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Die Berliner Friedensdemo – Bericht eines Teilnehmers

Die Friedensbewegung hat die Mobilisierung für den 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus am 9. Mai 2015 bereits am 13.12.2014 begonnen. 4000 Menschen demonstrierten in Berlin für die Losung „Verantwortung für unser Land heißt: Nein zu Krieg und Konfrontation“. der Hauptredner Eugen Drewermann forderte die Abschaffung der NATO, sie sei „das aggressivste Bündnis, das die Menschheit je gesehen hat“.
Für die Organisatorinnen und Organisatoren sprach Reiner Braun (Geschäftsführer von IALANA – Juristinnen und Juristen gegen atomare, biologische und chemische Waffen) von der „größten Friedensdemonstration in Berlin seit Jahren“. Die Berliner Friedenskoordination FRIKO als weitere Organisatorin war mit einem Großtransparent vertreten, ebenso die Gewerkschaft GEW und die DKP.

Die Kommunisten verteilten das UZ-Extra „Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg“, Mitglieder der Partei Die Linke brachten die Zeitschrift „Klar. Die Linke. Im Bundestag“ unter die Leute. Mike Nagler forderte als Vertreter von attac in Leipzig weitere antikapitalistische Aktionen. Vertreter von IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung eines Atomkrieges) waren mit einem Transparent, die Berliner „Montagsmahnwachen“ mit einem Info-LKW (Marke Robur aus der DDR) vertreten. Die Journalistin Daniela Dahn ließ ein Grußwort verlesen, der Berliner Pfarrer Siegfried Menthel erneuerte die Kritik ostdeutscher Pfarrer an der Kriegspolitik des derzeitigen Bundespräsidenten. Der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag Lühr Henken bat darum den Friedensaufruf von 60 deutschen Spitzenpolitiker(inn)en „Wieder ein Krieg in Europa – nicht in unserem Namen!“ online zu unterstützen. Ein schauriger Höhepunkt der Abschlusskundgebung war der Auftritt des Komikers Reiner Kröhnert, der den derzeitigen Bundespräsidenten nicht nur als pastorale Vater-, sondern auch faschistische Führerfigur parodierte. „Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg“ bekam die Karikatur der aggressivsten Vertreter des Monopolkapitals zur Antwort.

Dass der Friedensbewegung auch 2015 ein eisiger Wind entgegenwehen könnte, zeigte die Berichterstattung der Massenmedien nach der Demonstration. Die von der Polizei angegebene Teilnehmerzahl (4000) wurde in einigen Berichten halbiert, sämtliche Transparente aus den Fotos ausgespart, die Teilnehmer als „Verschwörungstheoretiker“ (Tagesspiegel), „Altkommunisten, Neurechte, linke Angeordnete“ (Die Zeit), „dubiose(n) Gestalten“ (taz) diffamiert. Unzensiert berichteten dagegen der Berliner Regierungssender rbb (http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2014/12/friedensdemonstration-vor-schloss-bellevue-berlin.html) sowie auf Englisch die türkische Agentur Anadolu Agency (http://www.aa.com.tr/en/world/435095–4-500-attend-anti-war-rally-in-berlin) und der russische Fernsehsender Russia Today (http://rt.com/news/214247-berlin-anti-nato-militarism-march/).

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