-EP und je 100 von der Regierung des Landes ausgewählte Personen, Die ersten ausgewählten Studenten werden im Studienjahr 2017/2018 ihre Stipendien antreten, berichtete die kubanische Agentur Prensa Latina.

Die Plätze für ein Medizinstudium in Kuba sind für junge demobilisierte Kämpfer der FARC-EP sowie für Menschen vorgesehen, die durch den internen Konflikt vertrieben worden sind. Letztere werden von der kolumbianischen Regierung ausgewählt.

Kuba diente bis 2016 über mehr als vier Jahre hinweg als Tagungsort der Friedensgespräche zwischen den Aufständischen und der Regierung des Präsidenten Juan Manuel Santos, und war gleichzeitig zusammen mit Norwegen Garant für die bilateralen Gespräche.

Über Twitter hob FARC-Comandante Márquez hervor, daß der Beitrag Kubas zum Prozeß der Umsetzung des Abkommens von Havanna und zur Konfliktbewältigung in Kolumbien eine reine Geste der Menschlichkeit darstellt. »Unser Dank an Armeegeneral Raúl Castro dafür, Kolumbien mit seiner Liebe und Solidarität zu erfüllen. Dies hilft dem Frieden und bietet uns Ärzte.«

Die Anwältin und ehemalige Kongreßabgeordnete Piedad Córdoba dankte ebenfalls für die Geste Kubas. »Trotz der Blockade hat das Karibikland nicht nur eine Medizin, die zu den besten der Welt gehört, sondern ist auch eines der solidarischsten«, schrieb die Verteidigerin der Menschenrechte auf Twitter. (PL/RG/ZLV)

 
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Antikubanische Provokation scheitert

Photo: MINREX

Internationale Pressemedien verbreiteten in den letzten Wochen die Absicht des Generalsekretärs der OAS, Luis Almagro Lemes, nach Havanna zu reisen, um einen „Preis“ in Empfang zu nehmen, der von einer illegalen antikubanischen Gruppierung erfunden worden war, die im Bunde mit der ultrarechten „Stiftung für Panamericanische Demokratie“ arbeitet, welche in den Tagen des siebten Gipfels amerikanischer Staaten in Panama geschaffen worden war, um Anstrengungen und Mittel gegen legitime und unabhängige Regierungen in „Unserem Amerika“ zu kanalisieren.

Der Plan, ausgebrütet in mehreren Reisen zwischen Washington und anderen Hauptstädten in der Region, bestand darin, in Havanna eine offene und schwere Provokation gegen die kubanische Regierung zu veranstalten, innere Instabilität zu schüren, das internationale Image des Landes zu schädigen und gleichzeitig den guten Verlauf der diplomatischen Beziehungen Kubas zu anderen Staaten zu beeinträchtigen. Vielleicht haben sich einige verrechnet und dachten, dass Kuba dem Schein zuliebe das Wesentliche opfern würde.

In die Show sollten Almagro selbst und einige andere rechtsgerichtete Gestalten hineingezogen werden, die der sogenannten Demokratischen Initiative für Spanien und Amerika (IDEA) angehören, die in den letzten Jahren auch gegen die Bolivarische Republik Venezuela und andere Länder mit progressiven und linken Regierungen in Lateinamerika und der Karibik aggressiv vorgegangen ist.

Der Versuch hatte die Mitwisserschaft und Unterstützung von anderen Organisationen mit umfangreichen antikubanischen Referenzen, wie dem „Zentrum Demokratie und Gemeinschaft“ und dem „Zentrum für Studien und Management für die Entwicklung Lateinamerikas“ (CADAL), sowie dem „Interamerikanischen Institut für Demokratie“ des Terroristen und CIA-Agenten Carlos Alberto Montaner. Darüber hinaus ist seit 2015 die Verbindung bekannt, die zwischen diesen Gruppen und der Nationalen Stiftung für Demokratie der Vereinigten Staaten (NED) besteht, die Mittel von der Regierung jenes Landes erhält, um ihre subversiven Programme gegen Kuba umzusetzen.

Nach Bekanntwerden dieser Pläne und in Durchsetzung der Gesetze, die die Souveränität der Nation erhalten, beschloss die kubanische Regierung, den mit den beschriebenen Sachverhalten verbundenen ausländischen Bürgern die Einreise in das Land zu verweigern.

Auf tadellos transparente Weise und in Einhaltung der Grundsätze, die die diplomatischen Beziehungen zwischen den Staaten bestimmen, kontaktierten die kubanischen Behörden die Regierungen jener Länder, aus denen diese Personen abreisen würden, und informierten diese und versuchten, von der Ausübung dieser Handlungen abzuraten und diese zu verhindern.

Wie die Verordnungen der internationalen Zivilluftfahrt festlegen, stornierten die Fluggesellschaften die Buchungen der Passagiere, als sie erfuhren, dass diese nicht willkommen sein würden. Einige wurden zurückgeflogen. Es gab jemanden, der versuchte, die Fakten in Bezug auf die engen politischen Interessen in seinem eigenen Land zu manipulieren, mit Blick auf die internen Prozesse, die in ihnen stattfinden .

Es fehlte nicht an Äußerungen von Verteidigern angeblicher Verfolgter, Angehöriger vergangener Diktaturen und arbeitsloser Politiker, die bereit sind, sich mit vulgären Söldnern zu verbünden, die im Dienst ausländischer Interessen und auf deren Gehaltsliste stehen und innerhalb Kubas über keinerlei Anerkennung verfügen, von unhaltbaren Verleumdungen leben, sich als Opfer geben und entgegen den Interessen des kubanischen Volkes und des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Systems handeln, das dies frei gewählt und heldenhaft verteidigt hat.

Was Almagro und die OAS betrifft, so überraschen uns seine Aussagen und offen antikubanische Handlungen nicht. In sehr kurzer Zeit an der Spitze dieser Organisation hat er sich hervorgetan, indem er ohne jegliches Mandat der Mitgliedstaaten eine ehrgeizige Agenda der Eigenwerbung mit Angriffen gegen progressive Regierungen wie Venezuela, Bolivien und Ecuador schuf.

In diesem Zeitraum haben sich die imperialistischen und oligarchischen Angriffe auf die lateinamerikanische und karibische Integration und gegen demokratische Institutionen in vielen unserer Länder verdoppelt. In einer neoliberalen Offensive sind Millionen Lateinamerikaner zur Armut zurückgekehrt, haben Hunderttausende ihren Arbeitsplatz verloren, wurden zur Emigration gezwungen oder wurden von kriminellen Banden und Drogenhändlern getötet oder verschwanden. Währenddessen breiten sich in der Hemisphäre isolationistische und protektionistische Ideen aus, die Umwelt verschlechtert sich, Deportationen, religiöse und Rassendiskriminierung , Unsicherheit und brutale Repression wachsen an.

Wo ist die OAS gewesen, die angesichts dieser Realitäten immer komplizenhaft geschwiegen hat? Warum schweigt sie? Man muss schon sehr veraltete Ansichten haben, um zu versuchen, den Kubanern „die Werte und Prinzipien des interamerikanischen Systems“ zu verkaufen, angesichts der harten und anti-demokratischen Realität, die eben dieses System erzeugt. Man muss ein schlechtes Gedächtnis haben, um sich nicht daran zu erinnern, dass sich Kuba im Februar 1962 einsam gegen die „unmoralische Konklave“ erhob, wie Fidel es in der Zweiten Deklaration von Havanna bezeichnete. Fünfundfünfzig Jahre später und unter dem Beistand von Völkern und Regierungen aus der ganzen Welt ist es notwendig, zu wiederholen, wie Präsident Raul Castro versicherte, dass Kuba niemals in die OAS zurückkehren wird.

José Martí hatte eindringlich darauf hingewiesen, dass „weder Völker noch Menschen jene achten, die keine Achtung gebieten (…) Menschen und Völker durchlaufen diese Welt, indem sie den Finger in das Fleisch anderer bohren, um zu sehen, ob es weich ist oder ob es widersteht, und man muss das Fleisch zäh machen, damit es die frechen Finger hinausjagt“.

In Kuba vergessen wir die Lehren der Geschichte nicht.

Havanna, 22. Februar 2017

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So resümierte der Landwirtschaftsminister Gustavo Rodríguez Rollero am Ende der jährlichen Bilanz dieser Bewegung, die unter Beteiligung von Leitern und Produzenten des ganzen Landes gezogen wurde

Photo: Periódico Guerrillero

PINAR DEL RÌO – Die Fähigkeit der Städtischen, Vorstädtischen und Familialen Landwirtschaft, jedweder Unwägbarkeit zu begegnen und sich binnen Kurzem zu erholen, zeigte sich im vergangenen Jahr einmal mehr trotz Niederschlägen zur Unzeit im Westen und intensiver Dürre in der östlichen Region sowie einem Hurrikan, der erhebliche Schäden verursachte; dessen ungeachtet wurden bei Gemüsen und Frischkräutern 102 % des Plans erfüllt.

So resümierte der Landwirtschaftsminister Gustavo Rodríguez Rollero am Ende der jährlichen Bilanz dieser Bewegung, die unter Beteiligung von Leitern und Produzenten des ganzen Landes gezogen wurde

Der Minister brachte zum Ausdruck, dass die Gründungselemente der Urbanen Landwirtschaft 30 Jahre nach deren Entstehung mehr Gültigkeit denn je hätten, nun, da die Auswirkungen des Klimawandels bereits spürbar seien, und das werde auch unter ungünstigen wirtschaftlichen Bedingungen so bleiben. Dies seien gute Gründe für ihre Verstärkung und Perfektionierung, fügte er hinzu.

Als konkrete Schritte in diesem Sinne deutete er die Notwendigkeit an, jene 1.400 Hektar einzubeziehen, die noch an den von Organoponicos und Intensivobstgärten vorgesehenen 10.000 Hektar fehlten, die Versorgung des Tourismusbereichs mit Blattgemüse über das ganze Jahr zu gewährleisten und dem Gesundheitsministerium genügend Heilpflanzen zur Verfügung zu stellen, um die derzeit 70 Millionen Medizinflaschen in den nächsten Jahren auf 100 Millionen zu erhöhen.

Weiter daran zu arbeiten, die Flächenerträge zu erhöhen, ausgehend von der Qualität des Saatguts und der benutzten organischen Substanzen, stellte sich auf dem Treffen als grundlegender Aspekt der diesjährigen Ziele heraus – zusammen mit der rationellen Nutzung der erhaltenen Gerätschaften, was neben anderen Vorteilen auch eine bessere Verfügbarkeit der Bewässerung erlauben wird.

Dr. Adolfo Rodríguez Nodal, Chef der Nationalen Gruppe der Urbanen, Suburbanen und Familialen Landwirtschaft, lobte das, was in Pinar del Río erreicht wurde, der Provinz, die im Hinblick auf integrale Ergebnisse zur besten des vergangenen Jahres gewählt worden war. An zweiter, dritter, vierter und fünfter Stelle landeten in dieser Reihenfolge Sancti Spiritus, Villa Clara, Camagüey und Santiago de Cuba.

An der Zusammenkunft nahmen außerdem Santiago Pérez Castellano, Chef der Abteilung für Landwirtschaftliche Ernährung im Zentralkomitee, Gladys Martínez Verdecia, Erste Parteisekretärin Pinar del Ríos, Funktionäre des Landwirtschaftssystems und führende Beamte der Provinz teil.

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14. Februar 2107

In einer offenen Debatte des 15 Mitglieder umfassenden Organs über die Bedrohung des Terrorismus für die lebenswichtige Infrastruktur stellte die Ständige Vertreterin Kubas vor den Vereinten Nationen, Anayansi Rodríguez, fest, dass Havanna die Annahme einer allgemeinen Konvention über die Geißel sowie den Aufruf zu einer Weltkonferenz zur Förderung einer Reaktion dieser Art unterstützt.

«Wir lehnen die Doppelmoral und die Selektivität in der Behandlung dieses Themas ab und verurteilen sie. Der Kampf gegen den Terrorismus darf nicht als Vorwand für Einmischung und Intervention, Aggression noch für Verletzungen des internationalen Rechts und der Menschenrechte benutzt werden», stellte sie auf dem Forum fest.

Die Diplomatin forderte desweiteren die Unterbindung der Finanzierung, Ausrüstung, Ausbildung, Waffenlieferungen und Unterstützung aller Art für extremistische Gruppen, die in vielen Teilen der Welt Gewalt und Zerstörung säen.

Rodríguez bestätigte die Verpflichtung Kubas im Kampf gegen den Terrorismus und erinnerte daran, dass ihr Volk am eigenen Leib unter Terrorakten gelitten hat, die aus dem Ausland organisiert, finanziert und ausgeführt wurden und fast 3 500 Tote und über 2 000 Behinderte hervorriefen.

Desweiteren bestand sie darauf, dass das Karibikland niemals erlaubt hat noch erlauben wird, dass sein Territorium benutzt wird, um diese Aktionen gegen andere Staaten auszuführen, zu planen, anzuspornen, zu decken oder zu finanzieren, ohne jede Ausnahme.

Bezüglich kommender Herausforderungen in der Bekämpfung der Geißel wie der Anwendung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (TIC), appellierte Rodríguez an die Anstrengung aller Länder, um dem Problem zu begegnen.

Entscheidend sei, ein international verbindliches Instrument innerhalb des Systems der Vereinten Nationen zu schaffen, das die Anwendung der TIC regelt und ihre Nutzung in Übereinstimmung mit dem Internationalen Recht gewährleistet, insbesondere der Charta der Vereinten Nationen.

Die Offene Debatte des Sicherheitsrates ermöglichte die einstimmige Annahme der Resolution 2341, die auf die Stärkung der Mechanismen zur Vorsorge und Reduzierung der Auswirkungen der Terroraktionen gegen die zivile lebenswichtige Infrastruktur gerichtet ist.

Die Teilnehmer am Event brachten ihre Besorgnis bezüglich der Angriffe von Gruppen wie des Islamischen Staates, Boko Haram, Al Qaeda, Al Shabaab und der Front Al Nusra gegen Krankenhäuser, Schulen, Transportnetze und Grundversorgungseinrichtungen wie Energie und Wasser zum Ausdruck.

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Legende des antifaschistischen Liedes

Von Tobias Kriele

( Jochen Vogler / r-mediabase.eu)

Unter großer Anteilname der kubanischen Öffentlichkeit schlossen Esther Bejarano und die Rap-Band „Microphone Mafia“ am Freitag, dem 13. Januar, ihre gemeinsame Kuba-Tournee ab.
In eine Hommage verwandelte sich die Abschlussvorstellung, auch wenn die Sängerin selbst wegen Erkrankung nicht anwesend sein konnte. Kurzfristig hatte die „Microphone Mafia“ Musiker aus der kubanischen Rap-Agentur auf die Bühne eingeladen, und diese erwiesen freestyle der ehemaligen Akkordeonspielerin des Mädchenorchesters von Auschwitz ihren Tribut.
Es war das vierte Konzert am dritten Ort innerhalb von sechs Tagen. Ihren furiosen Auftakt fand die Tournee im Palacio de la Rumba im Zentrum Havannas, in Anwesenheit des deutschen Botschafters. Auch in Camagüey sprang der Funken auf das Publikum über. Auf Einladung der Künstlerorganisation „Hermanos Saíz“ und unter Anwesenheit hochrangiger Vertreter der Kulturpolitik tanzte am Ende der ganze Saal zu kölschen und jiddischen Liedern. Junge kubanische Künstler überreichten im Anschluss ein exklusiv angefertigtes Porträt.
Im Jugendzentrum „Mejunje“ in der Che-Guevara-Stadt Santa Clara erreichten Esther Bejaranos Lieder ein vor allem junges Publikum. Neben warmem Applaus ergoss sich hier über die Musiker leider auch ein Regenguss mit Folgen, zog sich Esther Bejarano doch eine problematische Erkrankung der Atemwege zu, die ihr die Teilnahme am letzten Auftritt der Gruppe unmöglich machen sollte.
Neben den Konzertauftritten absolvierte die Gruppe ein intensives kulturelles und politisches Beiprogramm. Die jüdische Gemeinde in Kuba empfing die Auschwitz-Überlebende mit großen Ehren. David Prinstein, Vize-Präsident der Comunidad Hebréa de Cuba, erklärte bei einem gemeinsamen Besuch eines Mahnmals für die Opfer der Shoa auf dem jüdischen Friedhof in Guanabacoa, dass für die jüdische Gemeinde in Kuba der Holocaust eine Erinnerung an die verschiedensten Gruppen von Verfolgten verlange, nicht ausschließlich an die der Juden. Auch das traditionelle Gebet „Frieden für Israel“ müsse als der Wunsch nach Frieden für die ganze Welt verstanden werden. Prinstein betonte, dass die jüdische Gemeinde in Kuba sich als privilegiert betrachte, angesichts unbegrenzter Möglichkeiten der Religionsausübung auf der einen und der gesellschaftlichen Abwesenheit von Judenhass auf der anderen Seite. Kuba sei wahrscheinlich das einzige Land auf der Welt, so Prinstein, in dem die Synagogen keines bewaffneten Schutzes bedürfen.
Esther Bejarano hatte ihrerseits bereits zuvor auf einer Pressekonferenz deutlich gemacht, dass ihr Wunsch, nach Kuba zu reisen, aus dem Interesse rühre, den Fortschritt der Überwindung von Antisemitismus und Rassismus in einem Land zu erleben, dessen Regierung sich in der Vergangenheit mehrfach ausdrücklich für das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat eingesetzt hatte. Sie machte dabei auch deutlich, dass die aggressive Position der israelischen Regierung sie dazu veranlasst hatte, in den 1960er Jahren Israel zu verlassen und sich wieder in Deutschland, im Land der Täter wie sie sich ausdrückte, anzusiedeln.
Die Bedeutung, der dieser Tournee in Kuba zugemessen wurde, zeigt sich auch in der ausführlichen Berichterstattung. Fast täglich wurden Ausschnitte von der Pressekonferenz und der Konzerte in den kubanischen Medien gebracht, mehrfach berichtete das kubanische Tagesschau-Pendant „Noticiero Nacional“. Die größte Tageszeitung „Granma“ nannte Esther Bejarano in einem ganzseitigen Porträt eine „Legende des antifaschistischen Liedes“. Auch international wurde die Tournee wahrgenommen: britische und spanische Agenturen und sogar der in Miami angesiedelte, antikommunistische „Nuevo Herald“ berichteten.
Insgesamt zogen die Veranstalter eine positive Bilanz. Besonders die kubanische Seite zeigte sich glücklich, mit Esther Bejarano eine Künstlerin willkommen heißen zu dürfen, die zugleich eine eindrucksvolle Vertreterin des Antifaschismus und des Internationalismus ist. „Wir haben jeden Moment der Anwesenheit von Esther genossen“, sagte der Sänger der Rap-Gruppe „1ra base“ und Vorsitzende der kubanischen Rap-Agentur, Ruben Marin, beim der Verabschiedung der Musiker in Havanna.

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