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„Warum zahlen wir den Griechen ihre Luxusrenten? – So gut haben es die Rentner in Griechenland“ hetzt die Zeitung mit den vier Buchstaben. Aus der folgenden Tabelle geht hervor, wie „gut“ sie es  wirklich haben. Und die bisherigen Rentenkürzungen genügen der „Links“regierung nicht. In Umsetzung des neuen Memorandums haben Rentner in Griechenland mit Bezügen von insgesamt über 1000 Euro brutto  mit erneuten Kürzungen ihrer Renten um 10 bis zu 20 Prozent zu rechnen.

Verteilung der Renten in Griechenland nach Bezügen und Empfängern

Die derzeitige Verteilung der Renten in Griechenland nach Höhe der (Brutto-) Bezüge und Anzahl der Empfänger stellt sich folgendermaßen dar:

Monatliche Bezüge (€) Anzahl der Rentner Monatliche Kosten (€)
0 – 300 121.181 16.128.349
300 – 400 236.782 86.599.121
400 – 500 280.182 126.957.433
500 – 600 267.018 146.616.527
600 – 700 284.187 185.799.664
700 – 800 294.113 219.643.948
800 – 900 139.059 117.741.589
900 – 1.000 125.101 119.486.364
1.000 – 1.500 549.167 692.617.053
1.500 – 2.000 306.524 517.461.240
2.000 – 2.500 38.155 82.767.547
2.500 – 3.000 9.303 24.817.849
3.500 – 4.000 769 2.841.795
> 4.000 251 1.158.702
Summe 2.653.274 2.345.398.894

Die anteilmäßige Verteilung der Rentenbezüge im Verhältnis zur Gesamtzahl der Rentner zeigt deutlich, dass die große Mehrheit der Rentner in Griechenland monatliche (Brutto-) Bezüge von unter 1.000 Euro und fast 45% von sogar unter 700 Euro haben. (Quelle: Imerisia)

Monatliche Bezüge (€) Anzahl der Rentner Gesamtanteil (%)
bis 700 1.189.3.96 44,80
700 – 1.000 559.736 21,08
1.000 – 1.500 549.168 20,69
1.500 – 2.000 306.524 11,55
2.000 – 2.500 38.155 1,44
2.500 – 3.000 9.303 0,35
3.000 – 3.500 1.482 0,06
3.500 – 4.000 769 0,03

2015 – 2016 sind bei den Renten wenigstens 1,7 Mrd. einzusparen

Wie viel muss jedoch der Fiskus aus der Kürzung der Renten sicherstellen? Die „Gesamtrechnung“ für das Versicherungswesen wurde im Vorentwurf des staatlichen Haushaltsplans 2016 wiedergegeben: aus Renten, Beiträgen und sonstigen Sozialversicherungsleistungen müssen 1,268 Mrd. Euro im Jahr 2016 und insgesamt 1,7 Mrd. Euro in der Periode 2015 – 2016 eingespart werden, damit auch die Memorandums-Klausel bezüglich der Einsparung von Mitteln eingehalten wird, die 1% des BIP für 2016 entsprechen.

Der Vorentwurf des Haushaltsplans 2016 spricht explizit von einer Einsparung von Ausgaben mittels der Versicherungsreform, wobei die „Rechnung“ der undefinierten Maßnahmen sich auf 258 Mio. Euro für die Renten des öffentlichen Sektors und auf 464 Mio. Euro für die Renten der Sozialversicherungsträger (IKA, OAEE, OGA usw.) gestaltet. Die bis auf weiteres „unbekannten“ Maßnahmen im Versicherungssystem zeigen sich fortan mit einem Etat von 722 Mio. Euro, ohne dass in diesem Betrag die äquivalenten Maßnahmen bezüglich der Null-Defizit-Klausel bei den Zusatzrenten enthalten sind.

Es wird erwartet, dass der Vorschlag für das neue Versicherungsgesetz – genauer gesagt, die Vorschläge, da erwartet wird, dass der „Ausschuss der Weisen“ die Gesamtheit der Schriftsätze übergeben wird, die seine Mitglieder seit Sommer 2015 ausarbeiteten – an die Öffentlichkeit gegeben werden wird, damit umgehend danach der Prozess der „wirtschaftlichen Bilanzierung“ beginnt. Mittels dieses Prozesses wird sich letztendlich auch ergeben, wie der Betrag der 710 Mio. Euro (bzw. wenigstens 1 Mrd. Euro, wenn auch die Nichtumsetzung der Null-Defizit-Klausel hinzugerechnet wird) gedeckt werden soll.

Für das Jahr 2015 wird erwartet, dass die Bilanz der Versicherungskassen mit einem Defizit der Größenordnung von 1,672 Mrd. Euro abschließen wird – und zwar in dem Moment, wo die – wie im Winter vergangenen Jahres veranschlagte – Zielvorgabe für dieses Jahr auf ein Defizit von 968 Mio. Euro lautete. Für 2016 wird ein Defizit von 2,559 Milliarden Euro ohne die national-logistischen Angleichungen und von 1,675 Mrd. Euro prognostiziert, wenn die national-logistischen Angleichen berücksichtigt werden. In diesem Betrag sind allerdings noch nicht die Aufwendungen für die Renten enthalten, die noch nicht bewilligt bzw. gezahlt worden sind. Diese übersteigen 300.000 Fälle und die Aufwendungen für ihre Zahlung tangieren insgesamt rund 3 Mrd. Euro.

(Quelle: TheTOC.gr, Autor: Thanos Tsiros)

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