Veranstaltung
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Termin/Uhrzeit
Termin - 17.12.2017
10:30 - 13:00

Ort
Schulzentrum Blumenthal


Am Sonntag, den 17.  Dezember 2017 um 11 Uhr in Blumenthal werden zwei öffentliche Fuß- und Fahrradwege nach Leo Drabent und Hans Neumann eingeweiht.

Leo Drabent und Hans Neumann, beste Freunde, aktive Kommunisten und KPD Funktionäre wurden schon kurz nach der Machtübertragung an die deutschen Nazifaschisten am 30. Januar 1933 verhaftet und bis 1934 in Brandenburg, Oranienburg, Ellisenau und im K Z Esterwegen inhaftiert. Nach der Entlassung arbeitete Hans auf der Bremer Vulkan Werft, sein bester Freund Leo auf der AG Weser Werft und organisierten beide die Widerstandstätigkeit auf den Bremer Werften. Im Juli 1936 wurde Leo Drabent erneut verhaftet und zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt, die er bis 1939 voll verbüßte.  Während dieser Zeit verstärkte Hans Neumann seine antifaschistische Arbeit unter seinen Arbeitskollegen auf dem Bremer Vulkan. Nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus organisierten Drabent und Neumann ein Netz von 3er- und 5er Gruppen, die in Verbindung standen mit den Hamburger Widerstandsgruppen um Bernhard Bästlein, Franz Jacob und Robert Abshagen, nach Berlin zu Anton Saefkow. Mit Flugblättern riefen sie die Arbeiterklasse zur raschen Kriegsbeendigung auf.  Am 29. März 1943 wurden Leo Drabent und Hans Neumann erneut verhaftet, inhaftiert und ins Zuchthaus Brandenburg gesperrt, mit Ihnen 10 weitere Angehörige der kommunistischen Widerstandsorganisation gegen Faschismus, Rassismus und Krieg. Im April 1944 nahm der Sozialdemokrat Adolf Reichwein Kontakt zu Anton Saefkow auf, um die starke kommunistische Widerstandsorganisation in die Verschwörung des 20. Juli 1944 einzubinden. Es kam zu einem Treffen der Kommunisten mit Adolf Reichwein und Julius Leber, das Treffen wurde verraten. Kurze Zeit später wurden alle verhaftet und ermordet; Franz Jacob, Bernhard Bästlein und Anton Saefkow wurden 8 Wochen vorher wie Leo Drabent und Hans Neumann im Zuchthaus Brandenburg enthauptet.

Der 2. Senat des Volksgerichtshofs in Berlin verurteilte Leo Drabent und Hans Neumann am 13. Oktober 1944 zum Tode.

Der Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof in Berlin schreibt in einem Einschreibebrief an den Reichsminister der Justiz am 22. November 1944:

„Vollstreckung der Todesstrafe an dem Dreher Leo Drabent und  dem Tischler Hans Neumann wegen Vorbereitung zum Hochverrat u. a.

Die durch Urteil des 2. Senats des Volksgerichtshofs gegen Leo Drabent und Hans Neumann erkannten Todesstrafen sind am 20. November 1944 morgens vorschriftsmäßig im Zuchthaus Brandenburg (Havel)-Görden vollstreckt worden. Die Hinrichtungen sind ohne Zwischenfall verlaufen.“

Leo und Hans wurden nacheinander unter dem Fallbeil geköpft.

Anschließend gehen/fahren wir ins Kulturcafe Nunatak in Blumenthal, Kapitän-Dallmann Straße 2,  essen Schwarzbrot und Schmalz, Butterkuchen und trinken Kaffee. Arbeiterlieder von Ernst Busch, dem Kämpfer im Spanischen Krieg von 1936-1939 gegen die Franco Faschisten werden wir gemeinsam hören.